Finanzierungsarten für Gründer und kleine Unternehmen

Bei Gründern und kleinen Unternehmen stellen sich regelmäßig Finanzierungsfragen - sei es im Rahmen verschiedener Anfangsinvestitionen (wie z.B. Gründungskosten und Maschinen) oder im Rahmen von Expansionsmaßnahmen. Welche Möglichkeiten es gibt Ausgaben zu finanzieren und welche Finanzierungsart sich für welche Investition eignet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Einführung und Begriffsbestimmungen


Die Finanzierungsfrage stellt sich in der Regel dann, wenn im unternehmerischen Kontext außergewöhnlich hohe Ausgaben bzw. Abflüsse von Liquiden Mitteln bevorstehen. Ist die Summe aus Zahlungsmittelbestand und den Einzahlungen über einen Zeitraum geringer als das benötigte Kapital, spricht man von einer Finanzierungslücke.


Finanzierungen lassen sich nach der Herkunft der Mittel unterscheiden. Bei der Innenfinanzierung stammen die finanziellen Mittel aus dem Unternehmen selbst, in Form von erzielten Gewinnen oder positiven Cashflows (z.B. Verkauf von Vermögenswerten). Stammen die Mittel von außerhalb des Unternehmens, spricht man von einer Außenfinanzierung. Dabei unterscheidet man die Zuführung der finanziellen Mittel in das Unternehmen als Eigenkapital gegen Ausgabe von Beteiligungen oder die Zuführung durch Fremdkapital, also in Form von Krediten (Vgl. auch „Finanzierung“ von Wolfgang Breuer, Springer Gabler Verlag, 3. Auflage, S. 20 ff.).

Investitionen werden hinsichtlich ihres Zwecks in Instandhaltungs- und Erweiterungsinvestitionen unterschieden. Bei der Instandhaltungsinvestition wird bereits vorhandenes Sachanlagevermögen (z.B. eine Maschine) durch Ersatz von betriebsnotwendigen Bestandteilen als Betriebsmittel in Stand gehalten. Eine Erweiterungsinvestition hingegen wäre die Anschaffung neuer Betriebsmittel in Form von Sachanlagevermögen (z.B. eine zusätzliche Maschine).

Ein weiteres Begriffspaar, welches im Rahmen von Finanzierungen häufig gemeinsam verwendet wird, bezeichnet die beiden Parteien eines Kreditvertrages. Kreditgeber bezeichnet im Rahmen eines Kreditvertrages die Partei, die Geld an die andere Vertragspartei verleiht. Im Gegenzug bekommt sie nicht nur den ausgeliehenen Betrag zurück, sondern erhält als Entlohnung eine Verzinsung des Kreditbetrages. Kreditnehmer ist demzufolge die Partei im Rahmen des Kreditvertrages, welche eine Zahlung in Form des Kreditbetrages erhält und diesen - inkl. der Verzinsung - an den Kreditgeber zurückbezahlt.

Nicht nur bei Anschaffung und Instandhaltung von Sachanlagevermögen kann Kapitalbedarf entstehen. Gerade junge und kleine Unternehmen stellt die Vorfinanzierung von großen Aufträgen häufig vor finanzielle Herausforderungen.

Kapital aus Innenfinanzierung


Eine Finanzierung durch externe Geldquellen ist nicht immer sinnvoll. Teilweise kann Kapitalbedarf auch durch die Nutzung vorhandener liquider Mittel oder kurzfristig umwandelbaren Vermögens gedeckt werden (z.B. durch Abverkauf von Bestands- und Lagerwaren).

Außer der Frage nach der Alternativrendite, welche weiter unten behandelt wird, sollte die Frage geklärt werden, ob nach der Verwendung von Eigenmitteln noch genügend Liquidität für das laufende Geschäft bleibt. Hierzu ist eine Übersicht über die monatlichen fixen Kosten, die bestehenden kurzfristigen Verbindlichkeiten und die kurzfristigen Einnahmen sinnvoll.

Die Verwendung von eigenem Kapital aus der Innenfinanzierung bietet einige Vorteile. Im Vergleich zur Kreditfinanzierung ist kein vorheriger Genehmigungsprozess seitens des Kreditgebers notwendig. Sicherheiten müssen nicht gestellt werden. Im Gegensatz zur Finanzierung mit Investoren entfallen das regelmäßige Reporting und die Abgabe von Mitbestimmungsrechten in Form von Anteilen. Für große Erweiterungsinvestitionen eignet sich das Eigenkapital, gerade bei jungen Unternehmen, oft nur sehr begrenzt.

Weitere ausgewählte Finanzierungsarten:


letzte Änderung W.V.R. am 21.09.2020
Autor(en):  Alexander Rodosek
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Rawpixel

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