Zum Aufbau des Buches: Was muss ein Controller heute über IT wissen?
Geht es um Informationstechnologie (IT), dann steckt der Controller häufig in einer unangenehmen Position. Gerade aktuell erhöht sich der Druck durch das Management, die Kosten im Controlling zu senken, neue Managementinstrumente schnell und kostengünstig einzuführen sowie die Transparenz von Kosten und Nutzen des IT-Einsatzes zu erhöhen. Wesentliche Ansatzpunkte für Kostensenkungen im Controlling sind die Automatisierung von Aufgaben, die Standardisierung von Prozessen und die Bündelung von Aufgaben in zentralen Service- Einheiten – alles ohne IT unvorstellbar. Genauso gibt es kaum ein Managementinstrument, das ohne IT-Unterstützung auskommt. Eine Studie hat z. B. kürzlich gezeigt, dass ca. 90% der Unternehmen eine
Balanced Scorecard durch Software unterstützen (vgl. Samtleben/Müller/Hess 2005). Die Informationstechnologie ist der Investitionsbereich für jeden Controller aus seinem originären Budget und nach den Personalkosten sein größter Kostenblock. Die erwähnten ITKosten verschlingen in vielen Branchen schon einen signifikanten Anteil des Umsatzes. Häufig wird die Frage nach der Wirtschaftlichkeit dieser Mittelverwendung aber nur pauschal bzw. separiert vom Unternehmenscontrolling im IT-Bereich bearbeitet; beides ist sicherlich nicht unproblematisch. Warum findet ein Controller häufig nur unzureichende Antworten auf diese Herausforderungen? Dazu seien seine „Berührungspunkte“ mit der IT-Abteilung einmal etwas näher unter die Lupe genommen:
Der Controllingbereich benötigt die IT-Abteilung zur Realisierung von Softwarelösungen für den eigenen Arbeitsbereich, sei es zur Unterstützung der Kalkulation, der
Budgetierung oder einer
Zielkostenrechnung. Derartige Lösungen kann das Controlling heute und auch in absehbarer Zukunft nicht alleine realisieren, denn auch die für derartige Aufgaben typischerweise eingesetzte Standardsoftware muss richtig ausgewählt, an die Spezifika des Unternehmens angepasst und installiert werden. Zwar ist die ITAbteilung dann „nur“ der Auftragnehmer, aber dieser Auftragnehmer hat einigen Spielraum, der zur Herausforderung werden kann: Die IT-Abteilung kann über ihr Knowhow täuschen (z. B. wenn die früher einmal vorhandenen Spezialisten das Unternehmen verlassen haben), sie kann ein Projekt wesentlich teurer oder länger veranschlagen als eigentlich erforderlich (z. B. durch nach oben „abgerundete“ Zeitschätzungen) und sie kann die Controlling-Abteilung langfristig abhängig machen (z. B. durch eine spezifisch entwickelte Software, die nur von genau dieser Abteilung weiterentwickelt werden kann). Nicht immer – aber auch nicht selten – tritt genau dies ein. Ursache sind stets Informationsvorsprünge der IT, d. h. das Controlling weiß zu wenig über die relevanten Gebiete der IT.
Mit freundlicher Genehmigung des Schäffer-Poeschel Verlages
Download der vollständigen Leseprobe:
IT_Basics_für_Controller.pdf
Erstellt von T. Hess am 11.02.2008
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