Beispiele guter Berichterstattung

Deutsche Unternehmen sind zurückhaltend bei der Integration von SD-KPIs (Sustainable Development Key Performance Indicators) in ihre Lageberichte.

Sie führen diese teilweise nur im freiwilligen Teil des Geschäftsberichts bzw. im separaten Nachhaltigkeitsbericht auf. Unter den im Deloitte-Ranking ermittelten Top 12 befinden sich überdurchschnittlich viele ausländische Unternehmen aus dem Dow Jones Stoxx 50, die neben Unternehmen aus dem DAX, MDAX, SDAX und TecDAX untersucht wurden. Insgesamt wurden für jede der vierzehn untersuchten Branchen je bis zu drei relevante SD-KPIs definiert. An der Spitze der Top 12 steht das Unternehmen SolarWorld, gefolgt von TUI und BASF.

„Der Unternehmenserfolg besteht nicht ausschließlich aus Umsatz und EBITDA. Vielmehr gewinnen zunehmend sogenannte extra-finanzielle Leistungsindikatoren an Bedeutung. Nicht umsonst sind sie gemäß EU-Richtlinie in den entsprechenden Lageberichten der Unternehmen aufzuführen“, betont Joachim Ganse, Leiter Extra Financial Issues bei Deloitte. „Wichtig sind diese vor allem für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.“


Das Unternehmen SolarWorld sticht im Bereich Industriegüter/Renewables hervor. So versteht es SolarWorld am besten, den Klimaschutz als Beitrag zu einer nachhaltigen Wertschöpfung darzustellen. Bei allen drei SD-KPIs präsentiert sich das Unternehmen überzeugend – ökonomische und ökologische Ziele werden durchgängig gleichermaßen betont. Als bestes Unternehmen im Bankensektor hat die ABN AMRO die drei wichtigsten Kategorien der branchenspezifischen SD-KPIs in ihren Business Review integriert: SD-Kreditrisiken und -chancenprüfung im Commercial/Investment- Banking sowie im Retail-Banking als auch den Integrationsanteil von SD-Aspekten im Asset Management.

BASF stellt im Bereich Chemie in ihrem Lagebericht die Energie- und Treibhausgasintensität der Produktion umfassend in Wort und Grafik dar. Im Hinblick auf die Vermeidung bzw. Verminderung gefährlicher Substanzen quantifiziert das Unternehmen präzise die Reduktion seiner Luft- und Wasseremissionen. ThyssenKrupp (Industriegüter) bietet eine informative, aufgeschlüsselte Aufstellung über die Umweltschutzaufwendungen aller Segmente über fünf Geschäftsjahre hinweg. Zudem gibt der Anbieter Emissionsrechte im Wert von 18,7 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr an – sowie die Tatsache, dass überschüssige Rechte verkauft werden konnten.

Im Bereich Transport & Logistik berichtet die TUI angemessen und fokussiert über die SD-KPIs Energie- und Treibhausgaseffizienz der Transportdienstleistungen sowie den Flottenverbrauch. Überdies widmet sich das Unternehmen ausführlich dem Thema Umweltschutz. Über die Darstellung des integrierten Umweltmanagements hinaus werden auch Reportingstandards zur Umweltleistungsmessung differenziert berücksichtigt. Vorbildlich ist das Engagement von GlaxoSmithKline (Pharma) bei der Versorgung ärmerer und bedürftiger Menschen – wobei auch bei „not-for-profit“-Preisen die direkten Kosten gedeckt werden.

„Die Top-12-Unternehmen zeigen gute Ansätze. Natürlich gibt es noch Optimierungspotenzial, zum Beispiel beim Thema Benchmarks sowie bei Trendangaben bzw. -prognosen. Insgesamt aber haben wir zahlreiche Best Practices in unseren Bewertungskriterien – Berichterstattung im geprüften Konzernlagebericht, gute Informationen zu den SD-KPIs, quantitative Darstellung und Angabe ihrer ökonomischen Bedeutung sowie Trendanalysen und Benchmarking – identifiziert“, resümiert Dr. Axel Hesse (SD-M Sustainable Development Management), der die Studie als Co-Autor gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Baetge (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) im Auftrag von Deloitte erstellte.


letzte Änderung am 20.04.2018
Quelle:  Deloitte
Bild:  © PantherMedia / Jasper Grahl

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