Statische Investitionsrechnung: Mögliche Verbesserungen

Prof. Dr. Peter Hoberg
 

Die statische Investitionsrechnung wird noch in vielen Unternehmen eingesetzt. Daher sind die üblichen Verfahren in vorhergehenden Beiträgen dargestellt und kritisiert worden:


Wie ausgeführt darf die statische Amortisationsrechnung – wenn überhaupt – nur als zusätzliches Sicherheitskriterium eingesetzt werden. Auch in der Renditevergleichsrechnung überwiegen die Probleme in einem Maße, dass von ihrem Einsatz abgeraten werden muss.

Etwas anders sieht es bei der Kosten- und Gewinnvergleichsrechnung aus. Ein Teil der Probleme kann relativ einfach behoben werden, was in diesem Beitrag vorgeschlagen wird. Dies ist allerdings nur sinnvoll, wenn die dynamischen Verfahren nicht eingesetzt werden sollen.

Grundlagen

Kritikpunkte

In den oben genannten Beiträgen wurden die Probleme der statischen Kalkulationen herausgearbeitet, so dass einige von ihnen an dieser Stelle nur kurz aufgeführt werden:
  1. Es handelt sich um eine einperiodige Kalkulation. Diese eine Periode sollte dann die durchschnittliche bzw. repräsentative sein, um die Daten genau erfassen zu können. Dies ist jedoch nicht ohne aufwändige dynamische Methoden möglich.
  2. In dieser einen Periode geht die statische Rechnung implizit davon aus, dass die Nettoumsätze und Kosten zur Periodenmitte anfallen. Dies kann insb. für den Restwert nicht stimmen (vgl. näher Hoberg (2004), S. 271 ff.).
  3. Zahlungsziele sind nicht abgebildet. Die statische Rechnung nimmt implizit an, dass alle Kosten und Leistungen verzinslich auf die Periodenmitte bezogen sind, was nur selten der Fall ist.
  4. Die Verzinsung des Restwertes ist in der statischen Formel falsch. Dadurch kann es zu Paradoxa kommen, so dass eine Verbesserung von Handlungsmöglichkeiten zu höheren statt niedrigen Kosten führt.

Einige dieser Probleme werden im Weiteren behoben. Dies ist auch notwendig, weil ansonsten bessere Handlungsmöglichkeiten teilweise schlechter dargestellt werden als schlechtere.

Berücksichtige Größen

Die Verfahren der Kosten- und Gewinnvergleichsrechnung beruhen auf der Verknüpfung von 4 Größen:

Der statische Gewinn ergibt sich als Differenz der Nettoumsätze UN abzüglich der bereits in der Kostenvergleichsrechnung diskutierten 3 Kostenarten. Damit erhält man die folgende einfache Formel für den Durchschnittsgewinn G (vgl. Wöhe, S. 475 ff.):

G = UN – K = UN – Klfd – WV – KKK
in €/DP

G
UN
K
Klfd
KKK
Gewinn gemäß der statischen Investitionsrechnung in €/DP
Nettoumsatz in €/DP
Gesamtkosten in €/DP
Laufende Periodenkosten €/DP WV Wertverzehr €/DP
Kalkulatorische Kapitalkosten €/DP

Die 3 Kostenpositionen stimmen mit denen der Kostenvergleichsrechnung überein, so dass sie praktischerweise direkt in die Gewinnvergleichsrechnung übernommen werden können. Als Kriterium für die Vorteilhaftigkeit gilt, dass die Handlungsmöglichkeit einen positiven Gewinn aufweisen muss. Denn dann sind alle Kosten (inklusive der gesamten Kapitalkosten auf die Anschaffungsauszahlung) abgedeckt und die Handlungsmöglichkeit bringt bessere Ergebnisse als die Unterlassensalternative (Nullalternative).

Wie im Grundlagenbeitrag ausgeführt, geht auch die statische Gewinnvergleichsrechnung implizit davon aus, dass alle berücksichtigen Größen – also neben den laufenden Kosten nun auch die Umsätze – zur Periodenmitte anfallen. Sie haben somit ebenfalls die Einheit (Dimension) € in der Mitte der Durchschnittsperiode oder kurz €/DP.

Letzte Änderung W.V.R am 03.06.2025

Autor(en): Prof. Dr. Peter Hoberg
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