Große Unterschiede bei Lohnsteigerungen innerhalb Europas

Der durchschnittliche Reallohnzuwachs für europäische Arbeiter sank von 2,7 % im Jahr 2006 auf 2,3 % im Jahr 2007, so das Ergebnis der jüngsten Daten, die von Eurofounds Europäischem Observatorium für die Entwicklung von Arbeitsbeziehungen (European Industrial Relations Observatory – EIRO) veröffentlicht wurden. 

Die jährlich aktualisierte Lohndatenentwicklung in Europa offenbarte große Unterschiede zwischen den EU-Mitgliederstaaten, sowohl hinsichtlich der Entwicklung der Löhne als auch hinsichtlich der Höhe der Lohnsteigerungen.

Es wurde zudem festgestellt, dass die Lohnsteigerungen in den EU15-Ländern weiter moderater ausfallen. In den neuen EU-Mitgliedsstaaten war jedoch ein ausgeprägter Aufwärtstrend festzustellen, wobei die Lohnsteigerungen fast das Vierfache der EU15-Länder ausmachte. 

Das kollektive Verhandeln spielt eine relativ bedeutende Rolle bei der Festlegung der Lohnabschlüsse in ganz Europa. In dem jetzt erschienenen Bericht, der die aktuellen 27 EU-Mitgliedsstaaten (EU27) und Norwegen umfasst, wird festgestellt, dass der tariflich vereinbarte Nominallohn für die gesamte EU von 5,6 % im Jahr 2006 auf 7 % im Jahr 2007 angestiegen ist. In den ehemaligen EU15-Staaten stieg der durchschnittliche Lohn im Jahr 2006 nur um 2,9 %, während er im Jahr 2007 um 3,1 % anstieg. In den 10 neu hinzugekommenen Mitgliedsstaaten (NMS10) betrug die Lohnsteigerung 8,5 % im Jahr 2006 und im Jahr 2007 10,5 %. Berücksichtigt man auch die jüngsten Mitgliedsstaaten Rumänien und Bulgarien, so betragen die Werte für die erweiterte NMS12 9 % bzw. 11,9 %.

Indes sinkt der Prozentsatz der realen Lohnsteigerung unter Berücksichtigung der Inflation in den EU27-Staaten von 2,7 % im Jahr 2006 auf 2,3 % im Jahr 2007. In den EU15-Staaten betrug der durchschnittliche Reallohnzuwachs im Jahr 2006 0,8 % und fiel auf 0,2 % im Jahr 2007. Auch in den NMS12 sank der durchschnittliche Reallohnzuwachs von 5,2 % im Jahr 2006 auf 5 % im Jahr 2007. In den NMS10 sank der durchschnittliche Reallohnzuwachs von 5 % auf 4,1 %. Während des Untersuchungszeitraums waren wesentliche Unterschiede in der Lohnentwicklung und in den Lohnzuwachsraten zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten festzustellen. Die Löhne stiegen beispielsweise in Griechenland und Irland und waren in beiden Ländern sowohl 2006 als auch 2007 weit höher als im EU15-Durchschnitt. Unter den NMS gab es in Ländern wie Zypern, Malta und Slowenien den geringsten Lohnzuwachs. Der Gesamtdurchschnitt für diese Ländergruppe wurde von den zweistelligen Zuwachszahlen in den baltischen Staaten, Bulgarien und Rumänien in den beiden Jahren positiv beeinflusst.

In Bezug auf die Entwicklung stieg der Lohn zwischen 2006 und 2007 in 18 der untersuchten Länder an, in einem blieb er unverändert und in neun Ländern sank er. Die Zuwachsrate stieg in den NMS an, (am meisten in Lettland, Bulgarien und Rumänien), mit Ausnahme von Zypern, Malta und Slowenien, wo sie fiel. In den EU15-Staaten erlebte die Zuwachsrate eine leichte Steigerung (mit den höchsten Zuwachsraten in Schweden und Finnland); indes blieb die Zuwachsrate in den Niederlanden unverändert und sank in Österreich, Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien.

Der Bericht betrachtet auch die Tarifvereinbarungen in drei ausgewählten Branchen (Chemie, Einzelhandel und öffentlicher Dienst), aktuelle Löhne und Mindestlohnerhöhungen, Zunahme der Durchschnittseinkommen sowie die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede aller Länder.



Der komplette Bericht zur Lohnentwicklung steht Ihnen hier zur Verfügung >>


letzte Änderung am 25.07.2018
Quelle:  Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (DUBLIN, IRLAND)
Bild:  © adpic

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