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Einstellungen gegenüber dem Risikomanagement wandeln sich


Während in der Vergangenheit ein Risikomanagementsystem häufig eingeführt wurde, um Wirtschaftsprüfern oder Aufsichtsräten zu genügen bzw. gesetzliche Mindestanforderungen zu erfüllen, geschieht dies heute zunehmend aus eigener Motivation sowie aus reinen Nutzenerwägungen. Als größte Herausforderungen gelten dabei Fragen der Risikokultur sowie die IT-technische Unterstützung der Prozesse.

BeOne, eine Gruppe von stark expandierenden Beratungsunternehmen für technische bzw. prozessorientierte Aufgabenstellungen, und die Risk Management Association RMA e.V. haben mit einer Studie gemeinsam den „Stand der Technik“ im Risikomanagement und dessen Umsetzung in der Praxis untersucht. Erstmals wurde dabei auch eine umfassende kritische Bewertung einschlägiger Literatur vorgenommen. 

Die Studienergebnisse fasst Dr. Roland Franz Erben, Vorstandsvorsitzender der Risk Management Association (RMA), München, so zusammen: „Obwohl in vielen Bereichen weiterhin Nachholbedarf besteht, ist das Risikomanagement erwachsener geworden. Das zeigt die Studie z.B. hinsichtlich der Gründe dessen Einsatz, der Intensität der Beschäftigung mit Risiken oder auch der zunehmenden Verwendung spezifischer Risikomanagement-Informations-Systeme als Ersatz bisheriger Excel-basierter Lösungen.“    

Motivation wandelt sich – Risikokultur muss aufholen 


Die Studie weist auf Veränderungen in der Motivation hin, Risikomanagement zu betreiben. „Hier ist der geringe Anteil derer bemerkenswert, die das Risikomanagement allein aufgrund gesetzlicher Vorschriften betreiben“, so Erben. „Offenbar findet langsam ein Wandel statt: weg vom externen Zwang, hin zur Erkenntnis, dass Risikomanagement ein unverzichtbares Instrument der Unternehmenssteuerung ist, wodurch auch eine intrinsische Motivation entsteht.“

In der Studie ist auch die Häufigkeit untersucht worden, mit der sich die Verantwortlichen mit Risikomanagement-Themen beschäftigen. So geben Personen in Leitungsfunktionen zu über 80 Prozent an, sich wenigstens einmal in der Woche damit zu beschäftigen. Während finanziellen Risiken die volle Aufmerksamkeit gilt, fällt bei den Antworten besonders eine Fokussierung auf produktbezogene Risiken auf.

Zugleich wurden mit der Untersuchung diverse Verbesserungspotenziale herausgearbeitet. Dazu gehören z.B. die Information der Mitarbeiter und die Überwachung des Erfolges von Maßnahmen. Besonders auffällig nennen die Autoren die Aussage, dass die Identifikation von Risiken in aller Regel zu keiner Belohnung führt. „Das ist eine Frage der Unternehmenskultur. Noch zu wenigen Verantwortlichen ist bewusst, dass zu einem Klima der kontinuierlichen Verbesserung auch der Umgang mit Risiken und deren Belohnung gehört“, so Dr. Detlef Roß, Senior Consultant der BeOne München GmbH und Mitautor der Studie.

Professionelle Informationssysteme im Kommen


Neben der Risikokultur weist die Studie als weiteren Bereich mit überragender Bedeutung die IT-technische Unterstützung der Prozesse aus. Und auch hier vollziehen sich Veränderungen. Zwar nutzt noch mehr als ein Drittel der Befragten für das Risikomanagement Office-Produkte. Aber die lange Zeit herrschende Dominanz von Office-Produkten ist rückläufig, obwohl der Anteil kommerzieller Risikomanagement-Software nach wie vor noch gering ist; selbst Projektmanagement-Software wird erst selten genutzt. „Der erkennbare Trendwechsel mit der zunehmenden Abkehr vom alleinigen Einsatz vorhandener ‚Bordmittel‘ wie MS Excel reflektiert eine Professionalisierung des Themas“, erklärt Erben. „Die Erkenntnis greift, dass professionelles Risikomanagement Funktionalität benötigt, die immer bessere Risk-Management-Informations-Systeme RMIS bieten.“

Die Studie „Risikomanagement im Unternehmen“ erschien im Januar 2010 im Heise Verlag. Sie umfasst ca. 270 Seiten und wird zum Preis von 149,- Euro angeboten. Bestellungen sind hier möglich >>

 


Quelle: Risk Management Association e. V. (RMA)
Bild: AdPic

 

 
Erstellt am: 14.01.2010 durch: E.R.
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