PMO Maturity Studie 2009 - Deutsche Unternehmen zwischen Regulation und Wandel

Wie zeigen sich Mehrwert und Zukunft eines Projektportfolio- und Programm-Managements in der Gegenwart großer und mittelständischer Unternehmen? Dieser Frage ging die von der Universität Erlangen-Nürnberg initiierte Studie zum Stand der Institutionalisierung von organisatorischem Projekt- und Programm-Management nach. Die Ergebnisse dieses im deutschsprachigen Raum bislang einzigartigen Projekts sind nun ausgewertet worden.

Projektorientierte Arbeitsweisen stellen zunehmend ein zentrales Instrument zur wirkungsvollen Umsetzung von Unternehmensstrategien dar. Um eine effektive und effiziente Strategieumsetzung sicherzustellen, ist das Management einzelner Projekte jedoch oft nicht mehr ausreichend. Vielmehr wird heute diskutiert, inwieweit eine ganzheitliche Betrachtung der Projektlandschaft an Bedeutung gewinnt.

Der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat dieses Thema, unterstützt von dem IT-Beratungshaus maxence, aufgegriffen und im Rahmen einer umfassenden Studie den aktuellen Stand der Entwicklung und Verbreitung von Projektportfolio- und Programmmanagement untersucht. In einem ersten Schritt wurden zunächst qualitative Experteninterviews geführt. Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wurde dann eine quantitative Onlineumfrage durchgeführt, an der sich 232 Personen aus Unternehmen verschiedenster Branchen und Größenordnungen des deutschsprachigen Raums beteiligt haben.

Überraschend eindeutige Ergebnisse


Die Eindeutigkeit der Ergebnisse überrascht selbst Experten: Zentrale Instanzen zur übergreifenden Koordination und Unterstützung von Projekten sind neben Management und CIOs der Hauptakteur in der Umsetzung strategischer Unternehmensziele. Diese stellen im Unternehmen nur selten eine rein koordiniernde Funktion dar. Vielmehr spielen sie eine sowohl beratende wie auch regulierende Rolle, wenn es darum geht, Projekte mit strategischer Bedeutung planmäßig und gewinnbringend umzusetzen.


Dies zeigt sich besonders in der Beurteilung der Wichtigkeit eines koordinierten Projektportfolios für das gesamte Unternehmen: 64,7 Prozent aller von der Universität Erlangen-Nürnberg befragten Unternehmen haben heute eine zentrale Anlaufstelle für die übergreifende Projektkoordination etabliert. Rund 42 Prozent sehen gerade hierin einen zentralen Erfolgsfaktor für die effiziente Steuerung von Projekten. Geprägt durch stetig wachsende Anforderungen der Unternehmenslandschaft, durch neue Sicherheitsanforderungen oder gesetzliche Bestimmungen, folgen diese Unternehmen keinem neuen, sondern einem seit Jahren stetig wachsenden Trend: Erfolgreich agierende Projektbüros und Project Management Offices existieren im Schnitt schon drei Jahre oder bereits länger.



Erfolg strategischer Projekte ist planbar


Diese Ergebnisse zeigen: der Erfolg strategischer Projekte kann geplant werden. So hat sich beispielsweise gezeigt, dass die Umfrageteilnehmer ihre Projekte durchschnittlich mit geringeren Überschreitungen der geplanten Zeitdauer, der personellen Ressourcen und des vorgesehenen Budgets abschließen. Darüber hinaus profitieren Unternehmen mit zentralen Projektbüros von deren Projekt-Know-how: So fehlt eine zentrale Beratungsfunktion für die Projektkoordination nur den Unternehmen, in denen bislang eine solche Instanz nicht etabliert werden konnte. Unternehmen mit einem funktionierenden PMO gehen hier einen Schritt weiter und sehen in Zukunft auch mehr strategische Regulierungsfunktionen im Zuständigkeitsbereich der Projektkoordination. Neben einer vermehrten Bereitstellung projektmanagementbezogener Standards, Prozesse und Methoden erhofft man sich hierdurch zukünftig eine besondere Berücksichtigung unternehmensweiter Projektinterdependenzen.




Richtungswandel der IT


Deutlich wird hier ein entscheidender Richtungswandel der IT. Die Zeiten, in denen gelungene Projekte allein an ihrem technologischen Wert gemessen wurden, sind vorbei. Einführungen neuer Technologien beeinflussen immer das Unternehmen als Gesamtsystem. Projekte, die den technologischen Wandel im Unternehmen manifestieren, werden zunehmend auch hinsichtlich ihrer Unterstützung der Gesamtprozesse im Unternehmen konzipiert und bewertet.


letzte Änderung Bop Sandrino-Arndt, MBA am 23.05.2018

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