Bericht aus der Praxis: Fortgeführte Nullalternative bei Investitionen

Dr. Peter Hoberg
 

Viele BWL-Bücher sind blutleer, weil sie zwar Beispiele enthalten, diese aber sehr konstruiert sind. Deswegen wird in dieser BAP-Reihe (Bericht aus der Praxis) der Ansatz gewählt, tatsächliche Gegebenheiten aus der Praxis darzustellen, zu analysieren und Verbesserungen vorzuschlagen. Die Geschehnisse in der Praxis sind vielleicht nicht ganz so abstrus wie in der Dilbert-Serie von Scott Adams, aber trotzdem muss man sich immer wieder über gravierende Fehlentscheidungen wundern. Diese werden nicht selten durch Interessengegensätze der einzelnen Unternehmensbereiche bzw. der Manager hervorgerufen. Alle Folgen dieser Reihe basieren auf tatsächlichen Gegebenheiten, wobei Zahlen natürlich abgeändert werden.

1. Die Fehlentscheidungen

Ein Unternehmen wollte eine Erweiterungsinvestition (Handlungsmöglichkeit) durchführen, indem es im Ausland ein neues Werk bauen wollte. Nach den Regeln der Investitionskunst sollten dafür die durch die Handlungsmöglichkeit ausgelösten Zahlungen und Zahlungsänderungen ermittelt werden. Besonders wichtig waren in diesem Zusammenhang die zusätzlich verkaufbaren Mengen, weil über deren Deckungsbeiträge zusätzliche Einzahlungsüberschüssen generiert werden sollten. Mit diesen sollte sich die Investition amortisieren.

Hauptgrund für die Erweiterung war die Erkenntnis, dass die bestehenden Produktionen trotz Vollauslastung nicht mehr ausreichten, um die erwartete Nachfrage zu bedienen. Die Kapazität lag zum Zeitpunkt der Entscheidung bei 2000 TME pro Jahr (vgl. Zeile 1). Auf dieser Basis wurde die folgende Auswertung gefahren:

Letzte Änderung W.V.R am 01.06.2025

Autor(en): Dr. Peter Hoberg
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