StepStone Gehaltsreport 2026: Bruttomediangehalt bei 53.900 Euro

2026 wird ein Schlüsseljahr für Gehaltstransparenz in Deutschland. Mit dem erwarteten Gesetzesentwurf zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie steigen die Anforderungen an nachvollziehbare und faire Gehaltsstrukturen deutlich. Gleichzeitig können viele Beschäftigte ihren Marktwert nur schwer einschätzen und zahlreiche Unternehmen sind noch nicht ausreichend auf die neuen Vorgaben vorbereitet. Das zeigt der aktuelle Gehaltsreport 2026 von Stepstone. Die Erhebung basiert auf über 1,3 Millionen Datensätzen und gehört damit zu den umfangreichsten Auswertungen ihrer Art in Deutschland. Sie ist repräsentativ für die Erwerbsbevölkerung auf Bundes- und Landesebene nach den Kriterien Alter, Geschlecht, Hochschulabschluss und Wirtschaftssektor.

"Die neue EU-Richtlinie macht mehr Transparenz zur Pflicht", sagt Sven Maaßen, Senior Manager Compensation bei Stepstone. "Beschäftigte brauchen Orientierung, Unternehmen belastbare Daten. Mit unserer Analyse schaffen wir eine Grundlage, um Gehälter künftig klarer und fairer zu gestalten."

Was ist das Mediangehalt? Und was unterscheidet es vom Durchschnittsgehalt?

Der Durchschnitt wird berechnet, indem alle Werte summiert und danach durch die Anzahl der Datensätze geteilt wird. Der Durchschnittswert kann durch extrem hohe oder niedrige Werte verzerrt werden. Zur besseren Einordnung des Durchschnittswertes hilft deshalb ein Vergleich mit dem Median. Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte aller Werte liegt. Das heißt, es gibt exakt gleich viele Gehälter, die niedriger und die höher sind als das Mediangehalt.


Deutschland im Überblick: Was Beschäftigte aktuell verdienen und wie zufrieden sie damit sind

Bundesweit liegt das Bruttomediangehalt in Deutschland bei 53.900 Euro. Regional zeigen sich dabei deutliche Unterschiede. Viele west- und süddeutsche Bundesländer liegen über dem Bundesmedian, während ostdeutsche Länder tendenziell niedrigere Medianwerte aufweisen. In den westdeutschen Bundesländern liegt das Bruttomediangehalt bei 56.250 Euro, in den ostdeutschen Bundesländern (ohne Berlin) bei 48.750 Euro.

Auch in Deutschlands Großstädten zeigt sich dieses Gefälle: In München liegt das Bruttomediangehalt bei 64.750 Euro, in Frankfurt am Main bei 64.000 Euro und in Hamburg bei 60.000 Euro. In ostdeutschen Städten fallen die Medianwerte niedriger aus, etwa in Dresden mit 51.000 Euro, Leipzig mit 51.250 Euro oder Chemnitz mit 48.500 Euro.

Trotz dieser strukturellen Unterschiede steigt die Gehaltszufriedenheit seit drei Jahren kontinuierlich: 36 % der Beschäftigten zeigen sich 2025 zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Einkommen (nach 34 % im Jahr 2024 und 32 % im Jahr 2023).

Branchen und Unternehmensgrößen: Wie unterschiedlich Einkommen ausfallen

Die Gehälter unterscheiden sich deutlich nach Branche. Zu den Bereichen mit den höchsten Medianwerten gehören:
  • Banken: 70.250 Euro
  • Luft- und Raumfahrt: 68.000 Euro
  • Versicherungen: 66.500 Euro
  • Pharmaindustrie: 66.250 Euro
  • Wissenschaft und Forschung: 66.250 Euro

  Im unteren Bereich der Gehaltsspanne bewegen sich unter anderem:
  • Hotel, Gastronomie und Catering: 45.500 Euro
  • Land-, Forst- und Fischwirtschaft, Gartenbau: 47.250 Euro
  • Freizeit, Touristik, Kultur und Sport: 49.750 Euro
  • Handwerk: 49.750 Euro
  • Transport und Logistik: 50.000 Euro

Auch die Unternehmensgröße wirkt sich auf das Gehalt aus. Beschäftigte in kleineren Betrieben bis 50 Mitarbeitenden erzielen ein Bruttomediangehalt von 48.800 Euro, während es in Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten bei 63.000 Euro liegt. Dazwischen bewegen sich mittelständische Unternehmen mit Medianwerten von 54.100 Euro (51 bis 500 Beschäftigte) und 59.750 Euro (bis zu 5.000 Beschäftigte).

Gender Pay Gap: Wie sich Einkommen zwischen Männern und Frauen unterscheiden

Laut Stepstone-Datensatz liegt der unbereinigte Gender Pay Gap bei 9,7 Prozent. Frauen erzielen ein Bruttomediangehalt von 50.500 Euro, Männer von 55.900 Euro. Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht die Einkommen aller Frauen und Männer miteinander, unabhängig davon, in welchen Branchen, Tätigkeiten oder Positionen sie tätig sind. Werden diese strukturellen Unterschiede berücksichtigt, ergibt sich ein bereinigter Gender Pay Gap von 4,8 Prozent. Dieser Wert verdeutlicht die Gehaltsdifferenz zwischen Mann und Frau trotz vergleichbarer Rollen, mit ähnlichen Qualifikationen und Rahmenbedingungen.

Was das Gehalt prägt: Qualifikation, Erfahrung, Verantwortung

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt am stärksten und was trägt dazu bei, ein höheres Einkommen zu erzielen? Der StepStone Gehaltsreport zeigt, dass vor allem das Bildungsniveau, die Berufserfahrung und Personalverantwortung entscheidende Rollen spielen.
  • Bildung: Beschäftigte mit Hochschulabschluss erzielen ein Mediangehalt von 68.250 Euro; Personen ohne akademischen Abschluss liegen bei 51.200 Euro.
  • Berufserfahrung: Berufseinsteiger mit unter einem Jahr Erfahrung liegen bei 46.250 Euro, während Beschäftigte mit mehr als sechs Jahren Erfahrung 55.500 Euro erzielen, mit mehr als 25 Jahren sogar 60.000 Euro im Median.
  • Personalverantwortung: Führungskräfte erreichen ein Mediangehalt von 62.000 Euro, ohne Personalverantwortung liegt der Median bei 51.300 Euro.

Über den Stepstone Gehaltsreport 2026

Der Stepstone Gehaltsreport 2026 basiert auf einer der größten Gehaltsdatenbanken in Deutschland mit Gehaltsangaben nach Ort und Region, Berufsgruppe, Branche, Berufserfahrung und vielem mehr. Der Gehaltsreport 2026 ist repräsentativ für die Erwerbsbevölkerung auf Bundes- und Landesebene nach den Kriterien Alter, Geschlecht, Hochschulabschluss und Wirtschaftssektor. Die Gehaltsangaben sind nicht direkt mit denen aus den Vorjahren vergleichbar. Dies resultiert aus Veränderungen in der Auswertungsmethodik und der Zusammensetzung der Stichprobe.

Um Einstellungen und Erfahrungen rund um das Thema Gehalt zu erfassen, hat Stepstone im Zeitraum vom 14. bis 18.11.2025 insgesamt 297 Recruiter und 3.070 Beschäftigte in Deutschland befragt. Im Mittelpunkt standen Fragen zu Gehaltszufriedenheit, Transparenz, wahrgenommenen Gehaltsstrukturen sowie zur Vorbereitung von Unternehmen auf die kommende EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Die Stichprobe wurde nach dem Mikrozensus gewichtet und ist repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung nach Alter, Geschlecht und Bildung.

Der Stepstone Gehaltsreport 2026 kann hier heruntergeladen werden. Informationen und Einordnungen für Arbeitnehmer und Bewerber sind hier zu finden.

Erstellt von (Name) S.P. am 08.01.2026
Geändert: 09.01.2026 08:58:56
Autor:  S. P.
Quelle:  The Stepstone Group Deutschland GmbH
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Wolfgang Zwanzger
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