Controllers Trickkiste: Verwirrung beim RoI vermeiden

Prof. Dr. Peter Hoberg
 

Der erfahrene Controller wird aufmerken, wenn er die mehrdeutige Abkürzung RoI hört. In kaum einer Präsentation zur Vorteilhaftigkeit von Handlungsmöglichkeiten (Investitionen, Optionen, Projekte usw.) fehlt der Hinweis, dass der RoI berechnet wurde. Diese Aussage ist sehr gefährlich, weil damit nicht klar wird, was genau berechnet wurde/wird. Es gibt nämlich mindestens 2 Versionen des RoI, die sich wesentlich unterscheiden:

  1. Meistens versteht man unter RoI den Return on Investment. Dieses Kriterium beinhaltet eine Rendite, genauer gesagt eine Kapitalrendite (keine Umsatzrendite). Sie gibt an, mit welchem durchschnittlichen Zinssatz sich ein Anfangskapital verzinst.
  2. Nicht selten wird unter RoI aber auch ein Amortisationskriterium (auch PaybackZeit genannt) verstanden. Dann zeigt dieses Maß, nach welcher Zeit das eingesetzte Kapital zurückfließen wird oder geflossen ist. Das könnte auch als Rückkehr (= Return) des Kapitals bezeichnet werden. Zur Unterscheidung von der Renditegröße sollte dieses Amortisationskriterium als Return of Investment bezeichnet werden.

Ein einziger Buchstabe – on oder of - kann also einen großen Unterschied ausmachen, weil unterschiedliche Investitionskriterien gemeint sein können. Um Verwechslungen zu vermeiden und Klarheit zu schaffen, sollte die mehrdeutige Abkürzung RoI nicht mehr verwendet werden. Wenn es um Kapitalrenditen (Return on Investment) geht, sollte vom RonI gesprochen werden. Ist es der Return of Investment – also das Amortisationskriterium – sollte die Abkürzung RofI verwendet werden.

Letzte Änderung W.V.R am 03.06.2025

Autor(en): Prof. Dr. Peter Hoberg
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