Verpflichtende Corona-Rücklage für Unternehmen?

Rechtsanwalt fordert notfalls gesetzliche Regelung

In der Corona-Krise sind viele Unternehmen auf staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie Soforthilfen, Steuererleichterungen und Kurzarbeitergeld angewiesen. Dass dieser Notfall oft schon im ersten Monat der Handels- und Ausgangsbeschränkungen in Folge der Corona-Pandemie eingetreten ist, bezeichnet der Partner der Hamburger Kanzlei SBS legal als erschreckend. Er schlägt als Lehre aus Corona eine verpflichtende Rücklage vor, damit die Wirtschaft für kommende Krisen gewappnet sei.

Wegen der Pandemie sind bei vielen deutschen Unternehmen die Umsätze nicht nur eingebrochen, sondern oft sogar auf Null gesunken. Eine Krise, mit der niemand gerechnet habe. Deshalb hätten auch nur wenige Unternehmen dafür vorgesorgt, erklärt Schenk auf Anfrage von Controlling-Portal.de. Dass in vielen Unternehmen die Vorsorge vernachlässigt werde, liege an der Ausbildung der Unternehmer. Schenk wörtlich: „Ein hanseatischer Kaufmann etwa lernt auf für schlechte Zeiten vorzusorgen. Dieser Grundsatz wird sowohl in den entsprechenden Betrieben beachtet als auch über eine berufliche oder universitäre Ausbildung gelehrt. Viele erfolgreiche Unternehmer haben jedoch nicht immer eine solche Ausbildung erhalten.“

Selbstverpflichtung zur Krisenrücklage


Bei einem Zusammenbruch der Umsätze sollten Unternehmen ihr wirtschaftliches Überleben für zwei bis drei Monate aus den Rücklagen finanzieren können. Die Höhe der Rücklagen sollten sich nach Ansicht des Anwalts an den monatlichen Kosten orientieren, die mit Hilfe der BWA recht einfach zu überblicken seien. Unternehmen müssten diese Rücklagen laufend an die Kostenentwicklung anpassen. André Schenk schlägt als Einstieg eine Selbstverpflichtung zur Krisenrücklage für alle Unternehmen vor, die staatliche Hilfen zur Bewältigung der Corona-Krise in Anspruch genommen haben. Sollte dies nicht möglich sein, müsse man über gesetzliche Regelungen nachdenken.

10 bis 25 Prozent des Jahresüberschusses für Rücklage


Gegenüber Controlling-Portal.de präzisiert Schenk: „Denkbar wäre meines Erachtens eine Anleihe aus dem GmbH Gesetz. Wer eine Unternehmergesellschaft gründet, muss nicht das volle Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro einzahlen. Dafür muss er aber vereinfacht formuliert 25 Prozent seines Jahresüberschusses solange zur Aufstockung seiner Einlage verwenden, bis die 25.000 Euro erreicht ist.“

Unternehmen würden demnach solange etwa 10 bis 25 Prozent ihres Jahresüberschusses für Rücklage verwenden müssen, bis sie für mindestens zwei Monate ohne Umsätze überleben können, ohne staatliche Hilfe oder Insolvenz in Betracht ziehen zu müssen, rechnet Schenk vor. André Schenk ist Partner der Anwaltskanzlei SBS legal aus Hamburg und Geschäftsführer der Steuerkanzlei SBS tax. Nach eigenen Angaben hat er das beschriebene Modell für seine Kunden entwickelt.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 30.04.2020
Geändert: 13.07.2020 10:23:33
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  SBS Media GmbH
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Rijal Muttaqin
RSS

Premium-Stellenanzeigen


HUK-Coburg Autoservice GmbH
Düsseldorf
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg
svt Holding GmbH
München (Garching)
die Bayerische
München
Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Böblingen (bei Stuttgart)