Aktueller Stand der Kostenrechung für den Dienstleistungsbereich in Theorie und Praxis

Einleitung:

„Denken ist Handeln“  lautet der aktuelle Werbespruch einer renommierten Unternehmensberatung. Der gedankliche Schritt zwischen diesen substantivierten Verben wird selten so vollzogen wie in dieser Anzeige. Ebenso selten wird die Verbindung zwischen einer Dienstleistung und einer wahrhaftigen Leistungserstellung im Sinne eines fassbaren Produktes als Endergebnis hergestellt. Das Dilemma, das in beiden Beispielen mit zum Ausdruck kommt, liegt in der Schwierigkeit begründet, das Arbeitsergebnis vollständig ermessen zu können.

Dienstleistungen und Dienstleistungsunternehmen  wurden in der Betriebswirtschaftslehre und speziell in der Kostenrechnung auch aus diesem Grund erst spät beachtet. Nachdem in jüngster Zeit vielerorts das Dienstleistungszeitalter ausgerufen wird und dem Dienstleistungssektor vermehrt das notwendige Potenzial zugesprochen wird, den Fortbestand der Wirtschaft gewährleisten zu können, erscheint es aber notwendig, sich theoretisch und empirisch mit dem Themengebiet auseinanderzusetzen.

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich in erster Linie mit Unternehmen, die eine Dienstleistung als erwerbbares Gut für den externen Kunden anbieten. Darunter gefasst sind Unternehmen, die einen Dienstleistungsbereich unterhalten oder sogar ausschließlich Dienstleistungen anbieten. Es ist herauszuarbeiten, wie Kostenrechnungsverfahren beschaffen sein müssen, um hier Verwendung zu finden. In einem zweiten Schritt ist es von Interesse zu beobachten, welche Verfahren - im Vergleich zu Sachgüter produzierenden Unternehmen – heute tatsächlich in den Bereichen eingesetzt werden, die Dienstleistungen für den externen Gebrauch erstellen.

Um sich mit der Thematik vertraut zu machen, werden in Kapitel zwei die speziellen Anforderungen, die Dienstleistungen an Kostenrechnungsverfahren stellen, erörtert. Im nächsten Kapitel werden Empfehlungen, die aus Sicht der wirtschaftswissenschaftlichen Kostenlehre seit 1979 diesbezüglich gegeben wurden, aufgeführt. Dieser historischen Betrachtung folgt die Beschreibung der Situation in deutschen Großunternehmen heute, die durch eine empirische Untersuchung festgestellt werden konnte. Dabei wird erforscht, wie unterschiedlich Dienstleister und Nicht-Dienstleister ihre Kostenrechnung organisieren. Abschließend erfolgt in Kapitel fünf eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse. 


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