Kostenträgerrechung

Der Kostenarten- und Kostenstellenrechnung folgt die Kostenträgerrechnung, die ermittelt, wofür Kosten in welcher Höhe angefallen sind. Als Kostenträger gelten selbständige Produkt- oder Leistungseinheiten, die einen bestimmten Werteverzehr verursacht haben. Im Rahmen der Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation) werden alle Kosten der Periode auf die erzeugten Objekte bzw. Leistungen verrechnet. Sie dient damit der kurzfristigen Planung und Kontrolle und beeinflusst preispolitische Entscheidungen (z.B. Selbstkosten, Preisuntergrenze), die Produktions- und Absatzplanung und bietet auch Informationen für die Bewertung der Lagerbestände an (un-)fertigen Erzeugnissen.

Grundsätzlich lassen sich zwei Verfahren der Kalkulation unterscheiden: die Divisionskalkulation und die Zuschlagskalkulation.

Divisionskalkulation 


Dieses Verfahren wird zusätzlich untergliedert in ein- bzw. mehrstufig. Bei der einstufigen Divisionskalkulation werden lediglich die Gesamtkosten der Periode durch die produzierten Leistungseinheiten dividiert. Dass dieses Verfahren in der Praxis kaum zur Anwendung kommt, liegt daran, dass ihr Einsatz nur sinnvoll ist, wenn ein Einprodukt-Betrieb vorliegt, d.h. es nur eine Kostenträgerart gibt sowie keine Lagerbestandsveränderungen.

Mithilfe der mehrstufigen Divisionskalkulation können mehrere Produktionsstufen und -arten erfasst und auch Veränderungen des Lagerbestandes berücksichtigt werden. Hier werden die Kosten jeder Stufe durch die bearbeiteten Mengen dividiert. Eine Trennung der Kosten in Herstellkosten sowie Verwaltungs- und Vertriebskosten wird vorgenommen. So lassen sich auch die Selbstkosten eines Produktes ermitteln.

Ein einfaches Beispiel dazu:

Beispiel Divisionskalkulation

(Quelle: Plinke/Rese, 2006, S. 107.)

 

Bei der Kalkulation ähnlicher Produkte oder Sorten kann die Äquivalenzziffernkalkulation angewandt werden. Auch sie gehört zu den Verfahren der Divisionskalkulation. Dabei wird eine Gewichtung der jeweiligen Produkte mithilfe von Äquivalenzziffern vorgenommen, d.h. sie werden in ein bestimmtes Verhältnis zueinander gesetzt, das angibt, wie sie zu einer Einheitssorte (Äquivalenzziffer 1) stehen.

 

Zuschlagskalkulation

Hier wird eine Trennung der Kostenträgereinzel- und -gemeinkosten vorgenommen und diese auch einzeln verrechnet. Die Einzelkosten werden direkt den Kostenträgern auferlegt und die Gemeinkosten werden mithilfe von Zuschlagssätzen verteilt. Dieser Zuschlagssatz soll die Beanspruchung der Gemeinkosten durch das Objekt wiedergeben. Man unterscheidet die summarische und die differenzierte Zuschlagskalkulation.

 


Quellen:
Plinke/Rese: Industrielle Kostenrechnung, 6. Aufl., Berlin 2002.
Haberstock: Kostenrechnung I, 13. Aufl., Berlin 2008.


letzte Änderung Redaktion CP am 23.05.2018

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