Anbauverfahren

Günther Wittwer / Redaktion CP

Das Anbauverfahren ist ein Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung, das im Rahmen der Kostenstellenrechnung Anwendung findet. Es wird auch als Blockverfahren bezeichnet. Das Anbauverfahren unterscheidet sich von dem Gleichungs- und dem Stufenleiterverfahren dadurch, dass keine Berücksichtigung des wechselseitigen Austauschs von Leistungen der Hilfskostenstellen stattfindet, sondern diese nur über die Hauptkostenstellen abgerechnet werden. Für die einzelnen Hilfskostenstellen entstehen daher keine sekundären Gemeinkosten

Das Verfahren ermittelt keine exakten Ergebnisse und dient eher als Näherungsverfahren. Da die Kostenstellen, die viele Leistungen anderer Hilfskostenstellen beanspruchen nicht mit deren Kosten belastet werden, führt dies dazu, dass falsche Verrechnungssätze entstehen. Wird dieser Fehler auf die Hauptkostenstellen übernommen, kommt es auch zu falschen Werten bei den Selbstkosten, was die gesamte Preispolitik behindern kann. Aufgrund dieser Ungenauigkeit, wird das Anbauverfahren in der Praxis kaum genutzt.

Wissenstelegramm 
Beim Anbauverfahren wird der innerbetrieblicher Leistungsaustausch zwischen den Hilfskostenstellen nicht berücksichtigt. Bei Anwendung dieses Verfahrens sind Rechnungsungenauigkeiten gegeben.


Aufgaben und Lösungen

1. Aufgabe

Hilfskostenstellen:

  Strom Strom Wasser Strom Werkstatt
Primäre Gemeinkosten 4.000 € 7.500 € 12.000 €
Abgegebene Ermittlung der gesamten Leistungseinheiten 28.000 kWh 11.250 qm 400 Stunden
Abgegebene Ermittlung der Leistungseinheiten an die Endkostenstellen 16.000 kWh 8.500 qm 280 Stunden

Ermitteln Sie die notwendigen Daten für das BAB-Anbauverfahren. 

2. Aufgabe

Was bleibt zwischen den Hilfskostenstellen ebenso unberücksichtigt wie bei den Beziehungen zwischen den Hauptkostenstellen?

3. Aufgabe

Nennen Sie die Formel zur Ermittlung des Verrechnungspreises für Hilfsstellen im Rahmen des Anbauverfahrens.

4.  Aufgabe

Die Ausgangslage sieht wie folgt aus:
Primäre Gemeinkosten für die Hilfskostenstelle Strom 5.000 € und für die Reparatur 20.000 €.
Die Stromleistung (kWh) beträgt für Reparatur 4.000, für die Hauptkostenstellen Materialstelle 12.000, Fertigungsstelle 32.000, Verwaltung 4.000 und Vertrieb 2.000.
  1. Ermitteln Sie den Verrechnungspreis für Strom.
  2. Wie hoch ist die Umlage für Strom bei der Hauptkostenstelle Materialstelle in €?

Lösungen:

1. Aufgabe

Es wird die Summe der primären Gemeinkosten durch die gesamten an die Endkostenstellen abgegebene Leistungsmenge dividiert.

Formel:

Primäre Gemeinkosten
An Endkostenstellen abgegebene Leistungseinheiten


1. Strom
4.000 € = 0,25 €/kWh
16.000 kWh

2. Wasser
7.500 € = 0,88 €/qm
8.500 qm
   
3. Werkstatt
12.000 € = 42,86 €/Stunde
280 Stunden

2. Aufgabe

Die Leistungsbeziehungen zwischen Hilfskostenstellen bleiben ebenso unberücksichtigt wie Beziehungen zwischen Hauptkostenstellen.

3. Aufgabe

Primäre Gemeinkosten der Hilfsstelle = Verrechnungspreis Hilfsstellen
Leistungen der Hilfsstelle an Hauptstellen

4. Aufgabe 

a) Hilfskostenstellen Strom in € = Verrechnungspreis
Gesamtsumme der Stromleistung von den Hauptkostenstellen

5.000 € = 0,10 €
50.000 kWh
b) Umlage für Strom für die Materialstelle:
0,10 € x 12.000 kWh  = 1.200 €




letzte Änderung Günther Wittwer / Redaktion CP am 11.08.2024

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