IT-gestützte Visualisierung globaler Wertschöpfungsketten für das Corporate Controlling

Das Projekt wurde bei der Firma Informations Management & Consulting GmbH (IM&C) durchgeführt, die als Beratungsunternehmen in der Informationstechnologiebranche tätig ist. Der Fokus liegt hierbei im SAP Umfeld. Seit dem Jahr 2005 betreibt die IM&C die Group Costing and Profitability Engine (GCP) (vgl. dazu auch Kapitel 2.3). Im Rahmen dieser Softwarekomponente entstand die Aufgabenstellung der  vorliegenden Arbeit. Die GCP ermöglicht weltweit agierenden Unternehmen eine konsolidierte Konzernergebnisrechnung. Hierbei ermittelt sie die globalen Herstellkosten und weist die angefallenen  Zwischengewinne aus. Im Rahmen dieser Rechnungen, wird eine konzernweite Wertschöpfungskette aufgebaut, die bisher lediglich als Datenstruktur abgelegt und zur Berechnung herangezogen wurde. 

Immer mehr Unternehmen sind jetzt jedoch auch an der graphischen Struktur der globalen Wertschöpfungskette interessiert, da hier oftmals Verbesserungspotentiale schneller bzw. einfacher zu erkennen sind. Bisher war die graphische Darstellung von Komponenten der Wertschöpfungskette nicht Bestandteil der GCP, was durch die vorliegende Arbeit ergänzt werden soll. Vorhandene Anwendungen sollen durch eine grafische Struktur ergänzt werden, die individuell vom Anwender eingestellt werden kann. Die graphische Anzeige soll eine leichtere Navigation durch die GCP Ergebnisse ermöglichen und somit die Benutzerfreundlichkeit steigern. Weiterhin soll dieses Projekt als Vorläufer für eine grafisch gesteuerte Simulation von Szenarien innerhalb der GCP dienen. Bislang müssen die Anwender für jede Applikation einen Selektionsbildschirm ausfüllen bzw. Änderungen in der Struktur der Wertschöpfungskette manuell vornehmen. Simulationen sollen später automatisch mit den Werten und der Struktur des Wertschöpfungsgraphen durchgeführt werden können (vgl. dazu auch Kapitel 7.3). 

1.2 Ausgangssituation 

Die GCP liefert ihre Ergebnisse in die entsprechenden Datenbanktabellen eines SAP R/3 bzw. BW Systems. Hier findet sich ebenso die globale Wertschöpfungskette mit allen Knoten und Kanten. Die Aufbereitung von Ergebnissen der GCP beschränkt sich momentan auf zwei Programme. Dies ist einerseits der ALV (Advanced List Viewer) Browser, der es ermöglicht, eine Masse von Daten auszuwerten und zu vergleichen. Auf der anderen Seite kann man mit der GCP-Anzeigefunktion ein kalkuliertes Material bzw. Produkt in einem Baum darstellen und dessen Zugänge bzw. Abgänge auswerten. Der ALV Browser bietet hierbei keine Möglichkeit zur Navigation durch die globale Wertschöpfungskette, da an dieser Stelle ohnehin meist Massendaten über mehrere Produkte bzw. Werke angezeigt werden. Die Anzeigefunktion ermöglicht dagegen eine eingeschränkte Navigation über eine Stufe der Wertschöpfung, da man bei den konzerninternen Zugängen bzw. Abgängen durch Doppelklick in das Partnermaterial navigieren kann. Bestimmte Zusammenhänge und Strukturen sind hierbei jedoch nur schwer zu erkennen, da ein Material u. U. durch viele Bewegungen schnell unübersichtlich wird. An dieser Stelle wird auf das Kapitel 3.2 verwiesen, welches die aktuelle Umgebung der Anwendungen vor dem Einbau des Navigationsfensters vorstellt.
1.3 Zielsetzung

Die Arbeit hat zum Ziel, eine Technik zu finden, die den Anforderungen an eine sinnvolle Visualisierung von Wertschöpfungsketten gewachsen ist und auch die künftig geplanten Erweiterungen unterstützt. Weiterhin soll ein Prototyp erstellt werden, der diese Technik verwendet und die in Kapitel 3 vorgestellten Anforderungen implementiert. Das vorliegende Dokument soll dem Leser veranschaulichen, wie die vorgegebene Aufgabenstellung gelöst wurde. Alle in der Vorlaufzeit definierten Anforderungen sollten hierbei in eine Spezifikation überführt werden, wie sie später auch in vielen anderen Softwareprojekten anzutreffen ist. Neben der Spezifikation sollen das Design und die Realisierung des Prototyps erläutert werden.

1.4 Aufbau der Arbeit

In dieser Arbeit wird die Entwicklung einer Softwarekomponente zur IT-gestützten Visualisierung globaler Wertschöpfungsketten vorgestellt. Die Entwicklung umfasst hierbei die Analyse diverser Anforderungen, die Spezifikation und das Design der Lösung. Im Allgemeinen ist das Dokument ähnlich eines Vorgehensmodells in der Softwareentwicklung aufgebaut. Dies lässt sich an der folgenden Abbildung illustrieren:

Aufbau des Dokuments analaog zum Wasserfallmodell


Die Abbildung zeigt ein Wasserfallmodell mit Rücksprungmöglichkeiten. Hierbei kann man die einzelnen Phasen mit den Kapiteln der vorliegenden Arbeit verbinden. Die Initialisierung beschreibt in diesem Dokument die technischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Die Analyse wird durch die Kapitel Spezifikation und Anforderungen sowie die Auswahl der Technologien abgedeckt. Im weiteren Verlauf entsprechen sich Entwurf mit Design und die Realisierung mit dem gleichnamigen Kapitel in der Arbeit. Auf die Phasen Einführung und Nutzung wird in der Arbeit im Kapitel Zusammenfassung und Resultate bzw. Ausblick eingegangen. Der Leser kann in diesem Dokument die einzelnen Phasen des Softwareprojekts verfolgen. Es folgt nun eine kurze Beschreibung aller Kapitel des Dokuments im Überblick.

Das Dokument beginnt mit den notwendigen Grundlagen in Kapitel 2. Hierbei werden einerseits die verwendeten Techniken vorgestellt und andererseits Einblicke in die betriebswirtschaftlichen Bereiche gegeben. Den Schwerpunkt im Grundlagenkapitel bildet das GCP, in dessen Rahmen das gesamte Projekt durchgeführt wurde.

Im Kapitel 3 der Arbeit wird auf die verschiedenen funktionalen und nicht funktionalen Anforderungen eingegangen, die zusammen mit der Definition von Benutzerschnittstellen und Anwendungsfällen in eine Spezifikation überführt werden. Der Detailgrad der Spezifikation nimmt hierbei von oben nach unten zu. Es werden zunächst die allgemeinen Anforderungen definiert und diese später in einem Detailkapitel näher erläutert.

Das nächste Kapitel (Kapitel 4) beschäftigt sich mit der Auswahl von Technologien, um die Visualisierungskomponente den Anforderungen entsprechend zu realisieren. Hierbei werden zunächst alle Alternativen kurz vorgestellt. Im Anschluss daran wird die ausgewählte Technologie näher erläutert. Nach der Festlegung auf eine Technologie, wird im darauf folgenden Kapitel 5 das Design der Software beschrieben. Auch in diesem Abschnitt liest man vom Allgemeinen ins Spezielle. Zunächst werden die Komponenten des Programms vorgestellt und die Klassen allgemein beschrieben. Im weiteren Verlauf erfolgen die Beschreibung der einzelnen Methoden und der Interaktion im Klassenmodell. Das Designkapitel vervollständigt sich mit der Vorstellung der Programmschnittstellen. Neben dem finalen Design finden sich in diesem Abschnitt auch einige Alternativen, wie die Programmkomponenten aufgebaut werden könnten. Darunter fallen auch die zugehörigen Laufzeitanalysen.

Das Kapitel Realisierung (Kapitel 6) beschreibt die einzelnen Phasen in der Entwicklung der Visualisierungskomponente. Hierbei wird insbesondere auf die Einteilung der Arbeitspakete und auf die Besonderheiten bzw. Probleme während der Realisierung eingegangen. Den Abschluss der vorliegenden Arbeit bildet ein Resümee. Hier wird die gesamte Vorgehensweise des Projekts kritisch betrachtet und zusammengefasst. Weiterhin erfolgt eine Präsentation der erzielten Ergebnisse im Bezug zu den Anforderungen aus dem dritten Kapitel. Das Dokument schließt an dieser Stelle mit einem Ausblick ab, welches Potential dieses Projekt für künftige weitere Entwicklungen hat. [...]



Quelle:
1) http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/Wasserfallmodell.svg, zugegriffen am 12.11.2007



Download des vollständigen Beitrages: Bachelorarbeit: IT-gestützte Visualisierung globaler Wertschöpfungsketten für das Corporate Controlling

letzte Änderung S.D. am 25.07.2018
Autor(en):  Christian Völker

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