Lufthansa: Pilotenstreik durch Missverständnisse im Controlling?

Lufthansa: Pilotenstreik durch Missverständnisse im Controlling?

Um die kompletten Kapitalkosten sachgerecht abbilden zu können, habe die Lufthansa die Größe EACC (Earnings after cost of capital) etabliert, erklärt Hoberg. Sie ist nach Ertragssteuern definiert. Die Kennzahl EACC betrachte als Kapital nicht nur das Fremdkapital, sondern auch das Eigenkapital. Hoberg: "Wenn das EACC positiv ist, sind alle Stakeholder bedient worden und die Lufthansa hat Wert geschaffen." Die Analyse des EACC ergab: Zwischen 2011 und 2015 machte Lufthansa einen Verlust von 748 Millionen Euro. Verantwortlich dafür ist vor allem das schwache Jahr 2011, in dem die Airline ein Minus von 573 Millionen Euro auswies.

Die Pilotengewerkschaft hat für die Begründung ihrer Lohnforderung den Fünfjahreszeitraum um ein Jahr verschoben. Damit habe sie das schwache Jahr 2011 quasi ausgetauscht gegen eine positive Prognose für das Jahr 2016. Selbst wenn man bei der Prognose vom wirtschaftlich sehr erfolgreichen Jahr 2015 ausgehe, ergäben sich keine hohen Gewinne, erklärt Hoberg. Für 2015 hat Lufthansa ein positives EACC von 323 Millionen Euro ausgewiesen. Hobergs Schlussforlgerung: "Bei der Lufthansa hat in den letzten Jahren im Durchschnitt keine Wertschaffung stattgefunden, so dass die Aktionäre nicht viel Spaß hatten. Insofern stehen auf dieser Seite keine Beträge zur Verfügung, um Gehaltserhöhungen ohne Probleme durchführen zu können."

Erstellt von (Name) W.V.R. am 24.11.2016
Geändert: 16.03.2018 13:05:52
Autor:  Wolff von Rechenberg
Bild:  Ingrid Friedl / Lufthansa