
Seit Jahren hat sich das Home-Office als Arbeitsplatz für Arbeitnehmer etabliert. Doch gerade der fehlende Austausch mit den Kollegen und mangelnde Sichtbarkeit können dazu führen, dass trotz guter Leistungen
Karrieren ins Stocken geraten.
Unternehmen fragen ihre Angestellten immer öfter, ob sie zurück ins Büro kommen können. Jedoch hat nicht jeder Arbeitnehmer die Möglichkeit, zurück ins Büro zu wechseln. "Besonders diejenigen, die eine Anstellung bei einem Unternehmen angenommen haben, dessen Standort hunderte Kilometer entfernt ist, müssten ihren
Lebensmittelpunkt verlagern", erklärt Martin Schröder, Head of Delivery Center bei Robert Half, die Situation.
Beschäftigte, die ihren Job remote bei einem Unternehmen begonnen haben, müssen laut dem Experten auf digitalen Wegen versuchen, Sichtbarkeit und Relevanz für ihre Tätigkeit herzustellen. "Wer Fähigkeiten besitzt, die bei Unternehmen besonders gefragt sind, wird weiterhin einen hohen Stellenwert besitzen. Das beinhaltet beispielsweise
Fähigkeiten in künstlicher Intelligenz, die sich immer stärker herausbilden, aber auch das Mitwirken an Projekten, die in der Unternehmensführung hoch priorisiert werden", erläutert Schröder.
Wer seinem Team und seinen Vorgesetzten helfe, erfolgreich zu sein, werde auch entsprechend bei Personalplanungen anders wahrgenommen, so Schröder weiter. "Wer sich und sein Können entsprechend entwickelt, stärkt seine
Verhandlungsposition, erhöht seine Chancen auf eine Beförderung und sichert seinen Job besser ab", betont der Experte.
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Relevanz ist gut, Sichtbarkeit ist besser
Wer einen guten Job macht, muss laut Schröder gerade im Home-Office mitunter dafür sorgen, dass diese Arbeit auch gesehen wird. "Auch im Home-Office sollten Beschäftigte aktiv
Netzwerke ausbauen und vor allem pflegen", sagt Martin Schröder. Je mehr Kollegen diese Arbeit sehen, davon profitieren und sie verstehen, desto mehr steigt laut Schröder die Relevanz. "Das geht nur durch Sichtbarkeit."
Hinzu kommt, dass Kollegen im Home-Office bewusst Strukturen schaffen sollten, die ihre Sichtbarkeitsbemühungen unterstreichen. "Die E-Mail, das Telefon und Videokonferenzen sind die Kanäle zu den Kollegen. Es hilft, wenn Arbeitnehmer diese
Werkzeuge aktiv nutzen, um über Projektstatus, Erfolge oder neue Ideen zu informieren", fährt Schröder fort. Auch bieten sich virtuelle Kaffeetreffen oder Mittagspausen an, um im Austausch zu bleiben. Das Fachliche ist Schröder zufolge dabei nur ein Aspekt: "Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens in Arbeitskontexten. Menschen arbeiten daher lieber mit Kollegen zusammen, die sie auch persönlich mögen", sagt Schröder.
Der Experte zieht einen Vergleich: "Stellen Sie sich vor, Sie stecken mehrere Stunden an einem Flughafen fest und kommen dann mit anderen Menschen ins Gespräch. Dann geht es schnell um Hobbys, Familie, Reisepläne und gemeinsame Interessen. Das ist ein guter Gradmesser dafür, ob man gut mit dem jeweils anderen kann."
"Die eigene Sichtbarkeit sollte ferner nicht nur ins Unternehmen wirken, sondern bei Gelegenheit auch nach außen strahlen. Wer zu
Branchentreffen eingeladen wird oder an
Konferenzen teilnimmt, kann auch hier Netzwerke aufbauen und so das eigene Standing als Arbeitnehmer, mitunter auch in der eigenen Region, weiter stärken", unterstreicht Schröder.
Persönliche Treffen wahrnehmen
Wer im Home-Office arbeitet, sollte auf jeden Fall regelmäßig persönliche Treffen einplanen. "Treffen vor Ort wirken oft anders als virtuelle Kommunikation. Wer sein Team regelmäßig sieht, stärkt die Beziehung zu seinem Team und Mitarbeitern im ganzen Unternehmen", erklärt Schröder. Wer bei Dienstreisen mehrere Kollegen aus anderen Abteilungen innerhalb des Unternehmens vor Ort trifft, handelt laut Schröder strategisch klug.
"Sichtbarkeit und Relevanz können nicht nur Karrieren beflügeln, sie sind vor allem Präventivmaßnahmen, um den eigenen Wert für das Unternehmen herauszustellen. Sollten Arbeitnehmer nicht mehr zu Meetings eingeladen werden, Vorgesetzte nicht mehr nach Updates fragen oder Ressourcen aus dem Verantwortungsbereich abgezogen werden, deutet das darauf hin, dass die Bedeutung der eigenen Arbeit eher abnimmt", sagt der Experte.
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Erstellt von (Name) S.P. am 09.04.2026
Geändert: 09.04.2026 12:34:48
Autor:
S. P.
Quelle:
Robert Half Deutschland
Bild:
Bildagentur PantherMedia / Andrey Popov
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