Die Rolle des Controllers - Die neue Rollendefinition des Controllers (III)

Betrachtet man sowohl die Anforderungen an den Controller von Außen als auch die Herausforderungen, die innerhalb des Unternehmens entstehen, stellt ihn seine neue Rollendefinition als wahres „Multitalent“ dar. Gleichermaßen wirkt der Controller als interner Berater und Innovator, als Wächter über Ergebnis und finanzielle Stabilität, als Coach und Schnittstellenmanager, als Wissensmanager oder Change Agent.


Abbildung 3: Multitalent Controller


Der Controller ist interner Berater für Vorstand, Geschäftsführung und Führungskräfte. Die generelle Aufgabenstellung seiner Beratungstätigkeit kann differenziert werden in die Teilaufgaben der Struktur-, System- und Prozessberatung, die in einer integrierten Interdependenz zueinander stehen.


Die Strukturberatung umfasst die Mitwirkung bei dem Aufbau und der Pflege einer effizienten Organisationsstruktur. Innerhalb der gestalteten Strukturen erfolgt durch die Prozessberatung, die Unterstützung bei der Gestaltung der Arbeitsabläufe, durch begleitende Informationen in Form von Gutachten, Empfehlungen usw. Die Systemberatung umfasst schließlich die Beurteilung des aktuellen Entwicklungsstands der realisierten Systeme. Als Wächter über das Unternehmensergebnis sorgt der Controller für die finanzielle Stabilität sowie für eine risikoadäquate Verzinsung des Kapitals im Unternehmen. Die Steigerung der Wirtschaftlichkeit treibt ihn und damit indirekt das ganze Unternehmen permanent an.


Gleichermaßen wirkt er als Coach und Schnittstellenmanager, der versucht innovativ, koordinativ und informativ eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit im Unternehmen zu ermöglichen. Er fungiert als betriebswirtschaftliches Gewissen innerhalb seines Unternehmens. Es leitet ihn der Grundsatz „lieber ungefähr richtig als haargenau falsch“. Als Wissensmanager ist es die Aufgabe des Controllers den Wissenstransfer im Unternehmen sicher zu stellen. Hierzu gehören gleichermaßen die Informationsbedarfsanalyse sowie Kommunikationsaufgaben bis hin zu einem ziel- und empfängerorientierten Reporting Design.


Zusammenfassen ist fest zu stellen, dass sich der Controller und das Controlling in einem Spannungsfeld aus drei Qualitätsaspekten seiner Arbeit positionieren muss:


Abbildung: Qualitätsdimensionen des Controllings


Dabei muss der Controller je nach Situation flexibel zwischen den einzelnen Rollen wechseln. Ein konsistentes Konzept der Rolle Controller basiert auf dem Zusammenwirken und der Integration dreier Ebenen:

  • dem klaren Verständnis von seiner Person und seiner beruflichen Mission des Controllers selbst;
  • der klaren organisatorischen Institutionalisierung und Positionierung der Funktion Controlling in der jeweiligen Unternehmens situation; 
  • der vermittelten und möglichst eindeutig wahrgenommenen Akzeptanz von Person und Funktion bei den unterschiedlichen Bezugsgruppen in seinem Handlungsfeld und innerhalb der Unternehmenskultur.

erschienen in: Der Betriebswirt, Heft 4/2006


Siehe auch Teil I und II des Beitrages:

I. Aktuelle externe Herausforderungen an Controller
II. Aktuelle interne Herausforderungen an Controller


 

Autor:

autor-IFC_steinhuebel.jpgProf. Dr. Volker Steinhübel 

Jahrgang 1964, Geschäftsführer der IFC EBERT. Bereits in seiner Dissertation erforschte Professor Steinhübel die Wirkungen und Werte der strategischen Unternehmenssteuerung. Heute berät und coacht er Unternehmen und Führungskräfte vor allem in der Ausrichtung und Optimierung des Managements.

 
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