Die anhaltende Diskussion des
Controllingbegriffs und seines theoretischen Fundamentes im wissenschaftlichen Schrifttum, die nicht zuletzt durch die Forderungen von COENENBERG/BAUM1 und die Konsensthesen von KÜPPER/WEBER/ZÜND2 angefacht wurde, hat bislang keineswegs zu einem einheitlichen inhaltlichen Bild des Controllings geführt. Vielmehr existieren eine Großzahl unterschiedlicher Konzeptionen, die beispielsweise bei KÜPPER3 eine synoptische Darstellung erfahren. Innerhalb der Gesamtheit dieser Konzeptionen kann eine Reihe von Konzeptionstypen gebildet werden, wobei neben der Betrachtung des Controllings als Informationsversorgungsfunktion und als Form der Führung unter besonderer Gewinnzielorientierung gerade die Auffassung des Controllings als Koordinationsfunktion innerhalb des Führungssystems der Unternehmung, die von HORVÁTH begründet wurde, von besonderem Interesse ist.
Dieses letztgenannte koordinationsorientierte Controlling bildet den Gegenstand der vorliegenden Arbeit, deren Zielsetzung in der Ableitung und Erklärung der Notwendigkeit der Koordination zwischen den verschiedenen Führungsuntersystemen der Unternehmung, darauf aufbauend der konsequent koordinationsorientierten Fassung des Controllings und der Klärung der Umsetzungsalternativen bei der institutionalen Verankerung desselben liegt. Zur Erreichung dieser Zielsetzung wird in einem ersten Kapitel zunächst die Systemtheorie als Basis der weiteren Argumentation mit Wurzeln und Terminologie dargestellt sowie hinsichtlich der Frage evaluiert, ob diese überhaupt als Grundlage einer Controllingbetrachtung geeignet ist. Mit dem auf diese Weise erarbeiteten Instrumentarium gilt es im anschließenden Kapitel, den Koordinationsbedarf innerhalb des Führungssystems herauszuarbeiten, wobei im ersten Schritt die Bildung von Führungsteilsystemen aufgrund eines zu entwickelnden multikriteriellen Ansatzes fokussiert wird, während im zweiten Schritt der Übergang zu instutionalisierten Führungsuntersystemen und dem daraus entstehenden Koordinationsbedarf stattfindet.
Im dritten Kapitel erfolgt die Umsetzung der bisherigen Erkenntnisse in eine koordinationsorientierte Fassung des Controllings, für die eine Ziel- und Funktionsableitung durchgeführt wird. Darüber hinaus erfolgt die Beleuchtung der für das Controlling als Instrumente zur Verfügung stehenden Koordinationsmechanismen unter besonderer Berücksichtigung kybernetischer Modellvorstellungen. Im Anschluß daran erfolgt die Auseinandersetzung mit den Alternativen der
aufbauorganisatorischen Umsetzung des Controllings, wobei eine Gliederung in Fragestellungen der organisatorischen Einbindung, der Gestaltung eines dezentralen Controllings und der grundsätzlichen hierarchischen Einordnung vorgenommen wird.