Statische Liquiditätsgrade

Günther Wittwer
Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachzukommen. Zu den liquiden Mitteln zählen
  • Kassenbestand, 
  • Bankguthaben, 
  • Schecks, 
  • Wechsel und Forderungen 
  • sowie leicht veräußerbare oder beleihbare Vermögensgegenstände. 

Die Sicherung der Liquidität ist die Aufgabe der betrieblichen Finanzierung, die sowohl Zahlungsengpässe als auch einen Überschuss an Liquiditätsreserven vermeiden soll.
Die Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, berechtigte Zahlungsanforderungen termin und betragsgenau erfüllen zu können.

1. Liquiditätsgrade

Die Liquiditätsgrade sind Deckungsverhältnisse (Quotient), die eine Beziehung zwischen den an einem Stichtag im Unternehmen vorhandenen liquiden Mittel bestimmter Fristigkeit und den zum gleichen Zeitpunkt vorhandenen Verbindlichkeiten bestimmter Fälligkeit im Kennzahlenspiegel darstellen. Die Liquiditätsgrade werden als statisch bezeichnet, weil sie Gegebenheiten in einem Zeitpunkt beschreiben.


Hinweis:

Die Ergebnisse der einzelnen Liquiditätsgarde sind zu einer richtigen Beurteilung der längerfristigen Liquiditätslage oder des Insolvenzrisikos weniger geeignet.

2. Verschiedene Liquiditätsgrade

In der Regel werden drei verschiedene Liquiditätsgrade unterschieden:

1. Grades

Die Liquidität 1. Grades (auch Barliquidität), die sich aus der Division der Summe aus Kassenbestand, Guthaben bei Banken, Schecks durch das kurzfristige Fremdkapital ergibt.

Liquide Mittel ×
100
kurzfristiges Fremdkapital

2. Grades

Die Liquidität 2. Grades, bei der die Summe des Kassenbestand, Bankguthaben, Schecks sowie kurzfristigen Forderungen, Sonstige Vermögensgegenstände und aktive Rechnungsabgrenzungsposten durch das kurzfristige Fremdkapital geteilt werden. Ist der Kennzahlenwert größer als 100, kann die Liquidität als ausreichend angesehen werden, dagegen kleiner als 100 ist die Liquidität als knapp zu interpretieren.

Finanzumlaufvermögen* ×
100
kurzfristiges Fremdkapital

* Finanzumlaufvermögen = Liquide Mittel + Forderungen

3. Grades

Die Liquidität 3. Grades als Division des gesamten Umlaufvermögens durch das kurz– / mittelfristige Fremdkapital. Ist der Kennzahlenwert größer als 150 %, kann die Mobilität als ausreichend anerkannt werden, ist sie kleiner als 150 %, dann ist die Mobilität knapp.

Umlaufvermögen ×
100
kurzfristiges Fremdkapital

Hinweis:

Dem Controller ist bekannt, dass die Liquiditätskennzahlen zeitnah erstellt werden sollten. Die Daten aus den letzten Bilanzen sind vielfach veraltet und nur unter großem Vorbehalt für eine aktuelle Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu betrachten.




letzte Änderung W.V.R. am 09.01.2025
Autor:  Günther Wittwer
Bild:  panthermedia.net / Falko Matte

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