Eigenkapitalrentabilität

Beschreibung :  
Die Kennzahl Eigenkapitalrentabilität wird auch als Unternehmerrentabilität oder Eigenkapitalrendite bezeichnet. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis von Gewinn (Jahresüberschuss) zum Eigenkapital.

Berechnung :  
Eigenkapitalrentabilität  (in %) =
 Jahresüberschuss  
 
 
bruch * 100  
 
 
  Eigenkapital
 

Anmerkungen :
 


Diese Kennzahl bringt die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals zum Ausdruck. Im Vergleich zu anderen Unternehmen der gleichen Branche gilt allgemein: Je höher die Eigenkapitalrentabilität, desto positiver ist die Beurteilung des Unternehmens. Allerdings muss eine relative niedrige Eigenkapitalrentabilität nicht zwingend negativ bewertet werden. Diese Kennzahl ist stark branchenabhängig und sollte im Jahresvergleich bei unveränderter Berechnungsweise analysiert werden. Wenn in den letzten Jahren der Wert stetig gestiegen ist, zeigt dies z.B., dass die Unternehmensführung auf den richtigen Weg ist. Eine niedrige EK-Rentabilität kann auf überbewertetes Anlagevermögen oder auf unrentabel gebundenes Kapital hinweisen.

Durch die Aufnahme von Fremdkapital kann sich die Eigenkapital-rentabilität erhöhen. Dieser sog. Leverage Effekt tritt ein, wenn die Gesamtkapitalrentabilität höher ist, als der Fremdkapitalzins und sich der Verschuldungsgrad durch die Veränderung des Verhältnisses von Eigenkapital zu Fremdkapital durch die Fremdkapitalaufnahme erhöht.

Das Eigenkapital sollte bei der Kennzahlenermittlung zumindest um die ausstehenden Einlagen bereinigt werden. Soweit Informationen zu stillen Reserven vorliegen, können diese zum bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet werden. Sonderposten mit Rücklageanteil werden üblicherweise mit 50% (vereinfacht, da genauer EK-Anteil meist nicht bekannt) zum Eigenkapital hinzugerechnet. Durch die Langfristigkeit von Pensionsrückstellungen können auch diese das Eigenkapital erhöhen (erschwert jedoch den Vergleich mit anderen Unternehmen). Als Gewinn wird vereinfacht der Jahresüberschuss herangezogen. Bereinigt werden sollte der Jahresüberschuss durch das außerplanmäßige Ergebnis. 

 

Zielwert :   
> als der Kapitalmarktzins für langfristige Anlagen

Beispiel :  
Eigenkapitalrentabilität (in %) =       48,1 mio EUR = 16,42%  
 
 
bruch * 100  
 
 
    292,9 mio EUR
 
 
 

Die Beispielwerte stammen aus dem Jahresabschluss 2003 der Lenzing AG.  Dieser ist Auszugsweise hier hinterlegt. >>

Der Jahresüberschuss ist die Position 19. Jahresüberschuss der GuV-Rechnung. Das Eigenkapital setzt sich aus den passiven Bilanzpostionen A,B und C zusammen.

Diese und andere Kennzahlen können Sie mithilfe von Excel-Tools/ Vorlagen leicht berechnen. Einige werden hier näher vorgestellt >>
 
 
 
 
 
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letzte Änderung Alexander Wildt am 05.01.2019

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15.06.2016 15:39:04 - Hans-Heinz Faust

Hallo., werde eine Produktion in China wieder aufstellen. Habe alle Kostenparameter sprich Fixkosten, wie Miete, Personalkosten sowie Materialkosten zur Herstellung vorliegen. Wie berechne ich die Rentabilität? 35
[ Zitieren | Name ]

16.06.2016 08:56:43 - wvr

Liebe Leser, Bitte nutzen Sie die Kommentare nur für Anmerkungen direkt zum Artikel. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir nicht in Einzelfällen Hilfe leisten können. Fragen zu Einzelfällen stellen Sie deshalb bitte in unserem Forum. Dort können sie von anderen Nutzern gefunden und beantwortet werden. Vielen Dank Die Redaktion
[ Zitieren | Name ]

18.07.2016 11:51:05 - Gast

Liebe Leser, ich habe ein paar fragen zur eigenkapitalrentabilität. Kann man da helfen freundliche Grüße Masallah
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18.07.2016 15:12:47 - wvr

Hallo Herr Masallah, für weitergehende Fragen wäre unser Forum die richtige Adresse: http://www.controllingportal.de/Forum/ Um dort Fragen zu stellen, müssen Sie sich zuerst als Nutzer registrieren. Das ist kostenlos und kann jederzeit gekündigt werden. Mit dem Nutzernamen und dem Passwort, dass Sie festlegen, können Sie im Forum fragen stellen und beantworten. Viel Spaß dabei. Mit besten Grüße wvr (Für die Redaktion)
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17.01.2017 10:58:06 - Gast

Würden Sie bei der Berechnung des ROE den Jahresüberschuss verwenden oder die Steuern hinzurechnen? Danke für Ihre geschätzte Auskunft!
[ Zitieren | Name ]

17.01.2017 15:36:50 - wvr

Liebe Leser, wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir nicht in Einzelfällen Hilfe leisten können. Fragen zu Einzelfällen stellen Sie deshalb bitte in unserem Forum. Dort können sie von anderen Nutzern gefunden und beantwortet werden. Vielen Dank Die Redaktion
[ Zitieren | Name ]

01.06.2017 14:20:28 - Gast

An die Redaktion, zur dargestellten Formel für die Eigenkapitalrentabilität eine Anmerkung. Die Darstellung ist falsch, denn EKR = (Jahresüberschuss/EK) x 100 % würde bedeuten man teilt den Jahresüberschuss durch das Eigenkapital und multipliziert dieses Ergebnis mit 1, denn Prozent bedeutet "von Hundert" und 100 % bedeutet 100/100 = 1. Prozent ist eine andere Darstellung der schreibweise in Dezimalzahlen. Möchte man die Eigenkapitalrentabilität in Prozent ausdrücken, so lautet die Formel: EKR ( in % ) = (Jahresüberschuss/Eigenkapital) x 100 Viele Grüße Axel Hornburg
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