Grundlagen IFRS, US-GAAP und HGB

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1. Definition

IFRS / IAS
IFRS bedeutet „International Financial Reporting Standards“. Sie sind seit 2001 international anerkannte einheitliche Richtlinien für die Rechnungslegung von Unternehmen. Sie sollen Vergleiche verschiedener Unternehmen erleichtern. Ebenso ist diese Rechnungslegung eine Pflicht um zur Börse zugelassen zu werden. Sie werden vom „Internation Accounting Standards Board“ herausgegeben. IAS bedeutet „International Accounting Standards“. Sie sind die Vorgänger der IFRS.

US-GAAP
US-GAAP bedeutet „United States Generally Accepted Accounting Principles“.  Damit werden die US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften für den Jahresabschluss der Unternehmen in den USA festgelegt. Die festgelegten Regelungen sind kaum variabel auslegbar, da sie keine allgemeinen Vorschriften sind, sondern speziell auf Einzelfälle bezogen. Im „House of GAAP“ werden durch den FASB, den Financial Accounting Standard Board die Standards festgelegt. Andere Bereiche des House of GAAP setzen die Auslegung der Standards fest, die unterschiedliche Interpretationen zulassen könnten.

HGB
Im Handelsgesetzbuch ist der Großteil des deutschen Handelsrechts festgehalten. Es ist in Paragraphen aufgebaut und wird auch als „Sonderprivatrecht der Kaufleute“ bezeichnet. Im Wesentlichen enthält es Regelungen zum Handelsstand, zur Handelsfirma, zur Führung der Handelsbücher, zu den Vollmachten der Vertretungen, zu den Gesellschaftsformen, zu den Rechten der einzelnen Gesellschafter, zur Bilanzierung, zum Jahresabschluss und zur Offenlegung. Diese Regelungen des Handelsrechts können im Gegensatz zu den speziellen Regelungen des US-GAAP teilweise unterschiedlich ausgelegt werden, da es in allgemeinen Regelungen verfasst ist.

2. Entstehung

a) IAS / IFRS
Die IAS wurden durch das IASC bestimmt. Das IASC ist eine privatrechtliche, unabhängige Organisation, die 1973 gegründet wurde. Seit 1987 gibt es mit der „International Organization of Securities Commissions (IOSCO)“ eine Vereinbarung, in der sich die IAS dazu verpflichtet hat, die zahlreichen Wahlrechte einzuschränken und die Anforderungen für die Publizität zu erhöhen. Seit 2000 sind die überarbeiteten IAS als Zulassungsvoraussetzung für ausländische Unternehmen für den amerikanischen Börsenmarkt gestattet. Seit 2001 werden die neuen IAS mit der Abkürzung IFRS benannt.

b) US-GAAP
Nach dem „schwarzen Freitag“ 1929 wurden vom amerikanischen Kongress der Securities Act und der Securities Exchange Act erlassen. Sie befassen sich mit der Neuemission von Wertpapieren und dem deren Handel. Die SEC (Securities and Exchange Commission) sollte die Einhaltung der Bestimmungen überwachen. Sie darf bestimmen, welche Richtlinien und Grundsätze in den Berichten der Unternehmen zu beachten sind. Die Formulierung der GAAP wurde durch die SEC 1938 an die Berufsorganisation der Wirtschaftsprüfer delegiert. 1973 hat diese Aufgabe der FASB (Financial Accounting Standards Board) abgegeben, weil die Wirtschaftsprüfer immer mehr in Kritik geraten sind.

c) HGB / Handelsrecht
Das HGB ist am ersten Januar 1900 in Kraft getreten. Beeinflusst wurden die Gesetze durch  das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch von 1861 und die Rechtordnungen in Italien und Frankreich. Zurzeit wird das Handelsrecht durch die europäische Rechtsetzung beeinflusst. Die letzte große Änderung wurde 1998 durchgeführt, wobei die Paragraphen an die heutige Zeit angepasst worden sind.

3. Unterschiede zwischen IRFS / US – GAAP / HGB



IAS / IFRS
US-GAAP
HGB
Allgemeine Unterschiede
Ziel
Informationsvermittlung über die finanzielle Situation und die Fähigkeit des Unternehmens in Zukunft liquide Mittel zu erwirtschaften
Informationsvermittlung über die finanzielle Situation und die Fähigkeit des Unternehmens in Zukunft liquide Mittel zu erwirtschaften
Keine konkrete Zielfestlegung
Adressat
Investoren
Investoren, Aktionäre

Steuerrechtliche Verbindung
Keine
Keine
Maßgeblichkeit, umgekehrte Maßgeblichkeit, die steuerliche Gewinnermittlung wird durch die Handelsbilanz beeinflusst
Grundsätze
Der Gewinn wird periodisch ermittelt
Der Gewinn wird periodisch ermittelt
Vorsichtsprinzip und Gläubigerschutz
Jahresabschluss
Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung
Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalentwicklung
Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht
Gliederungsvorschriften
Keine, Umsatzkostenverfahren oder Gesamtkostenverfahren
Gliederung der Vermögens- und Schuldposten nach Liquidität, Umsatzkostenverfahren
HGB § 266, § 275
Besondere Unterschiede
Latente Steuern
Aktivierungs- oder Passivierungsgebot bei Steuerauswirkungen für Verlustvorträge, Timing Difference
Aktivierungs- oder Passivierungsgebot bei Steuerauswirkungen für Verlustvorträge, Timing Difference
Passive latente Steuern: Passivierungsgebot,
aktive latente Steuern:
Wahlrecht
Immaterielle selbsterstellte Güter
Aktivierungsgebot in bestimmten Fällen
Aktivierungsgebot in bestimmten Fällen
Aktivierungsverbot
Rückstellungen
Rückstellungen bei hoher Eintrittswahrscheinlichkeit, keine Aufwandsrückstellungen
Rückstellungen bei hoher Eintrittswahrscheinlichkeit, keine Aufwandsrückstellungen
Aufwandsrückstellungen sind zulässig
Gewinnrealisierung bei langfristigen Aufträgen
Mit Abnahme der Fertigung
Anteilig
Anteilig


Erstellt von Dana Klempien am 11.09.2008
Bild:  © PantherMedia / Helma Spona (Teaser)

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