Gehalt Controller

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Gehalt Controller
Hallo in die Runde,

zunächst vielen Dank an CP1 für den überaus interessanten Link zu den Gehältern im Controlling!

Dennoch bin ich mir nicht sicher, wieviel ich in meinem Fall verlangen kann. Der ist schon speziell:
- Alter: 41
- 10 Jahre Berufserfahrung in Beratung, Strategie und Geschäftsleitungsassistenz (inkl.1,5 Jahre Budgetverantwortung und Controlling)
- Sprachen: Englisch fließend, Französisch und Spanisch gut
- Beherrsche alle gängigen Office-Tools (und SAP R3)

Derzeit absolviere ich das 5-stufige Ausbildungsprogramm der Controller Akademie, um meine Kenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen. Vor diesem Hintergrund möchte ich nicht wieder ganz vorne einsteigen und würde schon gerne eine attraktive, aufstiegsorientierte Position anstreben, die auch entsprechend vergütet ist. Ist das realistisch, und was für ein Jahresgehalt kann ich Eurer Meinung nach verlangen??

Derzeit verdiene ich insgesamt 58.000 EUR.

Gruß
Lehmann
Hallo zusammen,

auch wenn dieser Thread schon älter ist, vielleicht liest ihn ja trotzdem noch mal jemand.

Ich bin unter den Controllern eher ein Exot, weil ich kein Studium habe.

Schulabschluss: Fachhochschulreife
Ausbildung: Industriekauffrau (Note: 1)
Alter: 26
Berufserfahrung im Controlling: knapp 6 Jahre
Sprachen: Englisch fließend, Grundkenntnisse Französisch und Russisch
EDV-Kenntnisse: SAP R/3: Sehr gut in CO, CO/PA, Business Warehouse; Office: Sehr in gut Excel, kaum Kenntnisse in Access.
Gehalt 2008 (inkl. Altersvorsorge, aller Sonderzahlungen etc.): 41 T€

Ich bin nach der Ausbildung von meinem Ausbildungsbetrieb übernommen worden und in hübscher Regelmäßigkeit in höhere Tarifgruppen gerutscht, sodass ich mir über das Gehalt bisher nicht viele Gedanken machen musste.
Nun bewerbe ich mich erstmals seit Jahren extern und bin völlig ratlos, was ich so verlangen kann.

Wer kann mir helfen?

Viele Grüße
Taigahilli
Hallo Taigahilli,

meines Erachtens nach hast Du ein schönes Einkommen. Wenn ich mit 13 Monatsgehältern rechne hast du über 3150€.
Da Du Russisch kannst, vermute ich mal, dass du in den neuen Bundesländern arbeitest???? Wenn dem tatsächlich so ist, liegst du da über dem Durchschnitt (2355€ ohne Zulagen).

Das Dumme ist einfach, dass Du ohne eine akademische Ausbildung in einem tarifgebundenen Unternehmen an eine natürliche Grenze kommst......

Warum willst du wechseln?
Hallo Bedlam,

danke für Deine schnelle Antwort!

Nein, ich arbeite nicht in den neuen Bundesländern, sondern in NRW (Münster). Russisch habe ich in der Schule gelernt, in S-H :lol:

Mein Tarifgehalt beträgt 2.840 €, das besonders hohe Jahreseinkommen hängt mit diversen Einmalzahlungen des Konzerns, betrieblicher Altersvorsorge, VL etc. zusammen.

Ich bin mit meinem Einkommen sehr zufrieden, möchte mich aber natürlich auch nicht unter Wert verkaufen. Ich spreche nicht die aufgeblasene Sprache vieler BWLer und an manchmal fehlen mir sicher einige theoretische Kenntnisse. Ansonsten kann ich aber schon ruhigen Gewissens behaupten, dass meine Leistung mit der unserer akademisch ausgebildeten Kollegen vergleichbar ist. Ich weiß schon, dass das vom Arbeitsmarkt i.d.R. nicht honoriert wird.
Mir ist mein Einkommen vor allem auch deshalb wichtig, weil das meines Mannes sehr gering ist und ich möglicherweise in absehbarer Zeit allein "eine Familie ernähren" müsste. Darum möchte ich nicht zu hoch, aber eben auch nicht zu niedrig pokern.

Nach einer neuen Stelle suche ich, weil unser Unternehmen zur Zeit von Umstrukturierungen betroffen ist und sich einige Veränderungen abzeichnen, mit denen ich mich nur schwer anfreunden kann. Außerdem würde es mich nicht stören, den täglichen Anfahrtweg zu verkürzen, aber das wäre nur ein angenehmer Nebeneffekt.

Ich würde mich über weitere Einschätzungen freuen!

Viele Grüße
Taigahilli
Die Frage ist halt, inwieweit andere Unternehmen die Leistung honorieren. Es ist ein Unterschied, ob man sich in einem Unternehmen hocharbeitet und seine Leistung unter Beweis stellen kann, oder ob man sich bewirbt und dort mit 80% Akademikern konkurriert.
In meiner Firma ist es sogar so, dass im Controlling ausschließlich Akademiker genommen werden und das kenne ich von einigen anderen Unternehmen auch.
@ Otscho: Das ist bei uns genauso....

@taigahilli: respekt, dass du russisch freiwillig gemacht hast....
Das Thema mit dem Entgelt ist leider, das du höchstens in einem mittelständischen oder kleinen Unternehmen mehr bekommen würdest. Dabei beziehe ich mich nur auf das Grundentgelt. Die Verantwortlichen haben dort deutlich mehr Spielraum. Aber sobald du in ein Unternehmen wechseln möchstest, welches tariflich zahlt, wird es sicherlich schwieriger. Es ist nun mal leider so, das ein Teil der Vergütung im Zusammenhang mit der Ausbildung steht. Es gibt ja auch vielerorts bei den Akademikern die Unterscheidung zwischen Uni, FH und BA.
Die Leistung kann oder wird leider oftmals dadurch nicht richtig entlohnt.. :-(

Wechsel auf jedenfall schon mal in eine andere Lohnsteuerklasse, falls du noch in der 1 sein solltest.

Deinen Jobwechsel solltest du dir echt gut überlegen.
Hallo Bedlam,

erstmal, Russisch lernen ist nicht schwieriger als jede andere Sprache auch. Das Alphabet hat nicht viel mehr Buchstaben als das lateinische und die Aussprache ist für deutsche Muttersprachler verhältnismäßig einfach (ganz im Gegensatz zu z.B. Polnisch). Trotzdem weiß ich nicht mehr viel von den 3 Schuljahren, in denen ich leider eine schlechte Lehrerin und geringe Motivation hatte.

Zurück zum Thema:
Meinst Du wirklich, dass ich in kleineren Unternehmen bessere Gehaltchancen hätte als in großen? Das überrascht mich, käme mir aber sehr entgegen, da ich in einer Kleinstadt wohne und nicht unbedingt erpicht darauf bin, weiterhin zu pendeln.
Bei uns im Betrieb (Tarifvertrag Chemie Westfalen) gibt es durchaus eine ganze Reihe Nicht-Akademiker, die offenbar noch mehr verdienen als ich, z.B. Assistentinnen oder Vertriebssachbearbeiter. Ich denke schon, dass das mit dem guten Tarifvertrag zusammenhängt, habe aber keine Vergleiche, da ich eben noch nicht in vielen Firmen gearbeitet habe.
Unser Tarifvertrag macht meines Wissens nach keine Unterschiede nach den Bildungsabschlüssen, sondern richtet sich nach den Anforderungen der Tätigkeit. Dort sind Formulierungen zu finden wie "Tätigkeiten, die eine mindestens dreijährige Berufsausbildung oder vergleichbare Erfahrung erfordern". Wir haben übrigens auch ATs ohne Abitur, aber das sind wohl eher ältere, "historisch bedingte" Ausnahmen.

Lohnsteuerklasse 3 habe ich schon, obwohl das bekanntermaßen auf's Jahr gesehen nichts ändert. Hätte ich Klasse 1 - wohin sollte ich dann wechseln?  :lol:

Otscho, ich mache mir da nichts vor, dass ich nicht so gute Chancen habe, für einen gut bezahlten Job eingestellt zu werden, wenn die Firma unter zahlreichen Bewerbern auswählen kann. Aber zum Glück habe ich ja im Moment noch nicht viel zu verlieren, da mein bestehender Arbeitsplatz trotz allem recht sicher ist.
Ich habe es jetzt gewagt und meine erste Bewerbung mit einer Angabe von 45 T€ abgeschickt - mir wird ganz schwindelig, wenn ich das nur schreibe. Ich werde ja sehen, ob ich eine Einladung bekomme oder die Unterlagen postwendend zurückgeschickt werden.

Falls es hier irgendeinen Controller ohne Studium gibt oder jemanden, der einen einstellen würde - bitte sagt mir, wie Ihr meine Situation beurteilt  :shock:

Liebe Grüße
Taigahilli
Hallo zusammen,

auch ich frage mich, was ich in der bald anstehenden Gehaltsverhandlung angeben kann:

- vor 2 Jahren Studium Wirtschaftsmathematik abgeschlossen
- seit fast 2 Jahren Trainee im Bereich Controlling
- Certificate in International Accounting (Zertifikat für IFRS/US-GAAP/DRS)
- durch das Traineeprogramm natürlich viel Einblick in die Struktur / Schnittstellen zu anderen Abteilungen etc.
- sehr gute analytische, Team- und Kommunikationsfähigkeit (würde vermutlich jeder über sich sagen), man würde mich (angeblich!) auch sehr gerne behalten

Ich will mich natürlich nicht unter Wert verkaufen, aber auch nicht durch zu hohe Forderungen abschrecken.
Kann mir jemand helfen?

Danke schon mal!
Hallo,

In der letzen Ausgabe von "Junge Karriere" gabs zu Lohnverhandlungen ein Thema. Soweit ich mich errinnere, war das Durschschnittseinstiegsgehalt im Bereich Finanzen 46000€. Um das Verhandlungsgehalt zu bestimmen, müssen die Faktoren Branche, Größe, Region, etc. berücksichtigt werden. Wenn Sie in die Verhandlung gehen, dann soll man maximal 20% mehr sagen, um zu verhandeln. Naja wie gesagt es kommt auch auf Ihre Argumente an, wie Sie sich verkaufen und der Lage Ihres Unternehmens.

Hulla, wenn Sie wollen könnte ich Ihnen anhand des Junge Karriere Schemas das Gehalt berechnen. dazu bräuchte eben die Angaben über Mitarbeitzahl, Region. Oder Sie kaufen sich das aktuelle Heft der Jungen Karriere.

Gruß trooper
Zitat
trooper quote:
Hallo,

In der letzen Ausgabe von "Junge Karriere" gabs zu Lohnverhandlungen ein Thema. Soweit ich mich errinnere, war das Durschschnittseinstiegsgehalt im Bereich Finanzen 46000€.
Also ich kenne keinen unter meinen ehemaligen Kommilitonen, der auch nur annähernd da rangekommen wäre. In Bayern wohlgemerkt und Uni-Diplom.
Kann es sein, dass es dort eher um den Bereich Finance/Banking geht, bzw. dieser in der Statistik enthalten ist? Dann wäre das schon realistischer.
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