Revolvierende und rollierende Planung

In der Unternehmensplanung ist eine vorausschauende, realistische Einschätzung der zukünftigen Entwicklung äußerst wichtig. So wird sichergestellt, dass die Ziele einer Unternehmung stetig verfolgt werden können.

Rollierende Planung

Der Ansatz dieser Planungsart ist die gleitende Überwachung der folgenden Perioden. Der geplante Zeitabschnitt wird rollierend verschoben und bleibt immer konstant. Dabei werden in der rollierenden Planung die nächste festgelegte Periode detailliert, die folgenden nur ungenau festgelegt. Aus diesem Grund ist eine einfache Modifizierung der Pläne möglich. Nach Ablauf eines Zeitraumes wird die Organisation erneut aufgestellt. (1)


Die Grafik zeigt eine 3-Perioden-Planung. Bei dieser werden, vom Planjahr ausgehend, die folgenden drei Zeitabschnitte geplant. Die kommende Periode wird sehr detailliert ausgearbeitet. Spätere werden hingegen nur grob dargestellt:


    Rollierende Planung


Kritik

Neben der guten Übersicht über finanzielle Möglichkeiten in den Planungszeiträumen kommt dennoch eine aufwändige Organisationsstruktur zustande. Mitarbeiter müssen Überlegungen zu voraussichtlichen Unternehmensentwicklungen ausarbeiten, was zudem Kosten entstehen lässt.


Revolvierende Planung

Diese Ausweitung der rollierenden Planung betrifft nicht nur eine Änderung der nächsten Periode. Der Anwender überprüft nochmals alle zukünftigen Teilplanungen der kommenden Zeitabschnitte. Zudem wird der Plan um jeweils den Teil verlängert, der im abgelaufenen Zeitplan liegt. Dabei fließen sämtliche Erkenntnisse ein, die sich im Geschäftsalltag ergeben. Aus diesem Grund ist die revolvierende Planung um ein vielfaches aufwändiger als die rollierende. Dieses Kriterium sorgt dafür, dass sie meist nur für mittel- und langfristige Zeiträume eingesetzt wird. (2)


Kritik

Durch die häufigen Neuplanungen der gesamten Teilpläne kommen wiederum Kosten und Zeitengpässe auf. Dennoch wird die Planung viel aussagekräftiger, da eine stetige Kontrolle und Verbesserung der prognostizierten Unternehmensentwicklung erfolgt.


Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Beide Planungsarten behandeln die zukünftige Entwicklung des Unternehmens. Im Unterschied zur rollierenden Planung weist die revolvierende einen größeren Aktualisierungsspielraum auf. Daher wird sie genauer und ist eher als Maßstab geeignet. Für operative Entscheidungen sollte jedoch die rollierende Planung als Grundlage dienen. Sie ist einfacher und schneller zu handhaben und beinhaltet die für die operativen Prozesse wichtigen Pläne der nächste Periode.



Quellen:
(1) Basiswissen Controlling, A. Preißner, Carl Hanser Verlag, 2005, S. 161.
(2) Controlling, H.-U. Küpper, Schäffer-Poeschl, 2005, S. 322.


letzte Änderung Sarah Denzin am 20.04.2018

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01.04.2009 09:57:07 - Hans Ruzicka

Sehr geehrte Frau Denzin, schön dass Sie dieses wichtige Thema aufgreifen. M.E. ist die Unterscheidung in revolvierend und rollierend ehe akademisch und führt dazu, dass auf Seiten deren, die solche Verfahren anwenden sollten, Skepsis und Verwirrung herrscht. Zu teuer, zu kompliziert, was bring's - Aufwand / Nutzen. Ich sehe an dieser Stellen eher die praktische Anwendung. Fehler vermeiden ist effektiver als aus Fehlern lernen. Deshalb Lösung vom festen Geschäftsjahr in der Planung und "rollierend in die Zukunft". Konzentration auf Erfolgsfaktoren spart Kosten. Aktualität hat eine höhere Priorität als Detaillierung. Um auch kleiner Firmen für dieses Thema zu gewinnen, vertreibe ich hier über den Shop des Controllingportals eine Excel-Lösung zur rollierenden Liquiditätsplanung (!RER-A). Über einen Meinungsaustausch zum Thema "rollierende Planung" würde ich mich freuen. Mit freundlichen Grüßen Hans Ruzicka
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