Leistung bzw. Performance
Performance Measurement (
Leistungsmessung) hat derzeit thematisch Hochkonjunktur. Was soll da aber genau gemanagt und gemessen werden? Was kann die Führung tun, um
Leistung im Unternehmen zu
steuern? Bedarf es der Unterstützung durch ein
Leistungscontrolling? (vgl. Siller/Stierle 2013, S. 45).
Der Begriff
Performance wird weder im angloamerikanischen Sprachgebrauch einheitlich verwendet, noch existiert für den in der deutschsprachigen Literatur oft damit gleichgesetzten Terminus Leistung eine eindeutige Definition (vgl. Gleich 2001, S. 34). In der Wissenschaft gibt es nicht "den" Leistungsbegriff oder ein einheitliches Verständnis von Leistung, das für alle Disziplinen gleichermaßen gelten könnte. Heute ist der
Leistungsbegriff je Disziplin (z.B. Soziologie, Physik, Psychologie, Sport, Pädagogik, Betriebswirtschaft) mit unterschiedlichen Inhalten belegt (vgl. Entchelmeier 2008, S. 33; vgl. Kogler 2006, S. XIII). In der Betriebswirtschaftslehre stellt Leistung einen schillernden Begriff dar. Hier sind drei Grundauffassungen zu finden (vgl. Entchelmeier 2008, S. 34; vgl. Siller/Stierle 2013, S. 45):
Tätigkeitsorientiertes Leistungsverständnis
Leistung als Handeln kann beobachtet und gemessen werden. Auch in der Physik ist Leistung als "Arbeit pro Zeiteinheit" definiert.
Ergebnisorientiertes Leistungsverständnis
Leistung wird anhand des Wirkungs- bzw. Zielerreichungsgrads messbar und abbildbar, so u.a. in der Kostenträgererfolgsrechnung oder in der GuV.
Integriertes Leistungsverständnis
Untrennbarkeit des tätigkeits- und des ergebnisorientierten Begriffs, wie es z.B. im Netzplan eindeutig erkennbar ist. Das integrative Leistungsverständnis wird z.B. auch in
Prozessmanagement,
Controlling oder in der Netzplantechnik verwendet.
Hier soll das integrierte
Leistungsverständnis nicht nur verwendet, sondern noch erweitert werden, indem die folgenden Ebenen unterschieden werden (vgl. Karrer 2006, S. 123; vgl. Stierle/Siller 2017, S. 437):
- Input-Ebene: Tätigkeitsorientierte Leistung (Schaffen der Umsetzungsvoraussetzungen)
- Prozess-Ebene: Prozessorientierte Leistung (d.h. das Leisten an sich)
- Output-Ebene: Ergebnisorientierte Leistung
- Potenzial-Ebene: Wertorientierte Leistung (Schaffen der Voraussetzungen für künftige Leistungen; dauerhaft herausragende Leistung wird auch als Expertise bezeichnet)
Letzte Änderung W.V.R am 11.03.2025
Autor(en):
Dr. Helmut Siller