Annuitätenmethode

Die Annuitätenmethode als dynamisches Investitionsverfahren vergleicht mögliche Anlagen mithilfe von Annuitäten. Dabei weist diese Methode starke Ähnlichkeiten mit dem statischen Gewinnvergleich auf.

Beispielsweise ermitteln beide die Überschüsse, die das Investitionsgut erwirtschaftet. Der Unterschied lässt sich in der Periodenbetrachtung finden. Während der Gewinnvergleich darauf abzielt einen Totalerfolg (Kapitalwert) zu berechnen, lassen sich mittels Annuitätenmethode die durchschnittlichen Überschüsse einer Periode feststellen.(1)

Annuität

Die Annuität ist eine periodisch gleichbleibende Zahlung zusammengesetzt aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil für einen Kapitalbetrag. Wenn angenommen werden kann, dass die Einzahlungen den Einnahmen und die Auszahlungen den Aufwendungen entsprechen, stellt die Annuität den rechnerischen durchschnittlichen Jahresgewinn dar.

Berechnung der Annuität

Wie auch bei der Kapitalwertmethode wird der Barwert unter Zuhilfenahme von Überschüssen und Abzinsungsfaktoren ermittelt. Anschließend werden die Anschaffungskosten von den summierten Barwerten subtrahiert, um den Kapitalwert der Investition zu erhalten. Der letzte Schritt ist die Multiplikation des in Vorhinein ermittelten Wertes mit dem Kapitalwiedergewinnungfaktor. Das Ergebnis ist die jährliche Annuität (d), die im besten Fall größer oder gleich Null ist. Nur dann stellt sich die geplante Investition als vorteilhaft heraus.(2)

 

Beispiel

 

    Annuitätenmethode

 

Nun erfolgt das Einsetzen des Kapitalwertes in folgende Formel:

 

    Annuitätenmethode

 

Was bereits der ermittelte Kapitalwert zeigt, macht die Annuität deutlich: die zweite Anlage sollte vorrangig angeschafft werden, da die jährlichen Annuitäten höher ausfallen als jene der ersten Variante.

 

Beurteilung des Verfahrens

Die Annuitätenmethode wird in der Praxis eher selten angewendet. Laut Olfert/Reichel nutzen lediglich 5% befragter Unternehmen dieses Verfahren. Der Vorteil liegt erneut in der differenzierten Erfassung der Zahlungen - in zeitlicher und wertmäßiger Hinsicht. Schwierig ist jedoch die Zuordnung der Zahlungen zu den Investitionsgütern, da meist mehrere Anlagen am Produktionsprozess beteiligt sind. Zudem ist es problematisch, zukünftige Zahlungen exakt zu schätzen, weil Unternehmen vielen Umweltveränderungen ausgesetzt sind.(3)


Excel-Tools bzw. Vorlagen für Investitionsrechnung finden Sie in der Rubrik Marktplatz/Excel-Tools.


Quellen:
(1) Vgl. Investition, Olfert / Reichel, Kiehl Verlag, 10. Auflage, 2006, S. 230f.
(2) Vgl. Finanzwirtschaft des Unternehmens, R. Zantow, Pearson Studium, 2. Auflage, 2007, S. 440.
(3) Vgl. Investition, S. 238.


letzte Änderung Redaktion CP am 30.05.2018

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Literaturhinweise

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