Bewertung von Einsparpotentialen in einem Produktionsunternehmen

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Bewertung von Einsparpotentialen in einem Produktionsunternehmen, Bewertung von Einsparpotentialen in einem Produktionsunternehmen
Hallo,

ich stehe gerade völlig auf dem Schlauch und benötige Eure Hilfe. :|

Es handelt sich um ein produzierendes Unternehmen, welches angehalten ist verschiedende Einsparpotentiale
im Bereich der Fertigung aufzuzeigen.

Beispiel Ausschußreduzierung: der Ausschuß kann im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr um 2%-Punkte reduziert werden,
d.h. es muss weniger hergestellt werden, um die geplante Verkaufsmenge abzusetzen.

Wie bewerte ich nun diese Einsparung. Mengenmäßig stellt es kein Problem dar, jedoch bin ich mir bei der Bewertung nicht ganz sicher. Kann ich die Menge mit den Materialkosten aus der Kalkulation bewerten oder gar mit den gesamten Herstellkosten? Macht es einen Unterschied wenn man sagt, dass man durch die Optimierung der Ausschußquote noch mehr absetzen kann als geplant ist?

Für ein Feedback wäre ich Euch sehr dankbar,

Viele Grüße Susi
Hallo Susi,

der Ausschuss sollte eigentlich voll variabel mit deiner Ausbringungsmenge sein. Das bedeutet du hast einen Soll-wert, wenn sich die Ausbringungsmenge nach oben oder unten verändert.
Wenn Du es jetzt geschaft hast, im letzten Geschäftsjahr mit deinen Ist - Ausschusskosten unter diesen Sollkosten zu liegen, dann kannst du diesen absoluten Betrag in deiner nächsten Geschäftsjahresplanung berücksichtigen.
Üblicherweise sollte es sich hierbei um einen Auschussbetrag je Ausbringungsmege sein. Diesen Faktor kannst Du dann um x€ reduzieren.
Da der Auschuss ja auf den produktiven Kostenstellen geplant werden sollte, kannst du somit deinen Herstellkosten reduzieren. Bleiben alle anderen Faktoren konstant, erhöhst du damit deine Marge.


Ich würde hier aber dringt Rücksprache mit dem Fachbereich halten. Möglicherweise ist dei Ausschussreduzierung nicht dauerhaft. Vielleich liegt es auch  nur an einem günstigeren Produktionsmix.
Hallo Susi,

nehmen wir an, Du hast ein Sägewerk. Dann kostet Dich ein Brett (Endprodukt) Einzelkosten und Gemeinkosten. Manche Kosten sind variabel, manche nicht. Generell hat die Reduktion von Ausschuss mehrere Effekte, die nicht leicht zu berechnen sind. Ich würde Dir auch raten Dich eng mit der Fachabteilung abzustimmen.

In einer idealen Welt führt die Reduktion des Ausschusses bei gleicher Ausbringsungsmenge zu weniger Produktion (weniger Maschinenstunden sind notwendig, um die erforderliche Menge zu produzieren). Die Abschreibungen für die Maschinen, die Miete, teilweise der Strom etc. muss aber weiter bezahlt werden. Der Ausschussreduzierung spart mindestens die Materialeinzelkosten. Manchmal ist die Einsparung noch größer (z.B. weniger Strom). Manchmal hat man aber auch gegenläufige Effekte (z.B. mehr Aufwand in der Qualitätskontrolle aufgrund geringerer Auslastung). Tendenziell kannst Du die eingesparte Menge nicht mit den Herstellkosten bewerten!

Off topic: Interessant sind auch die Stückkosten. Diese werden bei deutlicher Ausschussreduktion relativ nach oben gehen, absolut wird man aber Geld sparen. Immer ne Frage des Blickwinkels ;)
www.financialmodellingschool.de
Hallo,

erstmal vielen Dank für Eure Antworten.

Es ist so, dass die Ausschussreduktion von den Fachabteilung bereits über einen längeren Zeitraum nachgewiesen werden können und auch nachhaltig sind. Die Einspareffekte in EUR wurden bereits von unseren "Schattenconrollern" bewertet,  allerdings zu Herstellkosten.
Da sich die Herstellkosten, wie ihr auch geschrieben habt, aus fixen und variablen Bestandteilen zusammensetzen, würde ich auch aus meiner Sicht die Materialeinsparung nur mit den Materialeinzelkosten bewerten. Evtl. kann man über die ein oder andere Position, wie z.B. Strom etc. noch diskutieren.

Ich war mir nur nicht sicher, ob sich an dieser Sichtweise was ändert, wenn ich dadurch einen höheren Output erziele als geplant und ich dadurch noch mehr absetzen kann. Wenn der geplante Absatz jedoch gleich bleibt, benötige ich weniger Arbeitstunden, was bedeuten würde, dass ich auch Personalkosten einsparen könnte    :denk:

Danke Susi
Du könntest natürlich Personal sparen, aber das Ziel sollte es sein, die frei gewordenen Kapazitäten mit neuen Aufträgen zu füllen.
Damit kannst Du dann deine Beschäftigungsabweichung reduzieren.
Genau so ist es. Ausschuss zu reduzieren ist super. Wirklich sexy wird es aber erst dann, wenn du mehr produzieren lässt und die Ware verkaufen kannst. In der GuV wird dann dein Rohertrag steigen, zum einen wegen der höheren Menge (Volumeneffekt) und zum anderen wegen der geringeren Materialaufwendungen (Margeneffekt).
www.financialmodellingschool.de
Das ist völlig richtig, voraussgesetzt, dass die Ware auch abverkauft werden kann.  :)
Was ich nicht erwähnt habe, sind die ohnehin schon hohen Lagerbestände. Diese würden
evtl. bei einem höheren Output noch weiter steigen und das Working Capital negativ beeinflussen.
Aber das ist auch Ansichtissache bzw. muss man wissen, in welche Richtung man das Ganze lenkt.

Dank Euch.
Hallo Susi,

auf Lager arbeiten ist natürlich keine Lösung. Dann müsstest Du zwingend deine Kapazitäten anpassen, neue Märkte/Kunden suchen oder, wenn es kurzfristig/mittelfrist besser werden sollte über das Konjunkturpaket II der Bundesregierung nachdenken.
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