Der Fachkräftemangel im Finanz- und Rechnungswesen wird immer stärker spürbar, wie die internationale Studie Global Financial Employment Monitor von Robert Half International zeigt.
Mehr als die Hälfte aller befragten Finanz- und Personalmanager (56 Prozent) hat Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Besonders akut ist die Personalsuche in Asien: 83 Prozent der Unternehmen aus Japan und 82 Prozent aus Hong Kong finden keine geeigneten Mitarbeiter für offene Stellen im Finanz- und Rechnungswesen. Im globalen Wettbewerb um die besten Talente wird auch die Bindung bereits angestellter Mitarbeiter zu einer immer größeren Herausforderung. 43 Prozent der Personalentscheider weltweit befürchten, Spitzenkräfte an die Konkurrenz zu verlieren.
“Auch in Deutschland wird es immer schwieriger, talentiertes Fachpersonal zu rekrutieren. Zudem wird sich die Lage in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Viele ältere Mitarbeiter der Baby-Boomer-Generation mit umfassendem Know-how scheiden aus dem Unternehmen aus, wogegen junge Talente noch nicht über genügend Berufserfahrung und spezielle Kenntnisse verfügen“, bestätigt Sven Hennige, Senior Regional Director Central Europe bei Robert Half. „Unternehmen sollten schnell handeln und neue Wege bei der Personalbindung und -entwicklung beschreiten. Neben einem attraktiven Gehaltspaket spielen Programme zur Karriereentwicklung und einer ausgewogenen Work- Life-Balance eine maßgebliche Rolle.“
Hoch im Kurs: Erfahrung bei Compliance und Corporate Governance
Die aktuellen Studienergebnisse des weltweit führenden Personaldienstleistungsunternehmens im Finanz-, Rechnungs- und Bankwesen geben auch einen Einblick in die Folgen des ansteigenden Fachkräftemangels. Denn mit der weltweit großen Nachfrage geht auch ein höherer Zeitaufwand und stärkeres Engagement bei der Rekrutierung seitens der Arbeitgeber einher. So dauert es im Durchschnitt fünf Wochen, um eine vakante Position ohne Führungsverantwortung und sogar acht Wochen, um eine leitende Funktion im Finanz- und Rechnungswesen zu besetzen. Bei den am stärksten nachgefragten Qualifikationen steht die Erfahrung bei der Einhaltung und Umsetzung aktueller Richtlinien und gesetzlicher Vorgaben (Compliance und Corporate Governance) an erster Stelle, gefolgt von häufigeren Anfragen nach Kenntnissen im Recht.
Entscheidung schon nach dem ersten Bewerbungsgespräch
Besonders mühsam ist die Personalsuche auf Managementlevel: Bei knapp 30 Prozent der deutschen Unternehmen stehen derzeit vor allem Führungskräfte wie zum Beispiel Chief Financial Officer oder Leiter Finanz- und Rechnungswesen ganz oben auf der Wunschliste. 18 Prozent der Finanz- und Rechnungswesenabteilungen finden keine qualifizierten Mitarbeiter für das Controlling und 14 Prozent suchen derzeit vor allem nach erfahrenen Steuerexperten. Der stark umkämpfte Markt um die besten Talente im Finanz- und Rechnungswesen hat für Bewerber allerdings einen positiven Effekt. Bereits nach dem ersten Vorstellungsgespräch entscheidet sich jeder dritte Arbeitgeber für einen Kandidaten.
Auch bei leitenden Positionen mit Führungsverantwortung kommt es mittlerweile bereits nach einem Zweit- oder Drittgespräch (43 Prozent und 29 Prozent) zu einem Vertragsabschluss. Die weltweit von über 40 Prozent der Unternehmen befürchtete Mitarbeiterfluktuation von Spitzenkräften bereitet deutschen Personalentscheidern hingegen keine Sorgen; 77 Prozent haben hierzulande keine Bedenken, Top-Mitarbeiter an den Wettbewerb zu verlieren.
| Erstellt von am 10.10.2007 Quelle: www.roberthalf.de Bild: © adpic |
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