Systeme der Plankostenrechnung

Es werden die in der folgenden Übersicht dargestellten Systeme der Plankostenrechnung unterschieden:

Skript09-07-01.gif


Starre Plankostenrechnung

Im Rahmen der starren Plankostenrechnung erfolgt keine Trennung der Kosten in fixe und variable Teile. Die starre PKR ermittelt in der Planungsphase die gesamten Plankosten bei Basisplanbeschäftigung und stellt nach Ablauf der Periode die Istkosten fest.

Wenn die Höhe der Fixkosten nicht bekannt ist, können auch keine Sollkosten ermittelt werden. Bekannt sind nur die verrechneten Plankosten. Damit lässt sich lediglich die Differenz zwischen Istkosten und verrechneten Plankosten, also die Gesamtabweichung feststellen. Eine Ursachenanalyse der Kostenabweichung ist nicht möglich. 
Die folgende Grafik verdeutlicht dies:

Skript09-07-02.gif

Die starre Plankostenrechnung ist zu Steuerungs- und Kontrollzwecken ungeeignet, da sie keine Ursachenanalyse der Kostenabweichung zulässt. Ein Vorteil der Anwendung der starren PKR ist lediglich in der Tatsache zu sehen, dass überhaupt eine Kostenplanung stattfindet.

Die starre Plankostenrechnung ist in der Praxis wenig verbreitet.

Flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis

Bei der flexiblen Plankostenrechnung werden die Kosten in fixe und variable Bestandteile aufgeteilt. Somit kann die Sollkostenkurve ermittelt werden und die Anpassung der Kosten an veränderte Beschäftigungsgrade wird möglich.

Der Vorteil der flexiblen PKR auf Vollkostenbasis gegenüber der starren PKR besteht also in einer wesentlich verbesserten Kostenkontrolle.

Der Nachteil der flexiblen PKR auf Vollkostenbasis ist gegenüber der flexiblen PKR auf Teilkostenbasis (Grenzplankostenrechnung) zu sehen: Das Problem der "richtigen" Zuordnung der fixen Kosten auf die Kostenträger wird selbstverständlich auch von ihr nicht gelöst.

Flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis (Grenzplankostenrechnung)

Starre und flexible Plankostenrechnung gehen von den Gesamtkosten aus, die Grenzplankostenrechnung bezieht hingegen lediglich die variablen Kosten in die Betrachtung ein. Die fixen Kosten werden als Block insgesamt in das Betriebsergebnis übernommen.

Wenn die Grenzplankostenrechnung die Fixkosten nicht in die Betrachtung einbezieht, gibt es keine Beschäftigungsabweichung, da Sollkosten und verrechnete Plankosten übereinstimmen. Die Grenzplankostenrechnung ermittelt also lediglich die Verbrauchsabweichung, die sich aus Preis- und/oder Mengenabweichung zusammensetzt.


letzte Änderung E.R. am 26.03.2021
Autor(en):  Dipl. Volkswirt Friedrich Schnepf

RSS

Weitere Fachbeiträge zum Thema

Premium-Stellenanzeigen


Captrain Deutschland GmbH
Berlin
Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS
Sankt Augustin
Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG
Lemgo
HUK-COBURG Versicherungsgruppe
Coburg
Meteor GmbH
Bockenem

Eigenen Fachbeitrag veröffentlichen? 

Sie sind Autor einer Fachpublikation oder Entwickler einer Excel-Vorlage? Gern können Sie sich an der Gestaltung der Inhalte unserer Fachportale beteiligen! Wir bieten die Möglichkeit Ihre Fachpublikation (Fachbeitrag, eBook, Diplomarbeit, Checkliste, Studie, Berichtsvorlage ...) bzw. Excel-Vorlage auf unseren Fachportalen zu veröffentlichen bzw. ggf. auch zu vermarkten. Mehr Infos >>

Kommentar zum Fachbeitrag abgeben

Nur registrierte Benutzer können Kommentare posten!