Abgrenzung Controlling zu Revision und Wirtschaftsprüfung

Revision und Wirtschaftsprüfung (im Folgenden Kontrolle) sind als Unterbegriffe des Begriffes Überwachung zu bezeichnen. Zeitpunkt der Überwachungshandlung und die Abhängigkeit des Überwachenden vom Überwachungsobjekt sind mögliche Unterscheidungsmerkmale von Revision und Kontrolle.1

Eine nachträgliche Prüfung abgeschlossener Tatbestände durch Personen, die von dem zu überwachenden Prozess oder Verantwortungsbereich weder direkt noch indirekt abhängig sind, bezeichnet man Revision. Die Revision kann durch eigene Mitarbeiter oder fremde Personen erfolgen, und sie kann regelmäßig oder unregelmäßig vorgenommen werden. Sie ist ein prozessunabhängiger, von außen in das System hineingreifender Überwachungsvorgang.2


Unter Kontrolle versteht man eine laufende Überwachung des Betriebsprozesses durch Mitarbeiter, die dem kontrollierten Bereich angehören. Kontrollen sind als prozessabhängige, systeminterne Überwachungsvorgänge zu verstehen. Aufgrund von großen Betrugsfällen in den zwanziger Jahren in Amerika wurde das Konzept der internen Kontrolle entwickelt. Zur internen Kontrolle gehören:


Die interne Kontrolle bezieht sich auf das gesamte Netz laufender, innerbetrieblicher Kontrollen (kaufmännische, produktions- und fertigungsbezogene Kontrollen etc.). Sie hat einen vorbeugenden Charakter. Unterschieden wird in Verfahrens- und Ergebniskontrolle. Mit Hilfe der internen Kontrolle kann festgestellt oder veranlasst werden, dass vorgegebene Pläne, Anweisungen und Richtlinien befolgt werden. Ihre Richtigkeit und Zweckmäßigkeit kann jedoch nicht ermittelt werden. Überprüft wird die interne Kontrolle durch die interne Revision. Die interne Revision kann man somit als unabhängige Untersuchungstätigkeit zur Prüfung von Arbeitsvorgängen des Finanz- und Rechnungswesens sowie anderer Arbeitsgebiete verstehen. Sie ist eine Überwachung, die die Wirksamkeit anderer Kontrollen nachprüft und beurteilt. Angewandte Verfahren werden auf ihre Zweckmäßigkeit überprüft und ggf. Verbesserungsvorschläge vorgestellt.

Die Revision ist eine ex post orientierte Überwachung. Das Controlling hingegen ist ein Steuerungsprozess. Die Orientierung erfolgt an der Abweichung von Ist-Werten und Soll-Werten von Plandaten. Die interne Revision ist also weniger eine Überprüfung, sondern beachtet vorrangig die Einhaltung gesetzlicher und unternehmerischer Mindestnormen. Die Prüfungsberichte der Internen Revision enthalten zwar die Hinweise auf unerwünschte Abweichungen und auf Verbesserungsvorschläge, jedoch sind diese wegen der unregelmäßigen Revisionstätigkeit und der langen Umsetzung nicht für Steuerungsmaßnahmen geeignet. Auch hier tritt das Controlling hinzu.

Das Controlling und die Revision bieten mit den ihnen vorhandenen Informationen Führungshilfen für die Unternehmensführung. Jedoch besitzt der Controller eine Rechnungs- und Transparenzverantwortung hinsichtlich der Ergebniserzielung. Der Revisor dagegen arbeitet stets auf die Verbesserung der Verlässlichkeit der Informationen hin. Die Zusammenarbeit zwischen Revisor und Controller könnte auf folgende Art geregelt werden:



Quellen:
1 Vgl. Bramsemann, 1978, S. 34ff. 
2 Vgl. Serfling, 1992, S. 60.
3 Vgl. ebenda, S. 60ff.
4 Vgl. ebenda, S. 68.


letzte Änderung Redaktion CP am 04.04.2018

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