Corona: Modebranche in der Krise ohne langfristige Strategie

Insolvenz der Modemarke Adler nur ein Anfang?

Die Modemarke Adler erklärte am 10. Januar 2021 Insolvenz – und bleibt damit möglicherweise nicht allein. Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers sieht die Modebranche insgesamt in der Krise. Die Umsatzeinbrüche in Folge der Pandemie seien jedoch nur der Beschleuniger langfristiger Versäumnisse.

Internationales Wachstum ging an deutschen Modehäusern vorbei


Schon vor dem Krisenjahr 2020 habe die deutsche Modebranche auf rückläufige Umsätze nur mit kurzfristigen Maßnahmen zur Sicherung ihrer Liquidität reagiert, analysiert die Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) in einer Pressemitteilung. Diesen Weg verfolgten die Unternehmen nun auch, um den Lockdown wegen des Corona zu überstehen. Es fehle jedoch eine strategische Neuausrichtung. Denn schon in den Jahren vor der Pandemie hätten deutsche Modehäuser nicht vom soliden internationalen Wachstum der Branche profitieren können.

Modeunternehmen brauchen strategische Neuausrichtung


Selbst der Umsatz pro Kunde, sei seit Jahren rückläufig. Gestiegen seien lediglich die Marktanteile von sogenannten Anbietern von Fast Fashion (H&M, Primark, KiK und andere) und der Onlinehandel. Zwischen 2010 und 2019 sei die Anzahl der Betriebe in der deutschen Bekleidungsbranche um 31 Prozent zurückgegangen. Auf die Umsatzeinbrüche des Jahres 2020 hätten deutsche Modeunternehmen nur mit kurzfristigen Maßnahmen reagiert, wie Filialschließungen, Kurzarbeitergeld oder Mietstundungen.

Um auch künftig zu bestehen, bräuchten Unternehmen jedoch eine strategische Neuausrichtung an den aktuellen Trends der Branche, warnt PwC. Junge Kundinnen und Kunden erwarteten heute eine Verknüpfung des lokalen Einkaufserlebnisses mit mobilen Onlineangeboten. Zudem erwarte die junge Generation, dass Modeunternehmen sich ihrer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft stellen und auch zu sozialen und politischen Fragen Stellung zu beziehen.

Erstellt von (Name) W.V.R. am 11.01.2021
Geändert: 15.02.2021 15:33:48
Autor:  Wolff von Rechenberg
Quelle:  PwC
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Valeriy Kachaev
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