Die Folgen des Brexit für deutsche Unternehmen

Nach dem Brexit: Welche Optionen Großbritannien nach seinem Austritt offenstehen und welche Folgen deutsche Unternehmen nach dem Brexit erwarten, haben zwei Studien ermittelt, die kurz vor dem Referendum entstanden sind.

Der Brexit, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) ist beschlossene Sache. Für diesen Schritt gibt es kein historisches Vorbild. Schon deshalb herrscht in der Wirtschaft Unsicherheit. Selbst die Befürworter und politischen Vorkämpfer des Brexit haben bisher keinen Plan vorgelegt, wohin das Land nach dem Austritt aus der EU steuert. Und auch der Zeitplan steht in den Sternen. Die Beratungsgesellschaft KPMG rechnet erst für 2019 mit einem Vollzug des Brexit. Auch die Politik steckt in der Krise

Das Unternehmen hat noch vor dem Referendum der Briten eine Studie zum Brexit erstellt. Ökonomen gehen jedoch davon aus, dass es weitere fünf bis sieben Jahre dauert, bis Handelsverträge abgeschlossen und die nationalen Gesetze angepasst sind. Ausländischen Unternehmen mit Investitionen in Großbritannien steht also eine lange Durststrecke bevor. Zusätzliche Unsicherheit verbreitet die Politik. Die großen Parteien befinden sich in der Krise. Schottland droht mit dem Austritt aus dem Vereinigten Königreich.

Wahrscheinlich Norwegen

 Am Ende des Brexit halten die Autoren der KPMG-Studie eines von drei Szenarien für möglich. Zwei davon sind mit Staaten verbunden, deren Namen als mögliche Vorbilder fallen. Die Schweiz und Norwegen sind Mitglieder der Europäischen Freihandelszone EFTA. Norwegen gehört außerdem dem Europäischen Wirtschaftsraum EWR an. Das Land hat damit auch Zugang zum europäischen Markt für Finanzdienstleistungen. Für den Finanzplatz London wäre dies nach Ansicht der Ökonomen die attraktivere Lösung.

Allerdings zahlt Norwegen dafür in den EU-Haushalt ein und muss alle Regeln des EU-Binnenmarktes umsetzen – ohne darüber mitbestimmen zu können. Doch gegen Zahlungen an die EU sind die Brexit-Befürworter ja gerade eingetreten. Im dritten Szenario wären die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien durch gegenseitige Abkommen geregelt. Allerdings zeigen die Verhandlungen über die Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA), dass dieser Weg noch einmal Jahre dauern würde.

Wenige deutsche Unternehmen haben Vorbereitungen getroffen 

Nach Angaben von KPMG betrifft das 2.500 deutsche Unternehmen, die zusammen 370.000 Arbeitnehmer beschäftigen. Demnach stünde ein Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung im Vereinigten Königreich in den Diensten deutscher Unternehmen. 2009 flossen nur nach China und in die USA mehr deutsche Direktinvestitionen als nach Großbritannien. Für die deutsche Exportwirtschaft war das Land 2015 der drittwichtigste Markt. Mehr gingen nur in die USA und nach Frankreich. Trotz der enormen Bedeutung des Vereinigten Königreichs als Handelspartner und Produktionsstandort gaben am Vorabend des Brexit nur 29 Prozent der deutschen Unternehmen an, sie hätten für diesen Fall Vorbereitungen getroffen.

Das haben die Beratungsgesellschaft Deloitte und der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) in der Studie "Brexit und die Folgen für deutsche Unternehmen" herausgefunden. Auch diese Studie entstand kurz vor dem Referendum. In der Folge erwarteten deutsche Unternehmen vor allem Turbulenzen an den Finanzmärkten (71%), Unsicherheit bei der Neuregelung der Handelsbeziehungen zu Großbritannien (61%) und höhere Schwankungen bei den Wechselkursen von Euro und Pfund (60%).

Deutsche Unternehmen fürchten Komplexität und Kosten durch unterschiedliche Regulierung

Größte Sorge der deutschen Unternehmen: Höhere Komplexität und Kosten durch unterschiedliche Regulierungen in Großbritannien und der EU. 47 Prozent der 215 befragten Unternehmen. Kurzfristig kann der Brexit kontinentalen Unternehmen mit Arbeitnehmern in Großbritannien jedoch auch Vorteile bringen. Das Pfund wertete schon kurz nach dem Referendum um 10 Prozent ab. Das spart Lohnkosten.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 30.06.2016
Geändert: 16.03.2018 13:42:57
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  KPMG, Deloitte
Bild:  panthermedia.net / alexlmx
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