Maschinenstundensatzrechnung

Die Maschinenstundensatzrechnung gehört zur Kostenträgerstückrechnung und findet besonders in Unternehmen mit einer hohen Automatisierung Anwendung. Die Maschinenlaufstunden bilden die Zuschlagsgrundlage für die Kostenaufstellung. Es soll der Betrag berechnet werden, der pro Laufstunde für eine Maschine anfällt. Die Bedingung ist eine exakte Aufstellung der Fertigungskostenstellen jeder einzelnen Maschine. (1)

Zuerst müssen die maschinenabhängigen von den maschinenunabhängigen Fertigungsgemeinkosten (FGK) getrennt werden. Nur die maschinenabhängigen FGK sind für die Berechnung des Maschinenstundensatzes relevant. Um das Ergebnis ermitteln zu können, sollten sie weiterhin in variable und fixe Kosten unterteilt werden. Dementsprechend kann der Maschinenstundensatz an eine veränderte Beschäftigung leichter angepasst werden. Für dieses Vorgehen ist das Erstellen einer Tabelle empfehlenswert.


Im Betriebsabrechnungsbogen (BAB) müssen vorab die Umlagen erfolgen. Anschließend werden die variablen und die fixen maschinenabhängigen FGK addiert und durch die Anzahl der Maschinenlaufstunden dividiert. Als Ergebnis erhält man den Maschinenstundensatz, d.h. die Kosten die sich pro Maschinenlaufstunde für einen Apparat ergeben. Durch den wachsenden Bedarf an technischen Anlagen steigt die Bedeutung des Verfahrens stetig an.  (2)

Einen Maschinenstundensatz-Rechner als kostenfreies Excel-Tool steht unter Marktplatz/Excel-Tools zum Download zur Verfügung.

 

Beispiel Traktor:

Ausgangs-





Fixe Kosten / Jahr

Variable Kosten / Jahr 
daten:





Kalk. Abschreibungen 6000,00 € Energie 800,00 €






  • Wiederbeschaffungskosten
72000,00 €







  • Nutzungsdauer
12 Jahre







Kalk. Zinsen 3960,00 €







  • Zinssatz
5,5 %








Instandsetzung & Reparatur 5200,00 €







Platzkosten 255,00 €







Energie 80,00 €

 

 

Berechnung: Maschinenstundensatz = Maschinenabhängige Kosten

bruch

Laufstunden

 

 

Ergebnis:






Maschinenlaufstunden / Jahr: 160 h










Fixe Kosten / Jahr

Variable Kosten / Jahr









Kalk. Abschreibungen 6.000,00 €
Energie 800,00 €








Kalk. Zinsen 3.960,00 €










Instandsetzung & Reparatur 5.200,00 €










Platzkosten 255,00 €










Energie 80,00 €






















Summe 15.495,00 €
Summe 800,00 €








Kosten je Stunde 96,84 €

5,00 €




















Maschinenstundensatz 101,84 € / h

 

Lesen Sie auch: "Vorsicht bei der Anwendung von Maschinenstundensätzen" von Prof. Hoberg >>


Quellen:
(1) Vgl. Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Jung, 10. Auflage, Oldenbourg Verlag, 2006, S. 1149 ff.
(2) Vgl. Lexikon der Betriebswirtschaftslehre, Olfert / Rahn, 2. Auflage, Kiehl Verlag, 1997, Nr. 611.


letzte Änderung Sarah Denzin am 28.08.2020

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09.12.2013 13:02:23 - Gast

Super hilfreicher Beitrag ! ;) :) 8) :{} :{} :klatschen: :klatschen: :klatschen: :klatschen: :klatschen: :klatschen: :read: :denk: :denk: :denk:
[ Zitieren | Name ]

07.07.2014 23:03:14 - Gast

Wollte nur darauf hinweisen das bei den kalk. Zinsen vergessen wurde, dass nur die Hälfte des Wiederbeschaffungswertes als gebundenes Kapital gilt und somit nur die Hälfte verzinst werden darf. LG
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17.08.2014 14:38:57 - lothar

kleiner Hinweis: Die kalkulatorischen Zinsen werden üblicherweise auf den halben Anschaffungswert, nicht den WBW gerechnet. Quelle: Das Rechnen mit Maschinenstundensätzen, VDMA). Und der Begriff "Platzkosten" ist anders definiert. Gemeint sind hier wohl die Raumkosten. mfg
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06.11.2017 19:30:53 - Gast

Hallo zusammen :wink1: Ich stehe gerade auf dem Schlauch :oops: , wie kommt man bitte auf die 160 h?? Bin gerade in Rewe unterwegs und KLR ist ein Handicap von mir. Vielen Dank im voraus Mike
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