Bilanzkennzahlen zur Bilanzanalyse (Kennzahlenkatalog)

Umfangreiche Kennzahlen-Übersicht mit Beispielberechnungen und Online-Rechner


1. Grundsätzliches zu Kennzahlen

„Ohne Kennzahlen (Bilanzkennzahlen) gibt es kein Controlling! Gleichgültig, ob man Budgets überwacht, Projekte steuert [...] letztendlich geht es immer um Kennzahlen." (1)  Sie werden i.d.R. mit einfachen Formeln aus Zahlen, die das Unternehmen aus der Buchführung (Erfolgs- und Bilanzkennzahlen) oder aus Statistiken der einzelnen Unternehmensbereiche (Vertrieb, Produktion, Personal, ...) bereits erhält, berechnet. In vielen Fällen werden einfach nur Verhältniskennzahlen ermittelt, so wird z.B. der Umsatz ins Verhältnis zur Anzahl der Kunden gesetzt und erhält den durchschnittlichen Umsatz je Kunde. Im Bereich der GuV und Bilanz kann so z.B. das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital (Eigenkapital + Fremdkapital) gesetzt werden und berechnet so die Eigenkapitalquote.

Mit Hilfe der Kennzahlen kann ein Unternehmen leichter bewertet und z.B. mit Branchenkennzahlen verglichen werden. Liegen diese nicht vor, ist auch interessant die Entwicklung der Kennzahlen zu betrachten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Berechnungsmethode beibehalten wird. Leider gibt es in der Praxis und auch in der Literatur für einige Kennzahlen unterschiedliche Formeln. Welche für das jeweilige Unternehmen die richtige ist, muss individuell entschieden werden.

Die Verwendung von Kennzahlen bringt Vor- und Nachteile mit sich:

a) Vorteile

  • ständige Erfassung von Kennzahlen; somit Erkennung von Abweichungen und Schwachstellen
  • Erstellung kritischer Kennzahlenwerte als Zielgröße für Teilbereiche
  • Vereinfachung von Steuerungsprozessen
  • quantitativ exakte Operationalisierung von Zielen (2)


b) Nachteile

  • Der Anwender kann beliebige Kennzahlen und Interpretationen wählen, die seinen Zielen am besten entsprechen. (3)
  • Wird der unternehmerische Prozess nur nach den Kennzahlen ausgerichtet, droht die Vernachlässigung langfristiger Gewinne zu Gunsten kurzfristiger Gewinne.
  • Kritische Kennzahlenwerte (s.o.) können auch als anstrebsam empfunden werden. (4)
  • Einseitige Sichtweise (Umweltschutz, Mitarbeiterzufriedenheit werden nicht berücksichtigt)


Im folgenden Kennzahlen - Katalog finden Sie eine Sammlung von betriebswirtschaftlichen Kennziffern. Eine nähere Beschreibung erhalten Sie durch Klick auf die gewünschte Kennzahl. Für jede Kennzahl ist zum besseren Verständnis eine Beispielberechnung auf Basis eines realen Geschäftsberichtes eingefügt.

 
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Kennen Sie weitere Kennzahlen? Dann senden Sie uns eine E-Mail mit der Beschreibung. Vielen Dank!


2. Erfolgs- und Bilanzkennzahlen

Eigenkapitalrentabilität
 
Investitionsquote  
Herstellungskostenanteil  
Umsatzrentabilität 
Abschreibungsquote  
Vertriebskostenanteil  
Gesamtkapitalrentabilität 
Abschreibungsintensität
 
Verwaltungskostenanteil  
Return on Investment (ROI)  Anlagenabnutzungsgrad   
Forschungskostenanteil 
Personalintensität  
Anlagenintensität    
Umschlaghäufigkeit der Vorräte 
Cashflow-Eigenkapitalrendite 
Materialintensität    
Vermögensveränderung  
Cashflow-Umsatzrendite  
Anteil so. Aufwand
 
Arbeitsintensität  
Direkte Ermittlung des Cashflow
Cash-Flow-Marge
 
Vorratsintensität  
Indirekte Ermittlung des Cashflow  EBIT-Marge
 
Verschuldungsgrad 
Ordentlicher Brutto-Cashflow 
Steuerquote  
dynam. Verschuldungsgrad 
Finanzwirtschaftlicher Cashflow
EBIT 
 
Umschlaghäufigkeit des Kapitals
Eigenkapitalquote EBITA    

Fremdkapitalquote EBITDA  

Rückstellungsquote
NOPAT  
 

 
3. Liquiditätskennzahlen

Liquidität 1. Grades    
Kreditorenlaufzeit  
Liquidität 2. Grades    
Debitorenlaufzeit  
Liquidität 3. Grades    
Debitorenumschlag  
Working Capital    
Kreditorenumschlag 
Net Working Capital
Anlagendeckung I
Working Capital Ratio    
Anlagendeckung II  
Deckungsgrad I    
Anlagendeckung III  
Deckungsgrad II    
Kreditstruktur  
Deckungsgrad III    
Kundenziel
Lieferantenziel
 
 

 
4. Kennzahlen der Personalwirtschaft

Beschäftigungsgrad    
Personalaufwandsquote  
Abwesenheitsstruktur  
Beschäftigungsstruktur    
Krankenquote    
Krankheitsleistungen  
prozent. Personalabgang    
durchschnittl. Arbeitszeit    
Unfallkoeffizient  
prozent. Personalzugang    
Fehlzeitenquote    
Entlassungskoeffizient  
durchschnittl. Personalaufwand    
Personalintensität    
durchschnittl. Stundenlohn  
Lohnquote   
Leistung des Mitarbeiters    
 

 
5. Kennzahlen von Produktion und Logistik

Lagerdauer    
durchschnittl. Lagerbestand  
Eiserner Bestand  
Produktivität    
Meldebestand    
Anteil von Waren am Lagerbestand  
Lagerumschlagshäufigkeit   
verfügbarer Bestand    
Optimaler Lagerbestand  
Lagerzinskosten    
Lagerverluste    
Lagerreichweite in Tagen 
Lagerumschlagsgeschwindigkeit    
Grad der Fehllieferungen    
Ausschussquote  
Entwicklungskostenanteil   
Wirtschaftlichkeit   
Mechanisierungsgrad  

 
6. Kennzahlen von Marketing und Vertrieb

Warenrohgewinn    
absoluter Marktanteil    
Deckungsbeitrag pro Vertr.-Mitarbeiter
verfügbarer Bestand    
relativer Marktanteil    
Umsatz pro Vertr.- Mitarbeiter
Grad der Fehllieferung    
Marktwachstum    
Umsatz pro Kunde
Wirksamkeit des Angebots    
Umsatzstruktur    
Preisindex
Break Even Point (quantitativ)    
Auftragsreichweite    
durchschnittlicher Rabatt 
Break Even Point (monetär)    
Kundenstruktur  
Rabattstruktur 
Angebotserfolg    
 
 
 

 
7. Kennzahlen des IT - Controllings

Projekt-/ Entwicklungskosten pro Anwender (p.M.)   
Betriebskosten Server 
IT-Kosten pro IT-Mitarbeiter  
IT-Kosten pro Umsatz 
Anzahl Endbenutzer pro IT-Mitarbeiter  
IT-Kosten pro Mitarbeiter 
Anzahl Endgeräte pro IT-Mitarbeiter   
Softwarelizenskosten pro User (p.M.)
Supportkosten pro Anwender (p.M.)  
Prozent pro Mitarbeiter, die Endbenutzer sind 
End-User operations & downtimes pro Desktop   
Prozent pro Mitabeiter, die IT-Mitarbeiter sind 
IT-Investition pro Umsatz   
Wartungskosten pro Anwender 
IT-Kosten pro PC / Endgerät   
Hard- und Softwarekosten pro Desktop (p.M.) 
Verwaltung pro Desktop (p.M.)   
Supportkosten pro Desktop (p.M.) 

 
8. Finanzierungsregeln

Ausgewogene Vermögensstruktur    
Goldene Bilanzregel
Ausgewogene Kapitalstruktur  
Goldene Bankregel

 
9. Kennzahlen für den Einkauf und das Bestellwesen

Struktur der Bestellung  
Struktur des Einkaufs  
durchschnittlicher Bestellwert   
durchschn. Einkauswert je Lieferant 
Beschaffungshäufigkeiten in Tagen  
durchschnittl. Kosten je Bestellung  
Mindestbestellmenge    
Beanstandungsquote 
Optimale Anzahl der Bestellungen    
Bezugskostenquote 
Optimale Bestellmenge  
 

 
10. Kennzahlen im Bereich Forschung und Entwicklung

durchschnittliche ProjektkostenAnteil F&E Investitionen an Gesamtinvestitionen
F&E-Kosten am DB IEinsparungsquote
ForschungskostenanteilProjekteffizienz
F&E-Quote an der InnovationF&E-Budgetanteil
Umsatz je F&E - MitarbeiterWeiterbildungskosten je F&E - Mitarbeiter
Innovationsrate

 



Quellen

(1) Kütz, 2003, www.dpunkt.de
(2) vgl. Beutner, UPK- Sitzung 2, Integrierte Ergebnis- und Finanzplanung
(3) vgl. Gladen, 2003, S.91
(4) vgl. ebenda


letzte Änderung Redaktion CP am 24.09.2014
Bild:  © PantherMedia / Alexey_Stiop (Bild im Teaser)

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