Working Capital

Beschreibung :  

Das Working Capital ergibt sich aus der Differenz von Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Das Ergebnis sollte möglichst positiv sein, was bedeutet dass ein Teil des Umlaufvermögens mit langfristig zur Verfügung stehendem Kapital finanziert wird. Ist das Ergebnis dagegen negativ, bedeutet dies, dass das Umlaufvermögen nicht ausreichend ist, um die gesamten kurzfristigen Verbindlichkeiten zu decken. Ein Teil des Anlagevermögens ist damit kurzfristig finanziert. Dies verstößt gegen die goldene Bilanzregel. Das Unternehmen kann somit zukünftig schnell in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Vereinfacht kann gesagt werden, je höher das Working Capital ist, desto gesicherter ist die Liquidität und damit auch die Beweglichkeit des Unternehmens. 

Es muss jedoch beachtet werden, dass ein zu hohes Working Capital auf eine zu hohe und evtl. die Eigenkapitalrentabilität negativ beeinflussende Bindung von kurzfristigen Vermögen im Unternehmen deuten kann. Die Kennzahl bietet hier eine ähnliche Aussagekraft wie die Liquidität 3. Grades.

Im Rahmen des Working Capital Managements können aus dieser Kennzahl in Verbindung mit weiteren Kennzahlen und Analysen Optimierungspotentiale in der Lagerhaltung oder dem Forderungsmanagement ermittelt sowie Schwachstellen im Verbindlichkeitenmanagement festgestellt werden.

Eine sichere Aussage zur Liquiditätsentwicklung eines Unternehmens kann mit dieser Kennzahl, wie auch mit allen anderen Liquiditätskennzahlen, nicht getroffen werden, da hierfür auch noch nicht bilanzierte zukünftige Zahlungsströme, ausschlaggebend sind.

 

Berechnung :  
Working Capital = Umlaufvermögen - kurzfristige Verbindlichkeiten  

Anmerkungen :
 


kurzfristige Verbindlichkeiten = Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr + Steuerrückstellungen + sonstige Rückstellungen + passiver Rechnungsabgrenzungsposten

 

Zielwert :   

> 0.00 EUR

Beispiel :   
Working Capital = 214,6 mio EUR - 127 mio EUR =87,6 mio EUR  
 
 

Die Beispielwerte stammen aus dem Jahresabschluss 2003 der Lenzing AG.  Dieser ist Auszugsweise hier hinterlegt. >>

Das Umlaufvermögen entspricht den aktiven Bilanzpositionen B.I.-IV. Das kurzfristige Fremdkapital setzt sich aus den kurzfristigen Verbindlichkeiten gemäß Verbindlichkeitenspiegel mit Laufzeit bis zu einem Jahr (Anhang), den Steuerrückstellungen, sonstige Rückstellungen und passive Rechnungsabgrenzungsposten zusammen und wurde in die Gruppe sonstige Angaben eingeordnet.

Diese und andere Kennzahlen können Sie mithilfe von Excel-Tools/ Vorlagen leicht berechnen. Einige werden hier näher vorgestellt >>
 
 
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letzte Änderung Alexander Wildt am 05.09.2014
Erstellt: 20.08.2009 15:09:01
Geändert: 05.09.2014 11:23:36

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