Liquidität 2. Grades

Alexander Wildt

  Beschreibung:
 

Bei der Liquidität 2. Grades werden die flüssigen Mittel um die kurzfristigen Forderungen ergänzt und mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten ins Verhältnis gesetzt. Die Liquidität 2. Grades gibt an, inwieweit die Forderungen und flüssigen Mittel die kurzfristigen Verbindlichkeiten decken. Sie sollte zwischen 100% und 120% betragen. Liegt sie unter 100%, könnte dies ein Hinweis auf einen zu hohen Lagerbestand, aufgrund mangelnden Absatzes, sein. Die Zahlungsfähigkeit könnte gefährdet sein. Siehe auch Liquidität 3. Grades.

 
Berechnung:  
Liquidität 2. Grades=    flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen  
 
 
bruch * 100  
 
 
          kurzfristige Verbindlichkeiten  

Anmerkungen:
 

Flüssige Mittel = Schecks, Bank- und Kassenbestand 

Kurzfristige Forderungen = Forderungen mit einer Restlaufzeit <1 Jahr 

Kurzfristige Verbindlichkeiten = Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr + Steuerrückstellungen + sonstige Rückstellungen

Eine sichere Aussage zur Liquiditätsentwicklung eines Unternehmens kann mit dieser Kennzahl, wie auch mit allen anderen Liquiditätskennzahlen, nicht getroffen werden, da hierfür auch noch nicht bilanzierte zukünftige Zahlungsströme, ausschlaggebend sind.

Zielwert:   
100% - 120% 


Beispiel:   
Liquidität 2.Grades =  177 mio EUR = 139,37%  
 
 
bruch * 100  
 
 
 127 mio EUR  
 
 

Diese Beispielwerte stammen aus dem Jahresabschluss 2003 der Lenzing AG. Dieser ist auszugsweise hier hinterlegt >> 

Flüssige Mittel entsprechen der aktiven Bilanzposition B.IV. "Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten". Die kurzfristigen Forderungen sind dem Jahresabschluss (Anhang, Forderungenspiegel) entnommen und wurden in die Gruppe sonstige Angaben eingeordnet. Das kurzfristige Fremdkapital setzt sich aus den kurzfristigen Verbindlichkeiten gemäß Verbindlichkeitenspiegel (Anhang), den Steuerrückstellungen, sonstige Rückstellungen und passive Rechnungsabgrenzungsposten zusammen und wurde in die Gruppe sonstige Angaben eingeordnet.

Diese und andere Kennzahlen können Sie mithilfe von Excel-Tools/ Vorlagen leicht berechnen. Einige werden hier näher vorgestellt >>
 

Mehr zu den Liquiditätsgraden 1 bis 3 erfahren Sie in diesem ausführlichen Beitrag >>

 
Zurück zur Bilanz-Kennzahlen-Übersicht >>




letzte Änderung Alexander Wildt am 09.01.2025

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15.12.2010 12:15:41 - Gast

Sehr geehrtes Controlling-Team,

aufgrund Ihrer hervorragenden Darstellung bezüglich aller Kennzahlen, spreche Ihnen als Schüler der 13. Klasse des Fachgymnasiums Wirtschaft, meinen herzlichen Dank aus.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Gerken
[ Zitieren | Name ]

22.01.2011 14:37:00 - Gast

sehr gute arbeit - wikipedia könnte sich was abschneiden
[ Zitieren | Name ]

15.02.2012 19:15:38 - Gast

Im Falle das der Gewinn ausgeschüttet wird, wird er dann den kurzfristigen Verbindlichkeiten zugerechnet im Teiler der Formel für die Liquidität 2. Grades?

Ich Bereite mich gerade auf die TBW Abschlußprüfung von und ne alte Prüfungslösung sagt, nein. Ich sag allerdings ja, da es ja eine Auszahlung an die Gesellschafter ist.

Was ist richtig?

Danke schon mal im vorraus
[ Zitieren | Name ]

16.02.2012 11:13:52 - Neele

Hallo,

das ist eine sehr interessante Frage!

Ich würde vorschlagen, dass Sie diese im Controlling-Portal.de-Forum stellen.
Dieses ist in der Navigationsleite im oberen Bereich zu finden.

Dort können sich noch andere Fachkundige zu diesem Thema äußern.  :D

Mit freundlichen Grüßen

Neele
Moderatorin im Controlling-Portal.de-Forum
[ Zitieren | Name ]

26.11.2014 10:20:21 - Gast

Die Formel zur Berechnung der Liquidität 2. Grades ist fehlerhaft angegeben. Die Formel am Ende besagt dass der Quotient der Verfügbaren Mittel und der Verbindlichkeiten mit 100% multipliziert werden soll was mathematisch gesehen *1 bedeuten würde. Tatsächlich muss hier aber mit der Zahl 100 multipliziert werden.
[ Zitieren | Name ]

27.11.2014 12:56:02 - wvr

Lieber Leser,

vielen Dank für den Hinweis. Die Zahl 100 haben wir seinerzeit mit dem Prozentzeichen versehen, um zu verdeutlichen, dass es sich beim Ergebnis um einen Prozentsatz handeln muss, was methematisch nicht korrekt ist. Wir haben das soeben korrigiert.

Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht
Die Redaktion
[ Zitieren | Name ]

02.02.2018 12:58:52 - Nicole

Hallo! Ist das möglich, dass die Liquidität 2. Grades über 2000% beträgt? Und wann rechnet man den Gewinnvortrag dazu?
[ Zitieren | Name ]

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