Amortisationsvergleichsrechnung

Der Amortisationsvergleich bedient sich der Resultate der Kostenvergleichsrechnung und der Gewinnvergleichsrechnung. Anders als in diesem Verfahren stehen hier die Liquidität, Unabhängigkeit und Sicherheit im Vordergrund. Wert wird dabei auf einen schnellen Rückfluss der investierten Mittel ins Unternehmen gelegt. Insgesamt ist diese Rechnung eine gute Erweiterung zu den anderen statischen Investitionsverfahren, denn zu den hauptsächlichen Aufgaben zählt das Abschätzen des finanzwirtschaftlichen Risikos, das mit der Investition in ein Gut einhergeht.

 

Amortisationszeit:

Die Amortisationszeit stellt die Zeitspanne dar, innerhalb derer die eingesetzten Kapitalkosten für eine Investition zurück in das Unternehmen fließen.

 

Zwei Methoden zur Amortisationsberechnung:

Die Durchschnittsmethode betrachtet erneut ein starres, durchschnittliches Jahr. Diese "Einperiodenbetrachtung" kann schnell schwierig werden. So müssen gleiche Jahresergebnisse nicht immer die selben Rückflüsse beinhalten. Der Nachteil dieser Methode liegt darin, dass schnelle Rückflüsse in den ersten Jahren nicht als solche erkannt werden, da nur der Jahresdurchschnitt gebildet wird.

Das Gegenstück ist die Kumulationsmethode, die die zeitlichen Rückflüsse besser beurteilen kann. Anstatt die durchschnittlichen, werden hier geschätzte Rückflüsse einzelner Perioden berücksichtigt. Die Kumulation findet so lange statt, bis der Kapitaleinsatzbetrag erreicht ist. (1)

 

Das folgende Beispiel zeigt eine gleiche Bewertung der Anlagen durch die Durchschnittsmethode. Im Gegensatz dazu ermittelt die Kumulationsrechnung die Amortisation deutlich genauer. Dabei beträgt diese nicht wie davor 3,5 Jahre, sondern für Anlage I drei Jahre und für das zweite Gut vier Jahre.

 

    Amortisationsvergleichsrechnung

 

Beurteilung:

Die Aussage, dass ca. 53 % befragter Unternehmen die Amortisationsrechnung anwenden, spricht für das Verfahren. Der Grund liegt vor allem in dem einfachen Gebrauch der Rechenmethode. Geeignet ist der Amortisationsvergleich besonders für die Einschätzung des finanzwirtschaftlichen Risikos und zur Verfolgung der Punkte Sicherheit, Liquidität und Unabhängigkeit.

Olfert rät zudem nur zur Verknüpfung mit einem weiteren Investitionsverfahren, da einige Nachteile vorhanden sind. Beispielsweise gilt auch hier die kurze Dauer des Vergleiches. Die möglichen Umweltveränderungen bleiben vollkommen unbeachtet. Außerdem können Erlöse nicht ihren Entstehungsorten zugeteilt werden, da Produkte in der Regel auf mehreren Anlagen hergestellt werden. Weitere Probleme treten in Hinblick auf die Nichtberücksichtigung des Kapitaleinsatzes, der Rückflüsse nach der Amortisationszeit und unterschiedlichen Nutzungsdauern auf. (2)

 



Quellen:
(1)
Vgl. Finanzwirtschaft des Unternehmens, R. Zantow, Pearson Studium, 2. Auflage, 2007, S. 420
(2)
Vgl. Investition, Olfert / Reichel, Kiehl Verlag, 10. Auflage, 2006, S. 195

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Literaturhinweise

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