Im Zusammenhang mit der Internationalisierung von Finanzplätzen wird der Ruf nach einheitlichen internationalen Rechnungslegungsregeln immer lauter. In letzter Zeit ist unter europäischen Unternehmen vermehrt der Trend auszumachen, ihr Rechnungslegungssystem von nationalen Regeln auf internationale Regeln umzustellen, besonders in Deutschland herrscht seit der Notierung von Daimler-Benz (nunmehr Daimler-Chrysler) an der New York Stock Exchange 1993 und der damit verbundenen Überleitung des Konzernabschlusses auf US-GAAP so etwas wie Umbruchstimmung bei der Rechnungslegung.
Mehrere empirische Studien belegen mittlerweile die praktische Relevanz der Internationalisierung der Rechnungslegung, wie etwa die Arbeiten von Horváth/Arnaout1, Wagenhofer2 oder Choi/Levich3. In den folgenden Ausgaben der ControllerNews wird aus diesem Anlass eine dreiteilige Artikelserie zur Harmonisierung von externer und interner Rechnungslegung erscheinen. Der Aufbau der Artikelserie lässt sich wie folgt darstellen:
I. Rahmenbedingungen der Internationalisierung
II. Allgemeine Rechnungslegungsgrundsätze
III. Möglichkeiten der Internationalisierung der Rechnungslegung
Die Entwicklung des Rechnungswesens ging in Lehre, Forschung und Praxis bisher in die Richtung einer Schaffung differenzierter Systeme für Bilanz-, Finanz-, Kosten- und Investitionsrechnung. Dies folgte der Erkenntnis, dass unterschiedliche Rechnungszwecke verschiedene Rechnungsinhalte fordern. Je nachdem, ob die Dokumentation, die Rechenschaftslegung oder die Fundierung unternehmenspolitischer Entscheidungen dominieren, stehen unterschiedliche Bereiche und Rechnungsinhalte im Vordergrund.
Vor allem in Zusammenhang mit der Diskussion um den Shareholder Value-Gedanken hinterfragte man diese Zersplitterung des Rechnungswesens. Die stärkere Ausrichtung von unternehmerischen Entscheidungen und Strategien am Kapitalmarkt haben dazu geführt, dass die Informations-anforderungen der Analysten und Investoren an Bedeutung gewonnen haben und man unter diesen Gesichtspunkten das Ziel anstrebt, die interne Führung eines Konzerns an externen Kennzahlen zu orientieren.
Auch die durch die starke Globalisierung und Konzernbildung sich entwickelnden, häufig komplexen und vielschichtigen Unternehmensstrukturen erfordern ein internes Kontroll-, Steuerungs- und Berichterstattungssystem, das einerseits weltweit verwendbare und einheitliche relevante Informationen für unterschiedlichste Entscheidungssituationen zur Verfügung stellt, das aber auch effizient und überschaubar ist. Das Nebeneinander von internem und externem Rechnungswesen wirft für das Management die Frage auf, auf Basis welcher Zahlen Zielvorgaben zu vereinbaren sind.
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| Erstellt von F. Krump am 07.02.2008 |
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