Liquiditätsplan erstellen

Der Aufbau einer Liquiditätsplanung kurz und verständlich erklärt

Sarah Depold
Das Ziel einer Liquiditätsplanung ist die Ermittlung des voraussichtlichen Liquiditätsbestandes. Der Liquiditätsplan wird dabei als Controlling-Instrument zur rechtzeitigen Risikoeinschätzung verstanden. Bei der Erstellung des Liquiditätsplans werden alle Zahlungsflüsse der betreffenden Planungsperiode aufgezeichnet, sodass die Zahlungsfähigkeit stets im Vordergrund steht und Risiken entgegengewirkt werden kann.

Liquiditätsplan – Aufbau

Zuerst ist es nötig, den Anfangsbestand an liquiden Mittel zu ermitteln. Dafür werden zunächst die Bank- und Kassenbestände aufgestellt. Der nächste Schritt erfordert die Auflistung der Einnahmen und Ausgaben einer Periode. Zusammen bilden diese den Endbestand der liquiden Mittel.


Je nach Situation des Unternehmens kann eine Periode u. a. einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr umfassen. So würde bspw. ein Handelsunternehmen mit hohen Tagesumsätzen eher eine tägliche oder wöchentliche Liquiditätsplanung erstellen. Hingegen werden Freiberufler und kleine Einzelunternehmen die Planung wahrscheinlich monatlich durchführen.

Im Gegensatz zur GuV werden hier nur zahlungswirksame Geldflüsse aufgezeichnet. Abschreibungen und Rückstellungen werden nicht einbezogen. Demgegenüber werden Kredite sowie Anlagenkäufe in der GuV nicht berücksichtigt.

Schematischer Aufbau

Anfangsbestand liquide Mittel (Bank, Kasse)
+ Einzahlungen einer Periode
= verfügbare Mittel
Auszahlungen einer Periode
= Endbestand liquide Mittel

Welche Positionen werden zum Erstellen eines Liquiditätsplans benötigt?

Einzahlungen Auszahlungen
  • Bar- und Kassenbestand
  • Voraussichtliche Zahlungseingänge
  • Sonstige Einzahlungen
    • Zinseinzahlungen
    • Anlagenabgänge
    • Kreditaufnahmen
    • Erstattungen z. B. Steuern
    • Privateinlagen
      (nur Einzelunternehmer)
  • Wareneinkauf
  • Personalkosten, Sonderzahlungen, Sozialversicherungsbeiträge
  • Dauerfristverträge (z. B. Zeitschriften-Abo)
  • Sonstige betriebliche Auszahlungen wie z. B.
    • Kredittilgung
    • Miete
    • Leasing
    • Kfz
    • Anlagenkäufe
    • Werbung
    • Telekommunikation
    • Vorsteuer
    • Beratung
    • Reisekosten
    • Instandsetzung
    • Weiterbildung
    • Privatentnahmen
      (nur Einzelunternehmer)


Detaillierter Liquiditätsplan

Der folgende Bildausschnitt zeigt eine Übersicht des Excel-Tools Liquiditätsplanung XL. Dieses ist insbesondere für kleine Einzelunternehmen oder Freiberufler gedacht, da neben der betrieblichen Kalkulation auch die Planung der privaten Ausgaben enthalten ist.

Im Folgenden ist die Zusammenfassung einer Liquiditätsplanung zu sehen. Die Detailplanung (wie z. B. die Planung für Material, Mitarbeiter sowie sonstige betriebliche Auszahlungen) kann auf separaten Tabellenblättern durchgeführt werden.

Liquiditätsplan erstellen
Zur Detailansicht klicken Sie bitte auf das Bild.

Excel-Vorlagen zum leichten Erstellen einer Liquiditätsplanung finden Sie hier >>




letzte Änderung S.D. am 22.07.2022
Autor:  Sarah Depold

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06.02.2019 11:27:37 - Foxstock

Hi :)

kurze Frage: also werden Steuern nicht einberechnet (bzw. nur die Vorsteuer)?

Also wird die Gewinnsteuer nicht berücksichtigt?

Gruß

Fabian
[ Zitieren | Name ]

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