Target Costing

Das Ziel des Target Costing ist die Anpassung der Produkt- und Leistungskosten an die Marktbedürfnisse. Auschlaggebend für die Herangehensweise ist der Zahlungswille der Kundschaft. Es wird subjektiv beurteilt und mit der Konkurrenz verglichen. Die Vorlieben sollen anhand von Marktbeobachtungen ermittlelt werden. Aus diesen Gründen verlangt das Target Costing eine detaillierte Kostenplanung und eine zeitige Suche nach den preiswertesten Lieferanten. Die Zielkostenrechnung beschäftigt sich im Vorhinein damit, was ein Erzeugnis kosten darf - unter Verwendung einer retrograden Kalkulation. [1] Die Zielkosten können nach dem Schema folgender Verfahren ermittelt werden:

Market into Company

Zuerst muss ein Zielpreis berechnet werden, der sich stark an den Marktgegebenheiten anlehnt und für ein Produkt eingebracht werden kann. Im nächsten Schritt wird der geplante Gewinn vom Zielpreis subtrahiert. Die Intention beim Market into Company Vorgehen liegt in der regelmäßigen Anpassung der Produktstandardkosten an die zulässigen Kosten für ein Erzeugnis.

Out of Competitor

Wie der Name schon sagt, sind hier die Produktionskosten der Konkurrenz entscheidend. Das Unternehmen geht folglich mit niedrigeren Zielpreisen oder mit ähnlichen und einem gehobenen Kundennutzen auf den Markt.

Out of Company

Es wird davon ausgegangen, dass die Zielkosten aus konstruktionstechnischen Faktoren hergeleitet werden. Die Marktorientierung steht dabei im Hintergrund.

Out of Standard Costs

Dieses Verfahren beruht auf den eigenen Erfahrungen und Standardkosten bisheriger Produkte eines Unternehmens. Besonders in unterstützenden Abteilungen von Industrieunternehmen findet die Ermittlung der Zielkosten Anwendung. Eine direkte Marktverbundenheit gibt es auch an dieser Stelle nicht.

Into and out of Company

Diese Methode ist eine Kombination aus Market into Company und Out of Company. Die Zielkosten werden in einem Zielvereinbarungsprozess aufgestellt. Entscheidende Faktoren sind die Marktpreise und die vorhandene Technik eines Unternehmens. Allerdings könnte der Anpassungsprozess zu aufwändig und dadurch erfolglos werden. [2]

Ablauf des Target Costing

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Die Vorteile des Target Costing liegen auf der Hand. Aus der Anwendung der Verfahren ergeben sich erhebliche Kosteneinsparungen, da die Kosten immer wieder reduziert, optimiert und angepasst werden sollen. Auch auf den Kunden wird durch die Umsetzung der Marktbeobachtungen besonders eingegangen.

Nachteile entstehen, wenn eine falsche Ermittlung der Zielkosten erfolgt. Außerdem sollte die Idee der Kosteneinsparung nicht zu weit gehen. Ein übertriebenes Outsourcing von bedeutenden Arbeitsbereichen wäre gefährlich. Alles in allem ist das Target Costing nur eine Basis für Führungsentscheidungen. Andere Methoden sollten in jedem Fall zusätzlich herangezogen werden. [3]
 

Fußnoten:
[1] Vgl. Praxiswissen Controlling, A. Preißner, 4. Auflage, Hanser Verlag, 2005, S. 283 ff.
[2] Vgl. Controlling - Konzeption, Aufgaben, Instrumente, H.-U. Küpper, 4. Auflage, Schäffer-Poeschel Verlag, 2005, S. 233 f.
[3] Vgl. Target Costing, Martin Volkmann (imihome.imi.uni-karlsruhe.de/ntarget_costing_b.html


letzte Änderung Sarah Denzin am 20.08.2021

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