Sarbanes Oxley Act

Der Sarbanes Oxley Act ist ein Gesetz, das als Reaktion auf verschiedene Finanzskandale im Juli 2002 vom US-Kongress erlassen wurde. Es diente in erster Linie dazu, das Vertrauen der Anleger in den allgemeinen Kapitalmarkt wiederherzustellen und sollte Regeln und Standards für Unternehmen festsetzen, um die Transparenz zwischen deren Rechnungslegung und den Märkten zu erhöhen.


Hintergrund:
Der Sarbanes Oxley Act richtet sich gleichermaßen an die Vorstände von Unternehmen wie an die Wirtschaftsprüfer. Nach größeren Finanzskandalen kam vor allem Kritik an der Informationspolitik und am mangelnden Verantwortungsbewusstsein der Manager auf. Um dem entgegenzuwirken, sollten Regulierungen und verstärkte Kontrollen realisiert werden. Die beiden Finanzskandale der US-Unternehmen Enron und Worldcom bildeten den Anlass zum Handeln.

Der Energiekonzern Enron zählte bis zu seinem Zusammenbruch im Jahre 2001 zu den sieben größten US-Unternehmen. 1996 betrug der Börsenwert 50 Mrd. US$. Das Hauptgeschäft war der Handel mit Rohstoffen sowie der Vertrieb von Terminkontrakten auf Gas und Strom. Jahrelang konnte der Konzern Gewinne vermelden, bis im dritten Quartal 2001 plötzlich ein Verlust von über 600 Mio. US$ bekannt gegeben wurde. Außerdem wurde die Senkung des Eigenkapitals um 1,2 Mrd. US$ sowie die rückwirkende Korrektur des Betriebsergebnisses der letzten vier Jahre um etwa 580 US$ vermeldet. Daraufhin kam es zu enormen Kurseinbrüchen und zum bis dahin größten Bankrott der US-Geschichte.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die mangelnde Informationspolitik und zweifelhafte Bilanzierungspraktiken der Öffentlichkeit die genaue Finanzlage des Unternehmens verschleierten.
Vorwürfe wurden auch gegen die Wirtschaftsprüfer erhoben, die die Lage nicht rechtzeitig erkannten bzw. mögliche Unklarheiten nicht beanstandeten, so dass die Anleger von den plötzlichen Korrekturen völlig überrascht wurden. 


Das Telekommunikationsunternehmen Worldcom zählte 2001 zu den führenden Anbietern für Fernverbindungen und Internet in den USA. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, besonders da getätigte Investitionen nicht den erwarteten Gewinn einbrachten, sank der Unternehmenswert innerhalb von 2 Jahren von 150 Mrd. auf 150 Mio. US$.

Den eigentlichen Skandal brachten im Anschluss Meldungen, die zum einen den irrtümlichen Ausweis von 3,8 Mrd. US$ Aufwand als Anlagevermögen bestätigten und zum anderen Manipulationen beim Posten der Rückstellungen aufdeckten, wodurch 3,3 Mrd. US$ als Gewinn ausgewiesen wurden.
Auch in diesem Fall richtete sich Kritik gegen die Wirtschaftsprüfer, die die Manipulationen nicht bemerkten bzw. veröffentlichten.

Neben diesen großen Finanzskandalen gab es zahlreiche ähnliche Fälle, bei denen betrügerisches Verhalten der Vorstände und Fahrlässigkeiten der Prüfer erhebliche Verluste für die Anteilseigner brachten. Aus diesem Grund erschien das Erlassen des Sarbanes Oxley Acts als folgerichtiger Schritt im Entgegenwirken solcher Praktiken.


Inhalt:
Der Sarbanes Oxley Act soll weniger den Einflussbereich der Anleger stärken, als vielmehr neue Pflichten und Regelungen für Unternehmen und deren Corporate Governance sowie Wirtschaftsprüfer festlegen, um somit präventiv vorzubeugen.

Der Sarbanes Oxley Act  gilt für sämtliche Unternehmen, die bei der SEC registriert sind, d.h. in den USA börsennotierte Unternehmen oder solche, die anderweitig Wertpapiere ausgeben. Somit sind auch ausländische Unternehmen diesen Regelungen unterworfen. Die einzelnen Bestimmungen werden in 11 Abschnitten beschrieben. Im Folgenden sollen diese kurz dargestellt werden:

Sarbanes Oxley Act

 

 


Quellen:
Menzies, C. (Hrsg.): Sarbanes-Oxley Act, Stuttgart 2004.
Menzies, C. (Hrsg.): Sarbanes-Oxley und Corporate Compliance, Stuttgart 2006.
Tabelle in Anlehnung an Menzies, 2004, S. 14-15.

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