Finanzierung mit Controlling aus Sicht von praxisorientierten Testfragen und Fallstudien

1. Aufgabe: Ausgewählte allgemeine Testfragen über Grundlagen zur Finanzierung und Controlling

1.1. Keine Zunahme von finanziellen Mitteln

Welche Vorgänge bewirken keine Zunahme von finanziellen Mitteln? 

a) Beschluss einer Kapitalerhöhung durch Gesellschaftsmitteln
b) Aufnahme eines Darlehens
c) Umbuchung von Gewinnen auf die eingerichteten Rücklagenkonten in der Finanzbuchhaltung
d) Beschluss einer ordentlichen Kapitalerhöhung durch die Ausgabe junger Aktien

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1.2 Fremdfinanzierung

Durch welche zwei Vorgänge zeigt sich eine Fremdfinanzierung? 

a) Die Gesellschafter einer GmbH können ihre Nachschusspflicht nicht rechtzeitig erfüllen
b) B. Georg KG nimmt einen neuen Gesellschafter auf
c) Bernd Seltersheim GmbH, Schuldner akzeptiert einen vom Gläubiger ausgestellten Wechsel
d) Nach dem letzten Gesellschafterbeschluss führt die ‚GmbH einen Teil des Jahresüberschusses den Gewinnrücklagen zu.
e) B. Georg KG kauft Rohstoffe unter Ausnutzung des gewährten Zahlungsziels.

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1.3 Stille oder verdeckte Selbstfinanzierung

Spiez GmbH bezieht von Büro-Plus aus New York / USA eine EDV Anlage für 50.000 $ zum Kurs von 1,20 EUR am Tag der Rechnungsstellung. Am 31. Dezember 2011 ist der Kurs auf 1,15 EUR gefallen. Die jeweiligen Kurse sind angenommen. Wie hoch ist die stille oder verdeckte Selbstfinanzierung am 31. Dezember 2011? 

a) Die stille oder verdeckte Selbstfinanzierung beträgt 2.500,00 EUR.
b) Es besteht keine stille oder verdeckte Selbstfinanzierung.
c) Die stille oder verdeckte Selbstfinanzierung beträgt 1.811,59 EUR.

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1.4 Annuitäten-Darlehen

Wie setzt sich die Rückzahlungssumme eines Annuitäten-Darlehens zusammen? 

a) Tilgung des Gesamtbetrags auf einmal bei Fälligkeit
b) Tilgung in Raten
c) Tilgung in steigender Summe und sinkenden Zinsen
d) Tilgung des Gesamtbetrags auf einmal nach Kündigung

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1.5 Außenfinanzierung 

Welche der folgenden Finanzierungsarten zählen zur Außenfinanzierung? 

a) Beteiligungsfinanzierung
b) Aufnahme eines stillen Gesellschafters
c) Selbstfinanzierung aus Gewinnen
d) Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten
e) Finanzierung aus Pensionsrückstellungen

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1.6 Kapazitätserweiterungseffekt

Welchen der folgenden Größen wird durch den Kapazitätserweiterungseffekt verändert?

a) Eigenkapital
b) Periodenkapazität
c) Gesamtkapazität
d) Relation von Eigen-und Fremdkapital

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1.7 Goldene Bilanzregel

Welche Formel wird zur Anwendung der goldenden Bilanzregel in erweiterter Form angewendet?

a) Eigenkapital
x 100 => 100 %
Anlagevermögen

b) Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital
x 100 => 100 %
Anlagevermögen (+ kurzfristiges gebundenes Umlaufvermögen)

c) Anlagevermögen
x 100 => 100 %
Eigenkapital

d) Eigenkapital x langfristiges Fremdkapital
x 100 => 100 %
Anlagevermögen (- langfristig gebundenes Umlaufvermögen)

e) Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital
x 100 => 100 %
Anlagevermögen (+ langfristig gebundenes Umlaufvermögen)

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1.8 Innenfinanzierung

Welche der folgenden Finanzierungsarten gehören zur Innenfinanzierung?

a) Kontokorrentkredit
b) Einlagenfinanzierung
c) Ausgabe junger Obligationen
d) Thesaurierung von Gewinnen
e) Finanzierung von Abschreibungen

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1.9 Stille Selbstfinanzierung II

Aus welchen folgenden Geschäftsfällen erkennen Sie eine stille Selbstfinanzierung?

a) Aufnahme eines stillen Gesellschafters in ein Einzelunternehmen
b) Aufnahme eines Darlehens
c) Vornahme von Gewinnen auf Rücklagenkonten
d) Es liegt eine deutliche Unterbewertung bei den Fahrzeugen durch steuerliche Sonderabschreibung vor.

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1.10 Stille und offene Selbstfinanzierung III

Welchen Vorteil kennen Sie der stillen zum Vergleich zur offenen Selbstfinanzierung?

a) Bilanzverfälschung. Es entsteht ein Verlust der Aussagekraft über die Bilanz.
b) Ein Vertuschen von Verlusten durch Auflösung stiller Rücklagen
c) Es zeigt sich eine Steuerverschiebung. Im Gegensatz zur offenen Selbstfinanzierung werden die nicht ausgewiesenen Gewinne im Wirtschaftsjahr der Bildung der stillen Rücklagen nicht versteuert. Es geschieht erst die Versteuerung bei Auflösung der stillen Rücklagen. Zusätzlich ergibt sich ein Zinsgewinn.

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2. Aufgabe: Gesamtkapitalbedarf

Nach der letzten G-1 Besprechung in den Geschäftsräumen der Paul Spiez GmbH in München sind die folgenden Investitionen in 2013 im Anlagebereich fest eingeplant:

Grundstückskauf "Im Goldenen Tal" 450.000,00 EUR
Gebäude 1.250.000,00 EUR
Technische Anlagen und Maschinen 850.000,00 EUR
Betriebs- und Geschäftsbereich 400.000,00 EUR

Für die Herstellung des Produkts BENS 2020 in der Fertigungshalle "Im Goldenen Tal" in München-Süd wird eine Plankalkulation erstellt.

Aus dieser Unterlage ist zu entnehmen:

Täglicher Verbrauch
1. Rohstoffe 30.000,00 EUR
2. Personalkosten 45.000,00 EUR
3. Gemeinkosten 55.000,00 EUR

Die durchschnittliche Lagerdauer der Rohstoffe soll dreizehnTage betragen, die Produktionsdauer fünf Tage, die Lagerdauer der fertigen Erzeugnisse achtzehn Tage. Die durchschnittliche Kundenzielzeitraum (Debitorenziel) beträgt achtzehnTage.

Wie hoch ist der durchschnittliche Gesamtkapitalbedarf?

a) 2.950.000,00 EUR
b) 9.970.000,00 EUR
c) 4.070.000,00 EUR
d) 7.020.000,00 EUR

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3. Aufgabe: Opportunitätskosten

Die Spiez GmbH kauft Fertigungsmaterial bei Schumacher GmbH zu folgenden Zahlungsbedingungen:

Innerhalb von 10 Tagen mit 3 % Skonto oder 30 Tage netto Kasse.

Ermitteln Sie die Opportunitätskosten für den Lieferantenkredit.

a) 54 %
b) 22 %
c) 27 %
d) 20 %

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4. Aufgabe: Cash-Loss

Nach der letzten G 1 Besprechung in den Geschäftsräumen der Spiez GmbH wurden für die Ermittlung des Cash-Loss die folgenden Daten zur weiteren Auswertung freigegeben:

Abschreibungen 50.000,00 EUR
Aufwendungen für Waren (Wareneinsatz) 220.000,00 EUR *)
Verkaufserlöse 400.000,00 EUR *)
Personalaufwendungen 130.000,00 EUR *)
Beteiligungserträge 120.000,00 EUR
Sonstige Baraufwendungen 80.000,00 EUR *)

Ermitteln Sie den Cash-Loss nach der direkten und indirekten Methode.

Wie hoch ist der Saldo?

a) + 40.000,00 EUR
b) - 10.000,00 EUR
c) - 30.000,00 EUR
d) + 70.000,00 EUR

*) Die Positionen sind bezahlt.

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5. Aufgabe: Cash-flow

Die Planerfolgsrechnung 2013-2018 weist die folgenden Daten aus:

Sollseite

Aufwendungen für Waren (Wareneinsatz) 2.200.000,00 EUR
Personalaufwendungen 2.800.000,00 EUR
Abschreibungen 1.800.000,00 EUR
Sonstige betriebliche Aufwendungen 850.000,00 EUR
Steuern von Einkommen und Ertrag 1.200.000,00 EUR
Jahresüberschuss 1.800.000,00 EUR
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10.650.000,00 EUR
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Habenseite

Verkaufserlöse 10.650.000,00 EUR
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Angaben:
1. Sämtliche Verkaufserlöse sind zahlungswirksam.
2. In den Personalaufwendungen sind 850.000,00 EUR für die Zuführung der Pensionsrückstellungen 2011 enthalten.
3. Nach dem Gesellschafterbeschluss ist der Jahresüberschuss zu zwei Dritteln auszuschütten.

Ermitteln Sie den

a) Brutto-Cash-flow

aa) 4.800.000,00 EUR
ab) 5.650.000,00 EUR
ac) 3.000.000,00 EUR
ad) 850.000,00 EUR

b) Netto-Cash-flow

ba) 1.200.00,00 EUR
bb) 5.650.000,00 EUR
bc) 3.250.000,00 EUR
bd) 1.800.000,00 EUR

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letzte Änderung R. am 10.09.2019
Autor(en):  Günther Wittwer

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