RWE gewinnt ControllerPreis 2015 für Verhaltenscontrolling

Der Energieversorger RWE hat den ControllerPreis 2015 gewonnen. Ausgezeichnet wurde ein Projekt, das den Einfluss von Biases, von gedanklichen Verkürzungen, auf Entscheidungen untersucht hat und Entscheidungsqualität verbessern soll.

"Verhaltensorientiertes Controlling bietet meiner Ansicht nach einen höheren Grenznutzen als die Verfeinerung der quantitativen Methoden im Controlling." So formulierte Peter Scherpereel die Bedeutung von Verhaltenscontrolling vor den 550 Teilnehmern des 40. Congresses der Controller in München. Scherpereel hatte mit einem Team beim Energieversorger RWE die Rolle von Biases - gedanklichen Verkürzungen - auf Investitionsentscheidungen im Konzern untersucht und Strategien erarbeitet, die Entscheidungsfindung zu verbessern.
Diese Arbeit hat der Internationale Controllerverein (ICV) mit dem ControllerPreis 2015 ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde zum Auftakt des Controller Congresses verliehen.

Biases: Bewusst machen für bessere Entscheidungen

Biases sind vorgefasste Meinungen, Denkschemata, die menschliche Entscheidungsvorgänge abkürzen. Sie können aber auch zu falschen Entscheidungen führen. Grundsätzlich könne man diese Biases nicht abstellen. Sie seien nicht einmal grundsätzlich negativ, erläuterte Scherpereel bei der Vorstellung des RWE-Projektes zum Controlling menschlichen Verhaltens. Man müsse jedoch Biases bewusst machen, um zu besseren Entscheidungen zu gelangen. Ausgangspunkt beim Esseneer Energieriesen waren Investitionsentscheidungen, die sich im Nachhinein als unwirtschaftlich erwiesen.

Advocatus Diaboli sucht Schwächen in Entscheidungsfindungsprozessen

Das Management beschloss, Entscheidungsprozesse im Konzern untersuchen zu lassen. Die Arbeitsgruppe um Peter Scherpereel, Michael G. Müller, Diana Rauhut und Julian Gaul fand in zahlreichen Interviews die Biases heraus, die Entscheidungsprozesse im RWE-Konzern beeinflussen. Gemeinsam mit dem Management entwickelte die Arbeitsgruppe Techniken, um den Einfluss dieser Einstellungen zu verringern. So wird beispielsweise in wichtigen Entscheidungsprozessen ein Teilnehmer zum Advocatus Diaboli ernannt, der Schwächen in der Argumentation aufdecken soll.

40. Congress der Controller: Herausforderung Industrie 4.0

Die Arbeit an Biases aus der Wissenschaft in das praktische Controlling zu überführen, sei ein wichtiger Schritt für die Controller Community, begründet der ICV seine Entscheidung für das RWE-Projekt. Der ControllerPreis gilt als wichtigste Auszeichnung dieser Art im deutschsprachigen Raum. Seine Verleihung bildet traditionell den Auftakt für den Congress der Controller in München. Der Internationale Controllerverein hat die bedeutendste jährliche Fachtagung für Controller im deutschsprachigen Raum in diesem Jahr unter das Motto gestellt: "Industrie 4.0 / Controlling 4.0 – Vision. Revolution. Herausforderung".

Foto (von Links): Dr. Michael G. Müller, Dr. Peter Scherpereel, Diana Rauhut, Julian Gaul.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 20.04.2015
Geändert: 01.09.2017 11:35:37
Autor:  Wolff von Rechenberg
Bild:  reimus.NET / von Rechenberg
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