Das Thema dieser Diplomarbeit befasst sich mit der Einführung eines Kostensteuerungs- instrumentariums bei einem Regionalverband mit integriertem Akademiebetrieb anhand des Beispiels des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes (OSGV). Insgesamt soll verdeutlicht werden, wie in einem Regionalverband eine Kostenrechnung unter pragmatischen Gesichtspunkten eingeführt und gestaltet werden kann. Der OSGV ist zunächst eine Non-Profit-Organisation. Durch den integrierten Akademiebetrieb sind in diesem Geschäftsbereich jedoch auch Profit-Center sowie Kostenträger in Form von Veranstaltungen, Seminaren bzw. Kursen vorhanden. Der Verband insgesamt wird über eine Umlage finanziert, die Akademie - als Geschäftsbereich des OSGV - soll dagegen kostendeckend wirtschaften.
Der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband sieht sich im Rahmen der Sparkassenorganisation neben Anforderungen Dritter und vertraglich-rechtlichen Rahmenbedingungen vor allem auch der Situation ausgesetzt, dass ein gezieltes agieren im Kostensektor vor dem Hintergrund eines fehlenden Kostencontrolling sowie fehlender Steuerungsinformationen bisher nur sehr schwer möglich ist. Die gestellten Anforderungen können somit nicht erfüllt werden. Die Diplomarbeit setzt mit einer Analyse des Istzustandes vor Einführung einer Kostenrechnung an, insbesondere unter dem Blickwinkel fehlender Kostensteuerungsmöglichkeiten. Hiervon ausgehend soll der Sollzustand entwickelt werden. Endziel soll die Möglichkeit einer aktiven Kostensteuerung sein, d. h. Darstellung der Ist-Situation, Durchführung von Kostenursachenanalysen und Kostenwirkungsanalysen, um hierüber die Kosten gezielter steuern zu können.
Die Kostenrechnung soll vor allem drei Hauptfunktionen erfüllen: Abbildungs- und Dokumentationsfunktion, Preisermittlungs- und Bewertungsfunktion sowie eine Steuerungsfunktion für die künftige Optimierung der Wirtschaftlichkeit. Es werden hier zunächst global die Themenbereiche Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung sowie Ist-, Normal- und Plankostenrechnung erörtert. Darüber hinaus noch die Teil- und Vollkostenrechnung. Hieraus werden erste Lösungsansätze für den Verband entwickelt. Im weiteren Verlauf geht es dann um konkrete Vorschläge zu Umsetzungsmöglichkeiten. Hier wird die Einführung und Ausgestaltung einer Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung unter den Anforderungen des Gesamtverbandes über alle Geschäftsbereiche hinweg untersucht. Als Problem erweist sich, dass nur die Akademie mit ihren Kursveranstaltungen Produkte definiert hat und somit als einziger Geschäftsbereich eine Kostenträgerrechnung umsetzen kann. Für die anderen Geschäftsbereiche trifft dieses nicht zu. Es wird hier zunächst nur auf eine Umsetzung der Kostenarten-/Kostenstellenrechnung abgezielt.
Neben den Kriterien, in welcher Weise die Kostenarten, -stellen und -träger gebildet werden können, werden vor allem auch die Möglichkeiten untersucht, wie die Kosten innerhalb der Kostenarten-, Kostenstellenrechnung und in der Akademie mit der Kostenträgerrechnung verrechnet werden können, um hierüber Steuerungsinformationen zu erhalten. Die Kostenarten werden in Anlehnung an den Kontenplan erstellt, die Kostenstellen nach organisatorischen Aspekten. Im Rahmen der Kostenstellenrechnung werden Lösungsansätze über Budgetkosten bis hin zur Prozesskostenrechnung gefunden. Für die Akademie wird ein Lösungsweg für die Kostenträgerstückrechnung (genauer: differenzierte Zuschlagskalkulation) gesucht. Dabei wird auch die Wirkung von Verrechnungskostensätzen dargestellt. Bei der Akademie geht es darüber hinaus um die Betrachtung der Kostenträger mittels Deckungsbeiträgen. Ein entsprechendes Kalkulationsschema wird entwickelt, welches Deckungsbeiträge auf Basis rein direkt zurechenbarer Kosten aber auch auf Basis aller verrechneten Kosten abbildet.
Studienfach: Betriebswirtschaftslehre
Abagabedatum: 14.02.2003
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| Autor: |
Pompe, Rolf |
| Bestellnummer: |
606 |
| Hochschule: |
AKAD-Fachhochschule Pinneberg |
| Benotung: |
2,3 |
| Studiengang: |
Betriebswirtschaftslehre |
| Abgabedatum: |
14.02.2003 |