Innovationsstudie 2009 - Kreatives Potenzial der Mitarbeiter nicht ausreichend genutzt

In deutschen Unternehmen schlummert ein großes, ungenutztes Potenzial zur Generierung innovativer Ideen. Dies offenbart die Innovationsstudie 2009 der Innovation Navigators, einer Tochtergesellschaft der Managementberatung Horváth & Partners. Die Umfrage unter über 100 Führungskräften macht deutlich: Viele Unternehmen haben großen Nachholbedarf bei der Aktivierung des Einfallsreichtums ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter.

Dabei mangelt es nicht an der Erkenntnis über den hohen Stellenwert von Innovationen. 87 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass bedeutende Innovationen nötig sein werden, um die Ergebnisziele der nächsten Jahre zu erreichen. Auf der Suche nach neuen Ideen werden aber Kreativität und Schöpferkraft im Unternehmen nicht ausreichend gefördert. So sind 88 Prozent der Teilnehmer der Meinung, dass das kreative Potenzial der Mitarbeiter deutlich intensiver genutzt werden könnte. 71 Prozent sehen dies auch in Bezug auf die Innovationskraft von Führungskräften.

Eine innovationsförderliche Kultur wird von den meisten Studienteilnehmern als wichtigster Hebel zur Verbesserung der Innovationskraft gesehen. Nach Einschätzung der befragten Führungskräfte ist nur jedes zweite Unternehmen „eher offen“ gegenüber Innovationen. Spielraum für entscheidende Verbesserungen gibt es besonders bei der Förderung einer kreativeren Ideengenerierung. So werden beispielsweise lediglich bei einem Drittel der befragten Unternehmen Mitarbeiter dazu angeregt, Probleme in kreativer Art und Weise zu lösen. Nur in jedem zehnten Unternehmen kennt sich eine größere Anzahl von Mitarbeitern gut mit Kreativitätstechniken aus.

„Deutschland ist zwar als Land der Tüftler und Erfinder bekannt“, erklärt Studienleiterin Dr. Sylvie Römer. „Doch häufig handelt es sich alleine um Mitarbeiter von Forschungs- und Entwicklungsabteilungen.“ Zur Aktivierung des Ideenreichtums aller Mitarbeiter brauche es ein neues Denken im Innovationsmanagement. „Zunächst gilt es, die Keimzelle der Innovation zu stärken – und das sind die Denkmuster aller Mitarbeiter und Führungskräfte“, so Römer. „Kreatives Denken ist eine erlernbare Kompetenz!“ Auf dieser Grundlage sollte das bestehende Innovationsmanagement ganzheitlich neu ausgerichtet werden.

Die halbherzige Suche und Nutzung genialer Ideen führt in vielen Unternehmen zur Verschwendung eines großen Potenzials, lautet das Fazit der Studie. „Kreatives Potenzial zu nutzen ist jedoch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von großer Bedeutung“, warnt Dr. Oliver Greiner, Partner bei Horváth & Partners und Geschäftsführer der Innovation Navigators. „Einen großen Schritt nach vorne schaffen regelmäßig nur jene Unternehmen, die Branchenparadigmen durchbrechen und Wege gehen, die bisher schlichtweg undenkbar waren.“ Auch dies ist ein Ergebnis der Untersuchung: Unternehmen, die auf radikale Ideen anstelle von kontinuierlichen, kleinen Verbesserungen setzen, sind letztlich erfolgreicher.

Die Studie wurde im vierten Quartal 2008 in von den Innovation Navigators – der auf Innovationsmanagement spezialisierten Tochtergesellschaft von Horváth & Partners – in Zusammenarbeit mit dem Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship der European Business School (EBS) durchgeführt. 128 Führungskräfte aus Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größenordnungen beteiligten sich an der Untersuchung.


Mehr zur Studie unter www.horvath-partners.com


letzte Änderung am 29.01.2016
Quelle:  Horváth & Partners
Bild:  © adpic

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