GEwerk.business GmbH
Bielefeld
| Matrizenfeld | Besonderheiten /Ausprägungen |
| Fragezeichen | Geschäftsfelder / Sparten mit hohen Wachstumsraten, aber (noch geringem) Marktanteil. Es handelt sich oft um Neuprodukte, von denen man ein hohes Entwicklungspotenzial erwartet. Lässt sich das nicht erreichen, werden sie zu "Armen Hunden" und i.d.R. vom Markt genommen. Die Erträge, vor allem Deckungsbeiträge sind gering. Der Anteil von Fragezeichen sollte bei ca. 20-25% liegen: |
| Sterne | Entwickeln sich Fragezeichen positiv, erhöhen sie also ihre Marktanteile, werden sie zu Sternen. Es handelt sich um Sparten oder Geschäftsfelder mit hohen Wachstumsraten und Marktanteilen. Mit ihnen erwirtschaften Unternehmen bereits hohe Erträge. Der Anteil Sterne sollte ca. 30% oder mehr betragen. |
| Milchkühe | Lässt das Wachstum nach, werden aus "Sternen" "Milchkühe". Diese sind für Unternehmen wichtig, weil sie oft noch über einen längeren Zeitraum hohe Erträge abwerfen, aus denen sich neue Produkte ("Fragezeichen") entwickeln lassen. Gleichzeitig sind die laufenden Kosten eher gering, weil vor allem in die Vermarktung, weniger in die Entwicklung, investiert wird. Der Anteil Milchkühe sollte bei ca. 30% oder mehr liegen. |
| Arme Hunde | Gehen die Erträge von "Milchkühen" zurück, werden sie zu "armen Hunden", mit denen ein Unternehmen nur noch wenig verdient. Der Anteil sollte ca. 5-10% nicht überschreiten |

| Fragezeichen | Investitionen in den Ausbau von Markanteilen, Beobachtung der Marktentwicklung, um über Beibehaltung oder Herausnahme aus dem Portfolio zu entscheiden. Die Mittel werden zumindest rechnerisch zu großen Teilen von den Milchkühen erwirtschaftet. |
| Sterne | Investitionen in den Ausbau von Markanteilen bzw. eine Steigerung der Produktions- und Verkaufsmengen, die Mittel hierfür werden, ebenfalls rechnerisch, von den Sternen selbst erwirtschaftet. |
| Milchkühe | Milchkühe werden "gemolken", d.h., man versucht die Verkaufsmengen möglichst lange stabil zu halten und investiert nur noch in Werbung und kleinere Produktmodifikationen. Derartige Strategien finden sich u.a. im Konsumgüterbereich, wo z.B. Einweg-Taschentücher nur kleinere Modifikationen erhalten, z.B. ein neuer Duft oder die Möglichkeit, eine Packung leichter zu öffnen. Damit ist eine "Streckung" des Lebenszyklus und der damit verbundenen Mittelzuflüsse oft über mehrere Jahre möglich. Die Mittel hierfür kommen von den Milchkühen selbst und die verbleibenden Beträge gehen in die Entwicklung oder den Zukauf von z.B. Sparten. |
| Arme Hunde | Arme Hunde haben ihren Zenit überschritten und sollten möglichst vom Markt genommen oder verkauft werden. Bei Vollsortimentern, die auch Produkte dieser Sparte anbieten müssen, besteht u.U. die Notwendigkeit, Artikel als Handelsware zuzukaufen oder sie durch Fremdhersteller fertigen zu lassen, wenn das Risiko von Kundenverlusten durch eine Herausnahme besteht. |

| Vorteile | Nachteile |
| Transparent, übersichtlich, Einstufungen leicht nachzuvollziehen | Nicht alle wichtigen Faktoren werden abgebildet |
| Ableitung von Grundsatzstrategien | Grundsatzstrategien müssen in der Regel angepasst und detailliert werden |
| Vergleichbarkeit von Unternehmen möglich | Es besteht das Risiko, dass Führungskräfte automatisch nach Einstufung von Sparten u.ä. entscheiden, ohne weitere Sachverhalte zu berücksichtigen |
| Guter erster Einstieg in eine Bewertung | Durch Bewertung mit nur zwei Faktoren können wichtige Aspekte verloren gehen |
| Auch für andere Untersuchungsobjekte nutzbar, z.B. Produkte, Kunden, Risiken Automatische Entscheidungen anhand der Bewertung sind nicht immer möglich | |


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letzte Änderung J.E. am 13.03.2024 Autor: Jörgen Erichsen |
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Herr Jörgen Erichsen
Jörgen Erichsen ist selbstständiger Unternehmensberater. Davor hat er in leitenden Funktionen in Konzernen gearbeitet, u.a. bei Johnson & Johnson und Deutscher Telekom. Er ist Autor von Fachbüchern und -artikeln rund um Rechnungswesen und Controlling. Außerdem ist er als Referent zu diesen Themen für verschiedene Träger tätig. Beim Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC) leitet Jörgen Erichsen den Arbeitskreis Controlling. |
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