Transfer Pricing

Mit dem Begriff Transfer Pricing (deutsch: Verrechnungspreis) bezeichnet man im Allgemeinen die monetäre Bewertung bestimmter Güter oder Leistungen, die allerdings nicht von Dritten bezogen werden, sondern innerhalb eines Unternehmens zwischen selbständigen Bereichen ausgetauscht werden. Dies ist ein Phänomen, das besonders bei organisatorisch getrennten Unternehmensbereichen bzw. auch bei Konzernen, die verschiedenste Unternehmen vereinen, auftritt. Kennzeichnend ist daher, dass die Einzelbereiche bzw. -unternehmen eigenständige Erfolgsrechnungen aufstellen und die Entscheidungskompetenz über die Kosten und Erlöse besitzen.

Der Terminus des Verrechnungspreises ist in der Kosten- und Leistungsrechnung etabliert, wo er den Austausch der innerbetrieblichen Leistungen zwischen einzelnen Kostenstellen bewertet und damit zur korrekten Abrechnung und Ermittlung der Selbstkosten beiträgt. Dies dient vor allem den Zwecken der Erfolgsermittlung sowie der Koordination und Lenkung. Zur Ermittlung des Wertes eines Verrechnungspreises sind folgende Methoden denkbar:


Das Transfer Pricing gewinnt heutzutage gerade bei immer größer werdenden, internationalen Konzernen stetig an Bedeutung. Die Entwicklung hin zu dezentraleren Strukturen, die eine größere Nähe zum lokalen Markt gewährleisten und einen klaren Informationsvorsprung gegenüber zentral organisierten Betrieben haben, verstärkt das Thema des Transfer Pricing. Da jeder Transfer für den Lieferanten einen Ertrag und für den Bezieher einen Aufwand generiert, also erfolgswirksame Vorgänge vorliegen, die auch die Gewinnermittlung und somit Besteuerung beeinflussen, wird die Relevanz der Thematik ersichtlich. Der Verrechnungspreis kann maßgeblich Einfluss auf das Betriebsergebnis nehmen. Von daher kann es gerade bei weltweit aufgestellten Konzernen Schwierigkeiten geben, da der Leistungstransfer über Staatsgrenzen hinweg zunehmend auch externe Stellen tangiert, was z.B. auch steuerliche Konsequenzen nach sich zieht. Damit treten neben die betriebswirtschaftlichen Aspekte zusätzlich auch steuerliche und rechtliche Themen.

Der Vorwurf, dass die Verrechnungspreise willkürlich und oft zu niedrig angesetzt werden, um dadurch weniger Steuern zahlen zu müssen oder aber das gezielte Verschieben von Gewinnen in Niedrigsteuerländer, erscheint in diesem Zusammenhang nachvollziehbar. Dies kann zu Konflikten zwischen den Zielen der einzelnen Unternehmen und den übergeordneten Konzernzielen führen. Die eigenständigen Einheiten wirtschaften eigentlich zunächst für den eigenen Erfolg, müssen allerdings auch die Vorgaben des Konzerns berücksichtigen. Und Bei starken Differenzen wird folglich die Erfolgsbeurteilung und Koordination erschwert. Um Manipulationen entgegenzuwirken, werden in vielen Staaten hohe Strafzahlungen angesetzt.

 

 

Quellen:
Ossadnik, Wolfgang: Controlling, 3.Aufl., München 2003.
Bunger, Holger: Verrechnungspreise in internationalen Konzernen, München 2007.
Keerl, Markus: Internationale Verrechnungspreise in der globalisierten Wirtschaft, Göttingen 2008.


letzte Änderung Redaktion CP am 25.05.2018

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